Die Dörfer im Kreis Guhrau



Nechlau

(1945 Niechlów)

(ev. 1845 Schlichtingsheim, Kr. Fraustadt, Schüttlau, kath. Seitsch, StA Schüttlau, AG Guhrau, Amtsbezirk Schüttlau, Hebammen-Niederlassungsbezirk Konradswaldau-Kahrau)



Chronik



1791

daselbst giebt es 1 herrschaftliches Schloß, 1 Vorwerk, 2 Dienstbauern, 6 Frey-, 8 Dreschgärtner, 1 Häusler, 4 andere Häuser überhaupt 25 Feuerstellen.



1832

Bau der Schule



1845

39 Häuser, 1 herrsch. Vorwerk, 1 ev. Nebenschule vom Lehrer aus Nieder-Schüttlau besorgt, eingeschult Hockenau und Hundspaß, 700 Schafe, 175 Rinder, 1 Windmühle, 1 Schuhmacher, 1 Korbmacher, 4 Höker



1894

Rittergut, Nutznießer: Max Freiherr von Schlichting auf Wilkau, Kr. Glogau, Inspektor: J. Siebenhaar, Fläche usw. wie 1898



1898

Rittergut: Pächter: Strube, Rittmstr. in Sallschütz, Insp.: Hoffmann, 1 Förster, Fläche 481 ha: 209 ha Acker, 83 ha Wiesen, 166 ha Holz, 6 ha Wasser, 17 ha Hof, Erdsteuer-Reinertrag 4872 M, Oldenburger Rindviehherde eigener Aufzucht



1909

Aus dem Gutsbezirk Nechlau werden einige zur Bahnhofsanlage Nechlau gehörigen Parzellen mit einer Gesamtfläche von 5 ha 43 a 50qm in den Gemeindebezirk Nechlau verlegt.



1922

Die Stärkefabrik wurde vom Zentralwerk in Frankfurt/Oder übernommen.



1930

Der Sitz des Standesamts Schüttlau befindet sich in Nechlau.





Besitzer



1556

Kaspar von Kreckwitz

 

1791

General Baron von Schlichting



1845

Freiherr von Schlichting



1857

Karl Frhr. v. Schlichting, Mitgl. des Herrenh.



1894

Rud. Freiherr von Schlichting, Majoratsherr auf Gurschen (Posen)



1898

Maximilian Freiherr von Schlichting und Bukowiec, Majoratsherr auf Gurschen (Posen)

 

1935

Schlesische Bodenkredit-Aktienbank Breslau

 

Lehrer

1915/1935

Adolf Lepach

 

Bürgermeister

 

1935/1941

Reinhold Fengler

Freistellenbesitzer, 1935 stellv. Standesbeamter Standesamt Schüttlau



Über die Stärkefabrik Nechlau

(aus „Gemeinsamkeiten und Unterschiede im Nachkriegs-Schicksal Fraustadts und Guhraus“ von Ursula Stewien, Thorn, 1940)





... Daneben besteht eine große gewerbliche Stärkefabrik in Nechlau, die 1922 vom Zentralwerk in Frankfurt (Oder) übernommen wurde, da sie durch Verlust des größten Teils ihres alten Bezugsgebietes um Lissa, auch nicht mehr lebensfähig war. Mit dieser Übernahme beschränkte Nechlau seine Produktion auf Herstellung von Feuchtstärke , die je nach Bedarf des Frankfurter Werkes dorthin versandt wird und auf Kartoffelmehl aus den frei zur Verfügung stehenden Mengen. Die tägliche Verarbeitung beträgt 8000 Zentner Kartoffeln in 24 Stunden, die aus den Kreisen Guhrau, Fraustadt, Glogau, Steinau, Wohlau, aber durch größeren Bedarf und schlechten Ernteausfall 1934/36 auch aus der Umgebung von Breslau, Öls, aus Oberschlesien und z.T aus dem Ausland, Ungarn und Rumänien, unmittelbar vom Landwirt oder durch Verteiler aufgekauft werden. Das Kontingent der Fabrik entspricht seiner Leistungsfähigkeit von 1 Million Zentner. Die Kampagne dauert durchschnittlich von Anfang September bis Weihnachten, bei voller Ausnutzung tritt noch eine Frühjahrskampagne mit achtstündiger Arbeitszeit hinzu, wodurch die 100 Arbeitskräfte, die während der Kampagne zusätzlich zu den 50 Stammarbeitern aufgenommen werden, noch über die Krisenzeiten der Frostmonate hinaus beschäftigt werden können. Es kommen vorwiegend Saisonarbeiter aus den benachbarten Dörfern der Kreise Guhrau und Fraustadt und aus Schlichtingsheim zur Arbeit ins Werk. Der Stärkefabrik ist noch eine Flockerei und eine Flachsröste angeschlossen, die von 1924-1933 außer Betrieb war, seitdem aber ihre Verarbeitung mit verstärktem Flachsanbau im Kreis ständig steigerte und 1937 mit 10% gleich der Flockerei am Gesamtumsatz, von dem 80% auf die Stärkefabrik fielen, beteiligt war. Die Nähe des größeren Werkes in Glogau, das in der Kampagne bis zu 300 Personen beschäftigt, wirkt trotz günstigerer Verkehrslage nicht lähmend auf die Nechlauer Fabrik, , da schon vor der Kontingentierung eine friedliche Abgrenzung der Einzugsgebiete derart erfolgt war, daß Glogau sein Bezugsgebiet links der Oder ausdehnte und somit Nechlau die naheliegenden Gebiete rechts der Oder blieben und durch die Verflechtung der Nechlauer Fabrik mit dem Frankfurter Zentralwerk stets der Absatz von Feuchtstärke gesichert war.



1791 158 Ew.

1845 221 Ew.

1919 197 Ew.

1925 331 Ew.

1933 289 Ew.

1939 289 Ew.



letzte Änderung: 17.03.2010