Die Dörfer im Kreis Guhrau


Heinzendorf

(1350 Hennigsdorf, 1945 Witoszyce)

(ev. Heinzendorf, kath. Kraschen, StA Kraschen, AG Guhrau, Amtsbezirk Kraschen, Hebammen-Niederlassungsbezirk Seitsch-Kraschen, Reichen-Birkendorf)


Alte und neue Ansichten von Heinzendorf


Kirchenbücher, die vor 1945 vorhanden waren


evangelisch


Taufen ab 1765

Trauungen ab 1765

Tote ab 1765

Konfirmanden ab 1826, (1836-1853 lückenhaft)

Beicht- u. Abendmahlsbücher 1776-1797, ab 1851


Duplikate beim Amtsgericht Guhrau


evangelisch


Taufen 1831-1874

Trauungen 1831-1874

Tote 1831-1874


Kirchenbücher, die nach 1945 vorhanden sind


Die Kirchenbücher wurden vom Pfarrer Hein mit nach Zobten, Kr. Löwenberg, genommen, wo sie mit den dortigen vernichtet wurden.


in polnischen staatlichen Archiven


keine


verfilmte Kirchenbücher bei LDS


keine


Chronik


1350

Die Burggrafen von Dohna besitzen Heinzendorf.


1636

Beschreibung des Schlosses im Urbarium vom 18.4.1636:

Adeliges Haus: Unten 2 lange Gewölbe und wieder ein Keller, darauf stehet an der Treppen hinauf eine wohlgebaute Stuben, daran eine Kammer, Küche und wiederum ein andern Gaden. Oben 2 Kammern ein Schütthöller, alles mit gemauertem Stark. Bald daran ein großer Pferdestall, ein Siedekammer, wiederum waren ein Roßstall oben auf ein zweifacher Schüttboden. Auf der andern Seite ein Pferdestall und ein großer Kuhstall, darin der Hofmann obenauf ein Schütthöller, dahinter ein angebauter Schuppen, die dritte Seite mit 3 Scheunen an der 4. Seite die Einfahrt und mit gemauerten Gaden, des Hofmanns Hausstuben, eine Kammer, mehr 2 Kammern, obenauf durch und durch Schütthöller. Am Hof ist das Röhrenwasser eingegangen, kann aber durch Ausbesserung und Erneuerung der Röhre wieder angesch... werden. Am Hause ein großer, vom Wies nützlicher Garten, darin ein wenig Bäume, daran das Schäferhaus, die Schäferei, ein lang Gebäude, ein Gärtlein dahinter ein großer Garten, davon gibt der Schäfer jährlich wegen der Grüserei 1 Rthlr. Beim kleinen Vorwerk befindet sich nur ein Hofhaus, gegebüber Wiesstallung und eine Scheune, sowie 2 Gärten


1654

Die Kirche wird den Evangelischen weggenommen.


1766

3.4. Baubeginn einer neuen evang. Kirche, Fertigstellung im gleichen Jahr.

10.11. erster Gottesdienst


1767

Das Schulhaus wird alt aufgesetzt.


1770

Das Herrenhaus brennt ab und wird neu errichtet.


1785

03.02.: Die halbe Hofseite brennt nieder.

 

1791

hier sind 1 evangelische Kirche, 1 Pfarrhaus, 1 Schule, 2 Vorwerke, 29 dienstbare Bauern, 9 Frey-, 7 Dreschgärtner, 12 Häusler, 4 Windmühlen, 21 andere Häuser, Summa 84 Feuerstellen.

Waldhäuser, sind 6 Freygärtnerstellen mit 30 Bewohnern, dem v. Borrwiz gehörig.


1840

Errichtung eines massiven zweistöckigen Schulhauses.


