Das Problem des Gottfried Sorge aus Roniken


Im Jahre 1846 hatte der Freistellenbesitzer / Freigärtner Gottfried Sorge aus Roniken ein Problem. Er hatte vermutlich dem Wassermüller Anton Bothe Geld verliehen. Anton Bothe war verstorben. Daraufhin wurde von Gottfried Sorge am 8.3.1846 über das Gerichtsamt der Gr. Tschirnauer Stiftsgüter versucht, bei den Erben eine Quittung zu erlangen. Das um Hilfe gebetene Königliche Land- und Stadtgericht Canth teilte jedoch am 30.3.1846 mit, daß es sich nicht damit befassen kann und der Gottfried Sorge sich selbst darum kümmern muß. Eine weitere Mitteilung vom 27.4.1846 des Canther Gerichts besagt, daß es nicht als Vormundschaftsgericht fungieren kann, da es keine minderjährigen Erben gäbe. Sollte die Erben es wünschen, kann es als Nachlassgericht aktiv werden. Diese Informationen wurden dann am 4.5.1846 vom Tschirnauer Gericht dem Gottfried Sorge mitgeteilt. Wie die Sache ausging, ist allerdings nicht bekannt...



An Eur. Gerichts Amt der Groß Ober Tschirnauer Stifts Güter z. H. des Herrn Justitiarii Hertel zu Tschirnau









Auf das in der Grundsache Nr. 11 von Roniken und gewordene geehrte Re-quisitionsschreiben vom 8t. März, erwi- dern wir Eurem Gerichts Amt ergebenst, daß sich das unterzeichnete Gericht nicht damit befassen kann , die Anton Botheschen Erben aufzusuchen, zur Legitimation und löschungsfähigen Quittung zu veranlassen, daß dies vielmehr Sache des Schuldners und Extrahenten der Quittung und Löschung sei, dieser die Erben zu ermitteln zur Legitimation und Quittungs leistung eventuell im Wege des Pro- zeßes zu veranlassen habe zu thun, daher auch dem Frei- gärtner Sorge zu Roniken anheim gestellt bleiben müsse.

Canth, den 20t. März 1846

Königliches Land und Stadtgericht



An Eur. Kgl. L. u. Stadt Gericht zu Canth

Ein ......... ....... wir in .....

S. Nr. 11 von Roniken auf Ihr

Schreiben v. 20. d. M. uns

baldigst gefällig Auskunft, ob ....

dasselbe die .......... Nach-

laß resp. Vormundschaft .......

............... 7/4 46 Sommer










Eurem Gerichts Amt erwidern wir auf das in der Grundsache Nr. 11 von Roniken zugan- gene gefällige Schreiben vom 6. April , daß wir zwar nicht Vormundschaftsbehörde des verstor- benen Wassermüllers Anton Bothe sind, da er keine minorennen Erben hinterlassen, wohl aber Nachlaßbehörde sein werden, wenn auf gericht- liche Regulierung des Nachlasses von Seiten der Erben angetragen werden sollte.

Canth, den 19. April 1846

Königliches Land und Stadtgericht



1. ... Antworten v. 20. März u. 19. April. ... Besitz zu ..............

...................................... Gerichts Quittungen selbst zu sorgen.

2. Kosten zu liquidiren

Tsch. 4. Mai 1846

Hertel

An den Freisteller Gottfried Sorge

zu Roniken