Die Dörfer im Kreis Guhrau


Seitsch

(1213 Sychem, 1945 Siciny)

(ev. Schüttlau, kath. Seitsch, StA Seitsch, AG Guhrau, Amtsbezirk Seitsch, Hebammen-Niederlassungsbezirk Seitsch-Kraschen, Reichen-Birkendorf)

 

 

aus "Topographia deu Compendium Silesiae Pars V continet Principatos Glogaviensem Saganensem" von F.B.Wennher, um 1780

 
     


 

Kapelle, erbaut 1912, Foto 2004

 


  

 

  
 

1915

1900

1915

 
  

 

  
 aus dem Atelier Robert Hartmann, Seitsch: 
     
 

Papst Pius X.

 
     
 

 


Kirchenbücher, die vor 1945 vorhanden sind


katholisch St. Martin


Taufen 1655-1660, 1662-1679, ab 1689

Trauungen 1649-1655, ab 1683

Tote 1649-1661, 1671-1677, ab 1683


Duplikate beim Amtsgericht Guhrau


katholisch St. Martin


Taufen 1821-1874, es fehlen 1843-1848

Trauungen 1821-1874, es fehlen 1843-1848

Tote 1821-1874, es fehlen 1843-1848


Kirchenbücher, die nach 1945 vorhanden sind


in polnischen staatlichen Archiven


keine


Archiwum Archidiecezjalne we Wroclawiu (ehem. kath. Zentralarchiv)

ul. Kanonia 12

PL 50-328 Wroclaw


Taufen 1655-1682, 1689-1742, 1748-1794, 1806-1842, 1856-1905

Trauungen 1649-1655, 1683-1764, 1814-1875

Tote 1649-1661, 1669-1677, 1683-1764


verfilmte Kirchenbücher bei LDS


Taufen 1655-1682, 1689-1742, 1748-1794, 1816-1842, 1856-1900

Trauungen 1649-1655, 1683-1764, 1814-1875

Tote 1649-1677, 1683-1764


Personenstandsregister, die nach 1945 vorhanden sind


Archiwum Panstwowe we Wroclawiu

ul. Pomorska 2

PL 50-215 Wroclaw


Tote 1913


verfilmte Personenstandsregister bei LDS


keine


Chronik


1155

Erwähnung als Sezesco im Päpstlichen Schutzbrief für das Bistum Breslau.


1286

Ein namentlich unbekannter Pfarrer wird in einer Urkunde als Zeuge aufgeführt.


1289

erste Erwähnung der Kirche


1309

Herzog Heinrich III. von Glogau schenkt dem Kloster Leubus letztwillig sein Gut Seitsch mit dem Patronat über die Kirche dort und frei von Steuern und Diensten, vorbehaltlich eines Zinses von 30 Mark.


1311

Die Söhne Heinrichs III. treten den 1309 vorbehaltenen Zins an das Kloster Leubus ab.


1326

Herzog Johann von Steinau bestätigt dem Kloster Leubus die Dörfer Seitsch, Braunau, Weschkau, Seiffersdorf und Langenau mit aller Herrschaft und dem obersten Gericht.


1349

Am 8. Juni zu Mainz erteilt der Kaiser Karl IV. dem Stift Leubus das Privileg, sein Gut Seitsch auf Zinsäcker nach deutschem Recht für die Bauern und Censiten anzulegen.


1350

Der Herzog befreit am 15. August zu Guhrau die Dörfer Weschkau, Braunau, Seiffersdorf und Seitsch von allen herzoglichen Abgaben und Steuern.


1637
Das Probsteigebäude brennt nieder.
 

1736

Beginn des Baues der neuen Kirche.10.04. Grundsteinlegung in Gegenwart des Leubuser Prälaten, Abt Constantin.

 

1737

Das Probsteigebäude brennt nieder.

 

1740

Fertigstellung der Kirche


1776

6.7. feierliche Konsekration der Kirche.


1791

allhier ist eine unter das Stift Leubus gehörige Probstey und eines der größten Dörfer im Kreise, welches aus 1 katholische Mutterkirche, 1 Pfarrhaus, 1 Schule, 1 Hospital, 1 herrschaftliches Schloß, 1 Vorwerk, 1 Freygut, 27 Frey- und 39 Dreschgärtnern, 27 Häuslern, 7 Windmühlen, 33 anderen Häusern, zusammen 134 Feuerstellen bestehet, die von 733 Personen bewohnet werden und eben demselben Stift unterthan sind.


1810

Nach der Säkularisation des Klosterstifts Leubus erhält die preußische Prinzessin Henriette das Klostergut Seitsch als Morgengabe zu ihrer Vermählung mit dem späteren König der Niederlande.


1818

27.März: Der ehemalige Carmeliter Mathias Bösche in Seitsch hat in seinem nachgelassenem Testamente die Armen der zur Herrschaft Seitsch gehörigen Dörfer Seitsch, Braunau,  Seiffersdorf, Wäschkau, Langenau und Neudorff zu Universal-Erben seines Vermögens in der Art eingesetzt, daß aus seinem Nachlasse ein Capital gebildet, solches als sicher angelegt und die davon fallenden Zinsen unter die Armen der benannten Dörfer vertheilet werden sollen.


