Die Dörfer im Kreis Guhrau


Rayschen

(1845 Raischen, Raaschen gesprochen, 1945 Rajczyn)

(bis 31.12.1817 Kr. Guhrau, ab 1.1.1818 Kr. Wohlau)

(evang. Piskorsine (umben. Kirchlinden), Kr. Wohlau, 1935 Gut -> Gimmel, 1939 Wischütz, kath. Winzig, Kr. Wohlau, StA Rayschen, Amtsbezirk Lahse)


Chronik


1791

begreift unter sich 1 herrschafliches Schloß, 1 Vorwerk, 1 Schule, 12 Frey-, 8 Dreschgärtner, 1 Häusler, Summa 28 Feuerstellen


1819

Mai: Das Dominium und die Gemeinde zu Rayschen haben in Erwähnung des geringen Dienst-Einkommens des dortigen evang. Schullehrers die Emolumente desselben, und zwar ersteres um 32 Rthlr. 2 Sgr 6 D, letztere aber um 11 Rthlr 17 Sgr 6 D Nom-Münze aus freien Antrieb verbessert.


1845

31 Häuser, 1 herrsch. Schloß und Vorwerk, 1 evang. Schule, 1 Lehrer, der Nebenschule in Schmögerle hält, 450 Schafe, 1 Windmühle, 1 Brauerei, 3 Handwerker, 1 Krämer


1883

Die Freistellenbesitzer Hermann Giersch I. und Hermann Giersch II. in Rayschen erwerben eine Parzelle von 2 ha und die Stellenbesitzer August Pohl aus Rayschen und Heinrich Mätze aus Schmögerle eine weitere von 2,2 ha Größe aus dem aufgelösten Schutzbezirk Bautke der Oberförsterei Schöneiche.


1894

Rittergut, Fläche 274 ha: 168 ha Acker, 68 ha Wiesen, 35 ha Holz, 1 ha Wasser, 2 ha Hof, Erdsteuer-Reinertrag 5188 M


1909

Am 16.7.1909 wird ein Mietentschädigungs-Tarif für Volksschullehrer und Lehrerinnen festgesetzt:

Servisklasse IVd (Leiter von Schulen mit 6 oder mehr aufsteigenden Klassen 200 M jährlich, andere Schulleiter und Lehrer 160 M jährlich, Lehrerinnen 110 M jährlich)

Die Chausseestrecke Rayschen-Schmögerle ist als Weg I. Ordnung ausgebaut und als Kunststraße staatlich anerkannt.

Der Lehrerin Gertrud Radeke zu Rayschen ist die Genehmigung zur Annahme von Hauslehrerinnen- und Erzieherinnenstellen erteilt worden.


1915

Dem Pastor Reymann in Piskorsine wird vertretungsweise die Ortsaufsicht über die evang. Schulen in Gimmel, Alt-Neu-Heidau, Wischütz, Rayschen und Bautke übertragen.


1928

Im Oktober 1928 besuchte Dr. Czaijka-Steinau die bekannte Steingrube und fand an ihrem Rande einige größere Scherben und mehrere Stücke Leichenbrand, die von einem offenbar zerstörten Grabe stammen; sie wurden dem Breslauer Schlesischen Museum für Kunstgewerbe und Altertümer eingeliefert, ließen sich jedoch nicht mehr zusammensetzen. ... Im November 1928 untersuchte Museumsleiter Groß-Wohlau erneut die Fundstelle. Es war gerade das Profil einer dunklen Grube in der Sandgrubenwand erkennbar, das sich als eine Brandgrube von etwa 60 cm Breite und 40 cm Tiefe erwies. Der Inhalt bestand aus holzkohlehaltiger Erde, in der einige Scherben, sowie Leichenbrandstücke lagen. Den Abschluß der Grube bildete ein Stein, hinter dem eine auf einem flachen Stein stehende Urne nebst Deckschüssel zum Vorschein kam. Wie Gutsbesitzer Metze angab, hat er auf seinem südlich der Sandgrube gelegenen Acker schon früher mehrfach Steinsetzungen, Scherben und eisene Geräte (etwa 500 – 400 v. Chr.) beobachtet. Das zuletzt erwähnte Grab wurde dem Heimatmuseum Wohlau überlassen.


1931

Schulverband mit Schmögerle und Neuvorwerk. 59 Schüler in 1 Klasse.


1937

Rittergut, Wirtschaftsleiter Fritz Peukert, Fläche 206 ha, beteiligt an Genossenschafts-Brennerei m. Kartoffeltrocknung Rayschen, Dampfpflug-Genossenschaft Wohlau, Molkerei Gimmel, Rotb. Und schwarzbr. Ostfriesen (Herdbuch), Bullenaufzucht, Weidewirtschaft, starker Rüben- und Kartoffelbau


Besitzer


1640

Christoph Georg von Hacke auf Rayschen und Schmögerle erhält am 25.5.1640 das Bürgerrecht in Rawitsch


-1787

Major v. König


1787-

v. Fehrentheil auf Froeschen (30 000 Rtlr.)


1845

v. Falkenhain

 

1875

Moritz Sieber


1894

Benno Mudring


1937

Martin Halle in Gr. Ausker, Kr. Wohlau


Bürgermeister


1941/1944

Lobe(r)meier, Landwirt


Lehrer


1931

Herbert Arndt

Annemarie Baldrich


1791 152 Ew.

1845 208 Ew.

1925 174 Ew.

1933 160 Ew.

1937 159 Ew.

1939 165 Ew.


letzte Änderung: 18.12.2007