Die Dörfer im Kreis Guhrau


Sandewalde

(1155 Sandouil, 1202 Zudovel und Sandoval, 1203 Zandouel, 1218 Zandovel, 1244 Zandovel, 1945 Sadowel)

(1787 Kr. Herrnstadt, bis 31.12.1817 Kr. Wohlau)

(Dorf, Gemeinde Tschistey, 1941 Gemeinde)


Kirchenbücher, die vor 1945 vorhanden waren


evangelisch


Taufen ab 1672 (bis 1759 lückenhaft)

Trauungen 1686-1732 lückenhaft, ab 1734

Tote ab 1686 (1795 lückenhaft)

Konfirmanden ab 1832

Beicht- u. Abendmahlsbücher 1686-1759, 1764/65


Duplikate beim Landgericht Glogau


evangelisch


Taufen 1837, 1839-1874

Trauungen 1837, 1839-1874

Tote 1839-1874


Kirchenbücher, die nach 1945 vorhanden sind


in polnischen staatlichen Archiven


keine


verfilmte Kirchenbücher bei LDS


keine


Chronik


1155

Wird als Kastellanei in der Bulle des Papstes Adrian IV. genannt.


1251

Die ältere Burg ist wahrscheinlich von Herzog Konrad I. zerstört worden.


1290

Verlegung des Sitzes des Kastellans nach Herrnstadt.


1293

Hierher wurde Herzog Heinrich V. oder der Dicke gebracht, als denselben im Jahr 1293 den 9. Oct. Herzog Konrad II. von Glogau durch einen Edelmann Pakoslaus in der Badstube zu Liegnitz gefangen nehmen ließ.


1307

Die Pfarrei kommt zum 10. Kanonikat des Glogauer Kollegiatstifts.


1310

Das Dorf entrichtet den Geldzehnt an den Bischof.


1319

Im Krieg gegen Konrad I. von Oels erobert Boleslaus III. von Brieg u.a. die Burg Sandewalde.


1323

Im Friedensvertrag vom 10.8.1323 zwischen Konrad I. von Oels und Boleslaus III. von Brieg tritt letzterer u.a. die Burg Sandewalde an ersteren ab.


1329

Sandewalde erscheint in der Urkunde vom 6.5.1329, durch welche Konrad I. von Oels sein Fürstentum von König Johann von Böhmen zum Lehen nimmt.


1671

Die Dorfgemeinden Saborwitz, Porlewitz, Geischen,Zechen, Groß- und Klein-Räudchen und die Dominien auf dem Herzoglichen Hause zu Wohlau schließen vor dem Amtmann Siegmund von Nostitz mit dem Ritter v. Haugwitz, der als Besitzer von Tschistey Patron der Sandewalder Kirche war, einen Vergleich, worin sie ausdrücklich anerkennen, daß sie sämtlich nach Sandewalde eingepfarrt seien, obwohl sie sich schon seit undenklichen Jahren anderer Kirchen als Gäste bedienen.


1787

Gegenwärtig bestehet es aus 1 evangelischen Kirche, 1 Pfarrhaus, 1 Schule, 9 Häuslern.

Von September bis Dezember starben 36 Kinder an den Blattern.


1821

Neubau der Kirche


1822

1.1. Einweihung der evang. Kirche nach 9 Monaten Bauzeit.

Des Königl. Preuß. Wirklich Geheimen Staats- und Justiz-Ministers Herrn v. Kircheisen Excellenz, haben der Kirche zu Sandewalde, Guhrauschen Kreises, mehrere Altargeräte, nehmlich ein Crucifix, zwei Altarleuchter, eine Oblaten-Schachtel, einen Teller und einen Kelch von Gußeisen zum Geschenk gemacht, und darüber eine besondere Schenkungs-Urkunde ausgestellt.“