1819

In Seitsch wird eine Orts-Receptur zum Zahlen der Steuer errichtet.


1823

Oktober: Der am 22. April d.J. verstorbene Häusler Matheus Kothe aus Seiffersdorf hat in seinem am 26. Juny 1820 errichteten und am 14. May 1823 publicirten Testament die Armen in den 6 zur Herrschaft Seitsch gehörigen Dörfern Seitsch, Seiffersdorf, Braunau, Weschkau, Langenau und Neudorf zu Universal-Erben eingesetzt.


1845

134 Häuser, 1 herrsch. Vorwerk, 1 Freischoltissei, 1 kath. Pfarrkirche, ward 1309 vom Herzog Heinrich III. zu Glogau dem Stift Leubus geschenkt, mit diesem wurde die frühere Wiedmuth säkularisiert, seitdem Patron kgl. und fürstbischöflich, 1 Kaplan, eingepf. pro on. Seitsch, Braunau, Friedrichsau, Gaisbach, Hockenau, Konradswaldau, Langenau, Ob- u. Nieder-Lanken, Nahrten, Nechlau, Neudorf, Reichen, Ober- u. Niederschüttlau, Seifersdorf, Stroppen, Tarpen und Weschkau, 1 kath. Schule, 1 Lehrer, 1 Hilfslehrer angestellt 1833 den 25.11. für Klasse 3 und 1833 Bau des zweiten Schulhaus, eingeschult Tarpen, 15 Rtl. Legat auf Schulbücher für Arme, vom Pfarrer Steckel und Fechner, Schule vielleicht seit 1309, 1121 Schafe, 7 Windmühlen, 1 Ziegelei, 32 Handwerker, 3 Händler


1889

Renovierung der Kirche


1894/1898

Rittergut: Bevollm.: Kammerrat Pfaffe in Seitsch, 1 Insp., Fläche 2266 ha: 485 ha Acker, 893 ha Wiesen, 38 ha Weiden, 788 ha Holzungen, 62 ha Hofraum, Erdsteuer-Reinertrag 20718 M, Ziegelei

 

1904
Im Bau befindet sich ein Arbeiterfamilienhaus des Bauherrn Fürst Wiedsche Verwaltung. Ausführender ist Baumeister P. Neumann aus Guhrau.


1909

Am 16.7.1909 wird ein Mietentschädigungs-Tarif für Volksschullehrer und Lehrerinnen festgesetzt:

Servisklasse IVd (Leiter von Schulen mit 6 oder mehr aufsteigenden Klassen 200 M jährlich, andere Schulleiter und Lehrer 160 M jährlich, Lehrerinnen 110 M jährlich)


1912

Die Kaplanstelle wird wieder besetzt.

Bau der Kapelle


1942

Im Sommer werden Pfarrer Kornaczewski und Kaplan Graupe für 3 Wochen von der Gestapo unter der Anschuldigung verhaftet, französischen Kriegsgefangenen die heilige Kommunion gespendet zu haben.


1945

21.1. letzter Gottesdienst.

22.1. Flucht der Dorfbewohner, Zielort war Braunau, Kr. Lüben

Schäden im Dorf: Das Dorf war ausgeplündert, das Pfarrhaus stand leer, 17 Gehöfte waren abgebrannt (u.a. das Schwesternhaus, die alte Schule, die Krebsche Schmiede, das Weißsche Haus, das neue Laube-Haus)


Katholische Geistliche


1286

ein Pfarrer genannt


1289

Pfarrer Jakob


1670

ein Pater aus dem Kloster Leubus


1679

Christian Kretschmer


seit 1684

Edmunt Klemt


1687

Heinrich Friese


1736

Wilhelm Steiner


1748

Florentinus Villicus


1753

Petrus Scheffler


1786

Sigismund Krause


nach 1810

Fortunat von Hym und Leopold Steckel, beide früher Conventual des Grüßauer Zisterzienserstifts


1864

Pfarrer Urban, Kaplan Kerseck


Silvester Lange


1876

Pohl, später Laßwitz


Wischel


1889-1907

Martin Hemmer, bis 1946 Schmottseifen, Kr. Löwenberg, dann in der Rheinpfalz


1907-1945

Anton Kornaczewski (* in Sagan, 1901-1907 in Albensdorf, Kr. Landshut, + vor 1962)


Kath. Lehrer


1822-

Fr. Bartsch, vorher Schul-Rector in Köben

 

1935

August Friedrich

Tietze


Besitzer


1309-1810

Kloster Leubus


1809-(1875)

Prinz Friedrich der Niederlande, sonst Stift Leubus


1894/1898

Ihre Kgl. Hoheit Marie Fürstin zu Wied, Prinzessin der Niederlande, zu Neuwied (Rhein)

 

1935

Ludwig Gilka-Bötzow

 

Bürgermeister

1935/1941

Heinrich Röcker


Amtsvorsteher / Stellvertreter

1935

Friedrich Mayer, Lehrer, Lanken / Liebelt, Bauer, Lanken

 

1791 733 Ew.

1845 841 Ew.

1919 892 Ew.

1925 907 Ew.

1933 853 Ew.

1939 859 Ew.


letzte Änderung: 19.09.2009