Die Dörfer im Kreis Guhrau

Geischen

(1945 Gizyn)

(1787 Kr. Herrnstadt, bis 31.12.1817 Kreis Wohlau)

(ev. Geischen, kath. 1845 Herrnstadt, teils Gr. Tschirnau, Tschirnau, StA Bronau, AG Guhrau, Amtsbezirk Saborwitz, Hebammen-Niederlassungsbezirk Duchen-Zechen)





Kirchenbücher, die vor 1945 vorhanden waren



evangelisch



Taufen ab 1695, es fehlen 1748-1758

Trauungen ab 1718, es fehlen 1749-1759

Tote ab 1695, es fehlen 1749-1758

Konfirmanden ab 1830

Beicht- u. Abendmahlsbücher 1765-1777, ab 1902



Duplikate beim Amtsgericht Guhrau



evangelisch



Taufen 1800-1874, es fehlen 1804 und 1848

Trauungen 1800-1874, es fehlen 1804 und 1848

Tote 1800-1874, es fehlen 1804 und 1848



Kirchenbücher, die nach 1945 vorhanden sind



Nach Information des letzten Pfarrer, Hugo Hischer (1982 in Hamburg) sind die Kirchenbücher und die Chronik verloren gegangen. Erhalten blieben das Abkündigungsbuch („Kirchliches Meldebuch“) 1902-1907 sowie Rechnungsbücher aus der Zeit von 1737 bis 1890.



in polnischen staatlichen Archiven



keine



verfilmte Kirchenbücher bei LDS



keine



Chronik



1423

Erwähnung einer Kirche



1525
Mittwoch vor Lichtweihe erteilt der Burggraf von Dohna, Ritter von Beltsch, dem Kretschmer Hans Heide in Geischen das alleinige Recht, in den Dörfern Geischen und Zechen Bier und Wein auszuschenken.

 

1652

Bau der Kirche aus Lehmfachwerk mit Schindeldach



1666

Erneuerung und Erweiterung der Kirche, da sie als Zufluchtskirche diente.



1671

Die Dorfgemeinden Saborwitz, Porlewitz, Geischen, Zechen, Groß- und Klein-Räudchen und die Dominien auf dem Herzoglichen Hause zu Wohlau vor dem Amtmann Siegmund von Nostitz mit dem Ritter v. Haugwitz, der als Besitzer von Tschistey Patron der Sandewalder Kirche war, einen Vergleich, worin sie ausdrücklich anerkennen, daß sie sämtlich nach Sandewalde eingepfarrt seien, obwohl sie sich schon seit undenklichen Jahren anderer Kirchen als Gäste bedienen.



1760
An insgesamt 12 Sonntagen konnte wegen herumstreunenden Kosaken kein Gottesdienst gehalten worden. Dabei wurden das Pfarr- und das Schulhaus sowie weitere Gebäude beschädigt.

Das Boesewettersche Schullegat wird gestiftet.

 

1765

Das Boesewettersche Schullegat wird erweitert.

 

1774

Das Boesewettersche Schullegat wird erweitert.

 

1787

Geischen, besteht aus 2 Dominiis, und gehört das eine dem Lieutenant von Diebitsch, das andere dem königlichen Amt Wohlau; zusammen aber gibt es im Dorf 1 herrschaftlich Vorwerk, 1 evangelische Kirche, 1 Pfarrwohnung, 1 Schulhaus, 19 Bauern, 10 Gärtner, 9 Häusler, 2 Windmühlen, 2 Gemeinhäuser und 245 Personen.



1821

22.06. Die Sawadesche Orgelfundation wird gestiftet. Die Zinsen werden solange zinsbar angelegt, bis eine Reparatur der Orgel nötig und bestritten werden kann.