1845

95 Häuser, 2 herrsch. Vorwerke, 1 ev. Pfarrkirche, 1766 den 3. April begonnen und noch 1766 vollendet, die Gemeinde hatte vagirt bis 1654, wo ihre evang. Kirche zu Kraschen den Katholiken überwiesen wurde, Pro on. eingepfarrt sind: Heinzendorf, Birkendorf, Friedrichsau, Kahlau, Kraschen, Logischen, Reichen, Stroppen und Tarpen, Pro act. die Evang. zu Braunau, Seifersdorf und Weschkau, 1 ev. Schule, 1 Lehrer, 1 Hilfslehrer, eingeschult Kahlau, Logischen und Stroppen, gastw. Braunau, Seifersdorf u. Weschkau, 700 Schafe, 357 Rinder, 4 Windmühlen, 1 Brauerei, 1 Brennerei, 1 Ziegelei, 9 Handwerker, 4 Händler, Hierzu: Waldhäuser, einige Possessionen, inkl. einer Försterei


1895

Rittergut, Pächter: Bernh. von Bernuth jr., Kgl. Domänenpächter, Inspektor: Graupe, Fläche 457 ha: 303 ha Acker, 126 ha Wiesen, 12,5 ha Holz, 7,5 ha Weiden, 8 ha Hof etc., Erdsteuer-Reinertrag 6090 M, Brennerei


1898

Rittergut, Inspektor: Paul Fischer, 1 Brenn.-Verw., 1 Förster, Fläche 457 ha: 303 ha Acker, 126 ha Wiesen, 12,5 ha Holz, 7,5 ha Weiden, 8 ha Hof etc., Erdsteuer-Reinertrag 6090 M, Brennerei, schles. Rotvieh


1909

Der Bezirksauschuß, Breslau, 30.1.1909:

Nachdem der Eisenbahnbau-Gesellschaft Becker & Co. G.m.b.H. in Berlin die Genehmigung zur Vornahme allgemeiner Vorarbeiten zum Bau einer Kleinbahn von Raudten über Köben-Guhrau nach Lissa erteilt worden ist, wird hiermit ... angeordnet, daß die Besitzer der beteiligten Gemarkungen, Handlungen, welche zur Vorbereitung des bezeichneten Unternehmens erforderlich sind, auf ihrem Grund und Boden geschehen lassen müssen. In Betracht kommen im Kreise Guhrau die Gemarkungen: Lübchen, Züchen, Irrsingen, Herrnlauersitz, Kittlau, Kl. Osten, Gr. Osten, Niebe, Neuguth, Alt Guhrau, Guhrau, Tschiläsen, Gleinig, Kahlau, Heinzendorf und Kraschen, im Kr. Steinau die Gemarkungen: u.a. Brödelwitz, Nistiz und Köben.“

Am 16.7.1909 wird ein Mietentschädigungs-Tarif für Volksschullehrer und Lehrerinnen festgesetzt:

Servisklasse IVd (Leiter von Schulen mit 6 oder mehr aufsteigenden Klassen 200 M jährlich, andere Schulleiter und Lehrer 160 M jährlich, Lehrerinnen 110 M jährlich)

Der Schule in Heinzendorf werden 20 M zur Anschaffung von Jugendschriften für die Schülerbibliothek geschenkt.


1910

Das 1770 in barockem Stil erbaute Gutshaus wurde 1910 an- und umgebaut. Es hatte auf ca. 500 qm Wohnfläche 29 zentralbeheizte Zimmer und 21 weitere Räume, drei Bäder und sechs WCs. Besonders eindrucksvoll waren die große Eingangshalle und die Gesellschaftsräume. Der Park war klein, aber gepflegt; eine doppelte Lindenallee umgab an drei Seiten das Haus. An den Gutshof grenzte eine 2,5 Morgen große Obst- und Gemüsegärtnerei.


1915

Dem Kreisschulinspektor Pastor prim. Roth in Guhrau wurde bis auf weiteres vertretungsweise die Ortsaufsicht über die evangelischen Schulen in Heinzendorf, Kraschen und Birkendorf übertragen.


1920

Die Guhrauer Torfwerke werden in Heinzendorf errichtet.


1930

Der Sitz des Standesamts Kraschen befindet sich in Heinzendorf.


Die Kirche wurde abgerissen.


