Die Dörfer im Kreis Guhrau

 

Gimmel

(1218 Gemelno, 1368 Gemelno major, 1377 magna Gemilna, 1408 Grosz Gimmel, 1945 Jemielno)

(1750 Fürstentum Wohlau, Winziger Kreis)

(1845-1898 Kreis Wohlau, ab 1.10.1932 Kreis Guhrau)

(ev. Gimmel, kath. Winzig, Kr. Wohlau, StA Gimmel, AG Winzig, Amtsbezirk Gimmel, Hebammen-Niederlassungsbezirk Gimmel)

 

aus: "Presentatio und Beschreibung der Städte, Flecken, Klöster, Schlösser, Rittersitz und adelichen Häusern, Gärten, Kirchen, Dorffschaften etc. der Fürstenthümer Lignitz, Brig und Wolau mit dem District des Fürstentums Trachenberg" von F.B.Wennher, 1750

 

1941


Die Kirche im Jahr 2004


Kirchenbücher, die vor 1945 vorhanden waren


Duplikate beim Amtsgericht Winzig


evangelisch


Taufen 1794-1874

Trauungen 1794-1874

Tote 1794-1874


Kirchenbücher, die nach 1945 vorhanden sind


in polnischen staatlichen Archiven


keine


verfilmte Kirchenbücher bei LDS


keine


Personenstandsregister, die nach 1945 vorhanden sind


in polnischen staatlichen Archiven


keine


verfilmte Personenstandsregister bei LDS


keine


Chronik


1471

Wilhelm Mosche erhält das oberste Gericht über Gimmel und Wiersewitz.


1490

Die Brüder Albrecht und Balthasar Sobke, Besitzer von Herrnstadt, erhalten von Herzog Konrad von Öls das oberste Gericht über Kamin,Duchen, Sandeborske, Woidnig, Osselwitz und Gimmel.


1533

Gimmel soll evangelisch geworden sein.


1653

Zwei Kretschame erhalten das Recht, Breslauer Schöps (Bier) zu verkaufen.


1746

Die mineralischen Quellen, wenig von dem Säuerling in Altwasser unterschieden, wurden durch den damaligen Grundherrn, den kgl. Justizrat und (später) Landschaftsdirektor v. Lieres, unter dem Namen Karlsbrunn zu einer öff. Brunnenanstalt eingerichtet und durch den geschickten Dr. Knoll aus Fraustadt in Aufnahme gebracht.


1760

Die Pelzmühle brennt nach Beschuß nieder.


1782

Turm und Kirchendach wurden von Zimmermeister Johann Friedrich Förster neu eingedeckt.


1787

Gimmel, in diesem Dorf werden 2 herrschaftliche Vorwerke (Nieder- und Waldvorwerk) und 1 Schloß, 1 evang. Kirche, 1 Pfarrhaus, 1 Schule, 7 Bauern, 36 Gärtner, 11 Häusler, 4 Wassermühlen, 2 Gemeinhäuser ... gefunden.


1845

79 Häuser, 1 herrsch. Schloß und Vorwerk im Dorf, 1 ev. Pfarrkirche hat Wiedemuth in Erbpacht, eingepfarrt Gimmel, Neuvorwerk, Schmögerle, Tscheschen und (im damaligen Kr. Guhrau) Sophienthal und Tscheschenheide (kirchlich Schlaschwitz genannt), 1 ev. Schule, 1 Lehrer, eingeschult Lendschütz, Tscheschen u. Neuvorwerk, 900 Schafe, 3 Wassermühlen, 2 Windmühlen, 24 Handwerker, 7 Händler, 1 herrsch. Brauerei und Brennerei, 1 Kretscham mit Brenn., Früher Mergelgräberei des Dominiums auf der sogenannten Haagwiese, auf ihr mineralische Quellen, wenig von dem Säuerling in Altwasser unterschieden. Im Jahr 1746 wurden diese Quellen durch den damaligen Grundherrn, den kgl. Justizrat und (später) Landschaftsdirektor v. Lieres, unter dem Namen Karlsbrunn zu einer öff. Brunnenanstalt eingerichtet und durch den geschickten Dr. Knoll aus Fraustadt in Aufnahme gebracht. Kranke aus Schlesien und dem nahen Polen versammelten sich daselbst. Durch die Verwüstung des 7jähr. Krieges und Knolls Tod wurde die wohlträchtige Anstalt zerstört. Die ehemaligen Wohnungen für die Badegäste stehen jetzt unter dem Namen „Kolonistenhäuser“ im Dorf. In neuerer Zeit ist noch eine schwefelhaltige Quelle entdeckt worden. Die Umgegend von Gimmel ist reich an verschiedenen Erd- und Steinarten und Erzen in Geschieben. Aus den historischen Nachrichten von Gimmel, welche 1804 der Lehrer Boy zu Neiße (früher Pastor zu Gimmel) gesammelt und in Druck befördert hat, ersieht man die sämtlichen Grundherrschaften und Pastoren von 1553-1804. Auch über den ehem Gesundbrunnen enthält diese Chronik Ausführliches, vergl. außerdem Provinzialblatt 1798, liter. Beilage zum Juli-Stück. Ebendieselbe erwähnt noch des Weinbaus, der hier stark betrieben wurde und an welchen noch der Name Weinberg erinnert, desgl. daß hier Kalksteine gebrochen wurden und daß man hier Bohrversuche auf Steinkohlen gemacht.