 

1822

November: „ die Gemeinde Gaischen ihren mitten im Dorfe belegenen Kirchhof aus demselben entfernt, dagegen aber einen neuen in der Entfernung von mehr als 100 Schritt von dem Dorfe belegenen schicklichen Platz auf einer Anhöhe erkauft, und mit einem Kosten-Aufwande von 120 Rthlr. zu einem neuen Kirchhofe eingerichtet hat.“



1823

März: „Der evang. Kirche zu Geischen sind folgende Geschenke gemacht worden:

1) von den Erben der Pastor Sawadeschen Eheleute, in Folge mündlicher Bestimmungen der Erblasser ein Capital von 130 Rtlr zur Reparatur der Orgel,

2) von den Gast-Gemeinden der Parochie und den Dominien Kaltebortschen, Heinzebortschen und Gabel, eine neue Altar-Bekleidung aus rothem Tuche.“



1831

2.6. Das Wittibersche Grablegat wird gestiftet. Die Pfarrei erhält die Zinsen und hält das Gebäude und Denkmal instand.

 

1845

36 Häuser, vor Gründung der ev. Kirchen zu Guhrau und Gr. Tschirnau hielten sich deren Gemeinden hierher, jetzt sind eingepfarrt pro on. Geischen, mit Wiedmuth u. Decem., ferner nur mit dem vierten Teil der Leistungen Guglitze, Heinzebortschen, Kaltebortschen, Porlewitz u. Saborwitz, 1 ev. Schule, 1 Lehrer, eingeschult Heinzebortschen und ein Teil von Porlewitz, 3 Windmühlen, 6 Handwerker, 2 Händler, 2 Anteile: Königl. (Domänenamt Herrnstadt, 1 Freischoltisei), Herrschaftl. (Gutsbesitzer Busse, 1 herrsch. Vorwerk)



1871

Bau einer neuen Orgel durch Gebr. Walter, Guhrau



1875

Durch die Kirche werden folgende Stiftungen verwaltet:

- Boesewettersche Schullegat (1760/1765/1774)

- Stumpesches Grablegat (Stiftungsurkunde nicht mehr vorhanden, 1823 erwähnt)

- Sawadesche Orgelfundation (1821)

- Wittibersche Grablegat (1831)

- Schrothsches Grablegat (1/3 zur Unterstützung der Armen und Wartung der Gräber, 1/3 ist zur Verschönerung des Innern der Kirche bestimmt und wird so lange, bis eine solche notwendig ist, in der Sparkasse zinsbar angelegt, 1/3 zur Instandsetzung der Gräber, auch vorläufig in der Sparkasse angelegt)

 

1895/1898

Rittergut: Fläche 168 ha: 104 ha Acker, 9 ha Wiesen, 47 ha Holzungen, 4 ha Weiden, 4 ha Garten, Hofraum etc., Grundsteuer-Reinertrag 2151 M



1909

Am 16.7.1909 wird ein Mietentschädigungs-Tarif für Volksschullehrer und Lehrerinnen festgesetzt:

Servisklasse IVd (Leiter von Schulen mit 6 oder mehr aufsteigenden Klassen 200 M jährlich, andere Schulleiter und Lehrer 160 M jährlich, Lehrerinnen 110 M jährlich)



aus „Schlesischen Glocken im Bereich der Nordelbischen Evangelisch-Lutherischen Kirche“ in „Jahrbuch für schlesische Kirchengeschichte“ Bd. 63/1984:



Die Bronzeglocken stammen von 1666 und hingen in einem hölzernen Glockenturm seitwärts der Kirche. Von den drei Glocken im Glockenstuhl wurden die beiden größeren im Glockenlager in Hamburg gerettet. Die kleinste Glocke hängt noch heute (1982) im Glockenstuhl. Das Gotteshaus steht und wird kath. genutzt. Die größere Glocke ist 77 cm hoch, hat einen Durchmesser von 66 cm und wiegt 270 kg. Die Höhe ihrer Bügel beträgt 12 cm. Die Glocke ist reich verziert. Die Krone besteht aus der Öse und sechs Bügeln mit bärtigen Männermasken verziert. Die Kronenplatte ist sehr flach mit ausgebildetem Stern, von dem 4 Strahlen ausgehen, die zu Schlangenschwänzen umgebildet sind. Die Schulter ist ausgebildet mit Fries, wobei aus Totenköpfen und und zwar deren Augenhöhlen Schlangen kriechen zwischen Gras, Korn und Blumen. Das Schulterband trägt eine dreireihige Antiquainschrift, die durch Lorbeerkränze abgeteilt werden. Der Text heißt: „Jesu zu Ehren Deinem Namen. Unter dem durchlauchtigen hochgebornen Fürsten und Herrn Herrn Christian Herzogen in Schlesien zu Liegnitz Brieg und Wohlau, Herr Christoph Häntsche Furstl. Wohlau und Herrstädtische Burgverwalter, H. Johann Georg Hanisch Linda Lusatus Pfarr Allhier in Geischen“. Diesem Text folgt nach unten ein breiter Fries aus Blattmasken und Ranken. Auf der Flanke steht ein deutlich ausgeführtes Wappen des Herzogs. Auf der Flankengegenseite steht die Inschrift: „Balthasar Liebenhantschel Scholtz – Johann Frantzke Christop Scholtz Kirchväter“. Darunter befinden sich drei Medaillen daneben eine fliegende Engelsfigur. Darunter befinden sich fünf Stege am Schlagring, darunter zwei Stege, über denen in Antiqua die Inschrift steht: Sacra Preces Turbas Incendia Funera Pompas Indico cum Populus Aere Sonate Voco Anno 1666 Im Monath Septemb. Gegossen zu Breslaw von Lorentz Kokeritzen. (Gottesdienst, Gebete, Unruhen, Brände, Leichenbegräbnisse und Festzüge kündige ich an, wenn ich die Leute mit tönendem Erz rufe...).

Die zweite Glocke hat eine Durchmesser von 67 cm, eine Höhe von 64 cm und ein Gewicht von 178 kg. Die Höhe der Bügel hat 15 cm. Auch diese Glocke ist reich verziert. Die Kronenplatte ist abgesetzt und mit sechs strahlenförmigen Pfeilen versehen. Die Bügel tragen ebenfalls wie bei der größeren figuralen Schmuck in Gesichtsform. Die Haube ist durch einen Steg abgesetzt. Von der Schulter auf der Haube übergreifend liegt ein breiter stehender, stilisierter Blattfries, auf Schlangenleibern stehend, die aus den Augen des Totenkopfes quellen.Darunter ist eine dreizeilige Inschrift in Antiqua zwischen Lorbeerkranzstegen angebracht. Zunächst steht zu lesen neben einer kleinen auf die Schrift weisenden Figur: „Jesu zu ehren Deinem Nahmen. Amen.“ - Unter dem durchlauchten hochgebornen Fürsten und Herrn – dazwischen um eine auf die Schrift weisende liegende Figur – Herrn Christian Herzogen in Schlesien zu Liegnitz Brieg und Wohlau / Herrn Christoph Hantsche – wieder liegende Figur auf die folgende Schrift weisend – Fürstl. Wohlau und Herrnstädtischer Burgverwalter / Johann Georg Hanisch Linda Lusatus Pfarr allheir. Darunter befindet sich ein Fries aus Blattmustern abwechselnd mit hängendem Blatt- und Fruchtornament. In der einen Flanke wieder das Wappen und darüber die beiden Worte: in Geischen, die Pfarr- und Kirchort angeben. Auf der gegenseitigen Flanke ist folgende Inschrift in Antiqua: „Balthasar Liebehantschel Scholtz / Johannes Franzke Christoph Scholtz Kirchenväter“ – und die lateinische Inschrift: En Ego Campana Nunquam Denuncio Vana En Ego Tam Rei Quam Sonus Iosa Dei. (Siehe, ich verkündige niemals eitle Dinge, siehe ich bin ebenso meine wie Gottes Stimmen.) Am Schlagring unter fünf Stegen befindet sich noch folgende Inschrift: „Höre wenn ich klinge bete dann und singe so wird Gott dich wieder hören und sich genedig zu dir kehren. - Lorentz Kökeritz goss mich Anno 1666.“ Die Krone besteht aus sechs Bügeln, an deren Ecken sich Masken oder Fratzen befinden.