Evang. Geistliche

 

Christoph Techii

 

Melchior Teißner


1765-1777

Christian Balthasar Gerlach


1777-1791

Reinhard Friedrich Nobis


1791-1799

Christian Baier


1799-1831

Johann Ephraim Tschepke


1832-1853

Julius Rudolf Eduard Kunitz


1853-1860

Friedrich Wilhelm Theodor Kleinert (geb. 14.9.1821, gest. 4.11.1860)


1861-1882

Dr. Robert Gruber


1882-1886

Vakanz


1886-1887

Hugo Krüger


1887-1915

Hermann Geisler


1915-1930

Rudolf Schäfer


1933-1940

Heinrich Möller


1940-1945

Günther Hein, Sohn von Otto Hein, Pfarrer in Sandewalde


evang. Lehrer


1745/46-(1765)

Samuel Christoph, aus Rawitsch


1767

Gottlieb Tiedel


-1914

Riediger

dann an der städt. Volksschule in Liegnitz

 

1926/27

Schreyer

 

1935

Müller

Hahn


Besitzer


bis 15.4.1569

Burggraf Valentin von Dohna


1569-1588

Hans von Kreckwitz, Hauptmann von Guhrau


1588-1615

Kaspar von Kreckwitz, + 1615, Sohn von Hans v. Kreckwitz


1615-1628

Söhne von Kaspar v. Kreckwitz als Erbengemeinschaft


1628-1635

Johann Sigismund von Kreckwitz, + 1635 als schwedischer Rittmeister


Konfiskation durch Kaiser Ferdinand II.

Pächter/ Verwalter:

Hieronymus Graf von Montecuccoli

nach seinem Tod seine Frau Barbara Gräfin von Montecuccoli, geb. Gräfin von Corcin

Raimund Graf von Montecuccoli, Generalwachtmeister, Vetter von Hieronymus v. Montecuccoli

in Besitznahme durch die Schweden, Rückgabe an Barbara Juliane von Kreckwitz, geb. von Rauschendorf, Witwe von Johann Sigismund von Kreckwitz


-1712

Gustav Sigmund von Kreckwitz, Sohn von Johan Sigismund von Kreckwitz, + 1712


1712-1722

Ernst Siegmund von Kreckwitz, + 1725


1722-1727

Georg Ernst von Kreckwitz, + 5.9.1727


1727-1764

Ernst Gottlob von Kreckwitz, + 1764


1764-1765

Eva Charlotte von Kreckwitz, geb. von Littwitz, 2. Frau von Ernst Gottlob v. Kreckwitz


1766-1767

Elisabeth Helene Henriette von Borwitz, Stieftochter von Eva Charlotte von Kreckwitz


1767-1783

Ernst Christoph von Dvheingshofen, Major, Schwiegersohn von Elisabeth Helene Henriette von Borwitz, + 1783


1783-1784

seine Kinder als Erben


1784-1787

von Borwitz


1787-1817

Dr. med. Wilhelm Gottlob Gerber, poln. Hofrat, + 1817 (40 000 Rtlr.)


1817-1855

Constantin Benjamin von Gerber, Hauptmann, sein Sohn, + 1855

 

1855

Lieutenant von Gorzkowsky


1855-(1857)

Hedwig Iseazhile von Gorezkowska, seine 3. Tochter


-1877

Martha von Gromadzinski, ihre Tochter


1877-1879

Mayoll


29.3.1879-1895

Bernhard von Bernuth auf Borowo, Kr. Kosten


1895-1942

Bernhard von Bernuth, + 1942, Sohn von Bernhard von Bernuth auf Borowo


1942-1945

Bernhard von Bernuth, Sohn des Vorbesitzers Bernhard von Bernuth

 

Bürgermeister

 

1935/1941

Emil Michel


Einwohnerzahlen


1791 469 Ew.

1845 682 Ew.

1919 598 Ew.

1925 563 Ew.

1933 553 Ew.

1939 584 Ew.


letzte Änderung: 08.10.2009