1881

Am 10.7. wurde eine mit der Kaiserlichen Postagentur vereinigte Telegraphenanstalt mit beschränktem Tagesdienst eröffnet.

Die kgl. General-Kommission für Schlesien gibt die Auseinandersetzungen Reallasten-Ablösung von Gimmel bekannt.


1883

Der Adjuvant Richard Renn aus Gimmel wird als Lehrer an die evang. Schule in Alt-Neu-Heidau berufen.

Dem Pastor Fichtner in Gimmel wird die Ortsaufsicht über die evang. Schule in Tscheschenheide übertragen.


1895/1898

Bevollm.: Frau Landesälteste Helene Wolf, geb. Abel, Fläche 284 ha: 118 ha Acker, 17 ha Wiesen, 140 ha Holzungen, 9 ha Hofraum, Erdsteuer-Reinertrag 3348 M


1909

Am 16.7.1909 wird ein Mietentschädigungs-Tarif für Volksschullehrer und Lehrerinnen festgesetzt:

Gimmel: Servisklasse IVc (Leiter von Schulen mit 6 oder mehr aufsteigenden Klassen 290 M jährlich, andere Schulleiter und Lehrer 240 M jährlich, Lehrerinnen 170 M jährlich)


1913

Umbau und Renovierung der Kirche.


1914

Modernisierung der Orgel durch die Fa. Schlag und Söhne, Schweidnitz


1915

Dem Pastor Reymann in Piskorsine wird vertretungsweise die Ortsaufsicht über die evang. Schulen in Gimmel, Alt-Neu-Heidau, Wischütz, Rayschen und Bautke übertragen.


1931

Mit den Orten Tscheschen und Lendschütz wurde ein Gesamtschulverband eingerichtet. In 4 Klassen und 2 Klassenzimmern waren 112 Kinder.



Evang. Geistliche


1553-1589

Albert Schlemmer


1590-1609

Johann Fabricius


1609-1611

Martin Schmidt


1612-1640

Johann Scultetus


1641-1649

Tobias Antonius


1650-1662

Georg Luchmüller oder Christoph Luhmüller (1659)


1662-1682

Benjamin Textor

* 6.4.1633 Gr. Kauer, ab 13.7.1682 Hof- und Stadt-Prediger in Oels, 21.12.1688 Konsistorial- und Kirchenrat in Oels, 7.4.1695 Superintendent des Oelsnischen Anteils, 1707 in Breslau


1682-1701

Johann Hofmann


1701-1724

Magister Daniel Klesel


1724-1730

Andreas Ulrici


1730-1746

Magister Georg Heinrich Helwig


1746-1758

Samuel Donndorf


1759-1778

Samuel Christian Hofmann


1779-1791

Ernst Boy, vorher in Strehlitz b. Juliusburg im Oelsnischen, später Lehrer in Neisse


1791-1818

Samuel Salomo Donndorf oder Dondorf, + 1818


1819-1851

Christoph Pfennig


1851-1873

Gustav Hermann Ewald Klose


1873-1877

Heinrich Otto Johann Leo Wallis


1878-1880

Robert Dünnebier


1880-1883

Adolf Jentsch


1883-1887

Johannes Fichtner


1887-1912

Richard Reimann


1912-1920

Artur Krasa


1920-1926

Dr. Walter Schwenzner


1927-1929

Johannes Beyer


1929-1940

Dr. Ewald Haase


Karl-Heinz Ermel (gef. 30.10.1943 im Osten)


Besitzer


1384

Stephan Thader


1746

Justizrat von Lieres

 

1750

Baron Klip


1787

Landschaftsdirektor von Lieres

 

1795-

Baron von Wechmar


1840-

Ernst Strach (Preis 42 000 Rtl.)


1875/1898

Wolf'sche Erben

 

1935

Wilhelm Sasse, Rittmeister a.D. (Nieder-Gimmel)

Blumenthal (Ober-Gimmel)

 

Bürgermeister

 

1935

Erich Liebehentschel

 

1941

Paul Röhricht, vertretungsweise


Amtsvorsteher / Stellvertreter

1935

Erich Liebehentschel, Uhrmacher, Gimmel / Otto Hätscher, Stellenbesitzer, Lendschütz

 

Lehrer


1931/1935

Martin Petzold, Hauptlehrer und Organist


1931

Fritz Becker

Elsa Sontag

 

1935

Max Wolff, 1935 auch Schiedsmann in Gimmel

Frl. Schroeter


Einwohner

 

Erich Liebehentschel, Uhrmacher, 1935 Amtsvorsteher Amt Gimmel

Ewald Wagner, Gasthofbesitzer, 1935 stellv. Standesbeamter Standesamt Gimmel

Anna Schönfelder, 1935 Hebamme

Dr. Walter Marzodko, 1935 prakt. Arzt, Sprechstunden 8-9.30 und 15-16 Uhr

 

1787 408 Ew.

1845 600 Ew.

1925 556 Ew.

1933 625 Ew.

1939 653 Ew.


Ein Kontogegenbuch der

Spar- und Darlehenskasse Gimmel




 

letzte Änderung: 03.05.2009