Diese beiden Glocken wurden nach der Einweihung der Dorfkirche zu Harksheide bei Hamburg 1954 in feierlichem Zuge am letzten Augustsonntag eingeholt und auf dem Kirchturm aufgezogen. Eingeläutet wurden die Glocken von einem Junglehrer, der sie in Geischen 1945 im Januar als Läutejunge zum letzten Male angeschlagen hatte.



Die Feldbahn der Ziegelei



Auf der Internetseite von Frank Engel ist die Ziegelei Geischen und deren Feldbahn zusammen mit einigen Fotos (Stand 2004) beschrieben.

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Besitzer des herrschaftlichen Anteil



1787

Lieutenant von Diebitsch

1816-(1876)

Gustav Busse

1895/1898

Otto Huth

1915

Engelhard

1935

Gustav Engelhard



Evang. Geistliche



1634-1647

Christoph Ficcius



1650-1657

Johannes Kittel (Küttelius)



1657-1682

Johann Georg Hänisch (* 15.12.1624, + 6.5.1682, begr. Geischen 10.5.1682)



1682-1730

Magister Caspar Sommer (+ 3.11.1730)



1731-1737

Magister George Scultetus



1738-

George Albert Blasius



-1789

Christian Andreas Hieronymi



1789-1801

Johann Gottfried Stumpe



1801-1820

Friedrich Wilhelm Sawade



1821-1829

Johann Karl Gottlob Kurtz



1830-1871

Reinhard Friedrich Julius Klose



1871-1890

Carl Ferdinand Hermann Seeliger



1890-1894

Dr. Friedrich Louis Wilhelm Weiß



1894-1898
Ernst Gustav Adolf Ludwig



1.2.1898-1916

Maximilian Robert Gustav Erdmann Schott

(*19.9.1865 Postelwitz, Kr. Bernstadt, + 25.4.1938 Liegnitz), 17.4.1898 gewählt, 28.8.1898 eingeführt, oo 8.11.1899 Guhrau mit Johanna Sophie Emilie Agnes von Schlieben (* 18.1.1872), ab 1916 Superintendent in Herrnstadt



1917

Friedrich Forell



1918-1928

Franz Guido Arthur Bienert



1.1.1930-31.3.1937

Bernhard Max Arthur Christoph Schott

(* 3.8.1903 Geischen, oo 28.1.1930 Liegnitz St. Peter und Paul mit Martha Klara Elisabeth von Bethe * 29.6.1905, ab 1.4.1937 in Oppeln, 1946-1968 in Magdeburg, + 12.6.1988 Göttingen)



1.1.1939-1945

Hugo Hischer (ab Januar 1942 Soldat, + 7.2.1985 Norderstedt)



Erbschulzen



1666

Balthasar Liebehantschel



1689

Hans Liebehentschel (oo 6.11.1689 Groß Saul mit Maria Mix)



1725/1763

Siegmund Tiesler (~ 4.10.1696 Gr. Saul, oo 16.1.1725 Gr. Saul mit Margaretha Schliebitz)



Bürgermeister

 

1935

Robert May

 

1941

Paul Twelsieck

 

Einwohner



Maria Prüfer, * Geischen (Geburtsbrief Lissa 10.11.1678), Vater: Georg Prüfer, Wirtschaftsbedienter auf dem adlig. Hofe in Kreidelwitz, Kr. Glogau

Balzer Sämmler, 1689 Bauer

Fritz Rott, Bauer, 1935 Schiedsmann in Geischen, in Heinzebortschen und in Kaltebortschen

Neumann, Ziegel und Drainrohre (1876)

 

Lehrer

 

(vor 1787)

Klopsch

 

1935

Mahler

Kusche



1787 245 Ew.

1845 291 Ew.

1919 335 Ew.

1925 320 Ew.

1933 322 Ew.

1941 320 Ew.



letzte Änderung: 23. Feb 2010