1845

10 Häuser, 1 herrsch. Vorwerk, 1 ev. Pfarrkirche, gegründet bald nach Einführung des Christentums in Schlesien, evang. wohl schon seit dem 16. Jahrhundert. Leider sind die Auskunft gebenden Kirchenbücher im 7jährigen Krieg verbrannt und nur noch Blätter von 1680 vorhanden. 1821 wurde die neue Kirche erbaut, bei welcher Gelegenheit sich folgende früher hierher gehörende Dominien und Gemeinden ablösten:Saborwitz, Porlewitz, Zechen, Gr. Räudchen und Gemeinde Kl. Räudchen, das Dominium Kl. Räudchen ist jedoch nicht abgelöst, 1 Wiedmuth, eingepfarrt pro on. Sandewalde, Hochbeltsch, Schätz, Schlaube mit Gewehrsewitz, Tschistey, Gr. u. Kl. Wiersewitz mit Neu-Wiersewitz und Heidevorwerk, Graben nur mit ¼ Last, 1 ev. Schule, 1 Lehrer, 1 Hilfslehrer, welche abwechselnd Nebenschule in Hochbeltsch halten, eingeschult: Tschistey und Gr. Wiersewitz, 180 Rtl. Stiftung der Herren v. Schollendorf haften auf dem Dominio Tschistey zu 6 pr. C., die dem Lehrer zukommen, 5 Handwerker, 1 Krämer, 1 Wirtshaus. Von der Burg Sandewalde, die Herzog Heinrich V. von Breslau, infolge seiner Entführung aus Breslau durch Lutko v. Habedank und der sehr harten Einkerkerung, die er in Glogau erduldete, seiner Auslösung wegen, unter vielen anderen Besitztümern an den Herzog Heinrich III. von Glogau 1294 abtrat und welche damals zu den Kreuzburgen oder Kastellaneien Schlesiens gehörte, ist jetzt keine Spur mehr vorhanden.


1909

Am 16.7.1909 wird ein Mietentschädigungs-Tarif für Volksschullehrer und Lehrerinnen festgesetzt:

Servisklasse IVd (Leiter von Schulen mit 6 oder mehr aufsteigenden Klassen 200 M jährlich, andere Schulleiter und Lehrer 160 M jährlich, Lehrerinnen 110 M jährlich)


Namen der Kastellane


1202-1208

Chanstobor oder Chastobor


1223

Graf Pribislaw


1228 u. 1230

Moyco oder Graf Moycho


1241

Graf Leonhard (Stosch)


1243/44

Gebhard oder Gebehard


1244

Zbilut


1251 u. 1253

Scosso oder Graf Stosso (Stosch), Peter Stoschowitz


1253

Gebhard


1257 u. 1259

Graf Peter


1260

Graf Nikolaus


1265

Dirzizlaus, herzogl. Baron und Ritter


1279

Ritter Ozizlaus


1283

Nycholaus Grimzlawiz


1288 u. 1290

Budivoy Copassin (Busivoy Copastinus)


Kath. Geistliche


1260

Otto


1399

Heinrich Patindorf, gleichzeitig Erzpriester des Archipresbyterats Guhrau


Evang. Geistliche


um 1590

Michael Spigelius


um 1604

Melchior Wiesner


1617-1626/1640

Martin Harresius (erhält am 27.7.1640 Bürgerrecht in Rawitsch)


1652-1658

Samuel Schelwig vorher Guhrau


1658-1685

Johann Gottfried Holfeld


1686-1690

Magister Christian Friemel


1690-(1701)

Magister Andreas Schüller


1726-1744

Johann Gottfried Adami


1744-1758

Wolf Abraham Gerhard


1758-1799

Heinrich Gottlob Eschert


1799-1817

Heinrich Gottfried Eschert


1818-1832

Carl Theodor Fischer


1832-1872

Friedrich Wilhelm Stürmer


1872-1883

Karl Paul Gotthard Opitz


1884-1909

Karl Wilhelm Stürmer


1910-1945

Otto Hugo Friedrich Hein (aus dem Leben geschieden 23.4.1945, Vater von Günter Hein, Pfarrer in Heinzendorf)


Besitzer

 

Georg von Haugwitz

 

um 1700

 Heinrich Wilhelm Freiherr von Haugwitz


(1787)-1789

Kriegsrat von Fischer


1789-

Carl Wilhelm Immanuel von Fischer, Sohn des Vorbesitzers


1845

kgl. preuß. Major a.D. von Niebelschütz sen.


Bürgermeister

 

1941

Hugo Runschke

 

Gefallene des 1. Weltkrieges


Gedenkstein in Sandewalde, 2006


Kurt Gäbel, gef. 08.10.1914

Konrad Dietrich, vermißt 15.03.1915

Martin Stürmer, gef. 12.09.1915

Alfred Birnbaum, gef. 13.07.1916


1787 60 Ew.

1845 73 Ew.

1867 52 Ew.

1933 42 Ew.

1939 225 Ew.


letzte Änderung: 10.04.2008