Guhrau – Die Chronik



Die österreichische Zeit (1526-1741)



1526

In Guhrau soll ein evangelischer Diakon gepredigt haben.

Die Stadt kommt mit Böhmen an Habsburg.


1528

Einzug der Reformation, da die evang. Burggrafen von Dohna das Patronat über Guhrau hatten. Bis 1628 war die Katharinenkirche in evangelischem Besitz. Bischof Johann von Breslau entzieht dem Burggrafen Abraham Dohna das Patronatsrecht, weil er es zum Nachteil der Kirche ausgeübt habe. Es entwickelt sich aus diesen Verhältnissen ein langjähriger Patronatsstreit, der schließlich am Ende des 17. Jahrhunderts zu einem Vergleich zwischen dem Burggrafen Karl Hannibal von Dohna und dem Rat zu Guhrau führte, wonach diese Parteien in Zukunft das Patronats- und Präsentationsrecht abwechselnd ausübten. Nach dem Aussterben der Dohnaschen Familie ist dem Magistrat das alleinige Patronats- und Präsentationsrecht über die katholische Pfarrkirche zugestanden worden, das er auch heute noch ausübt.

In Guhrau gibt es zwei evangelische Geistliche.


1534

Markus Giersdorf tritt die Patronats- und Präsentationsrechte zweier Altäre beim Nikolaus-Hospital und bei der Pfarrkirche an die Stadt Guhrau zu einer Stiftung ab. Urkunde ausgestellt in Neiße am 7. Mai 1534.


1535

Im Guhrauer Weichbild sollen sich bis zu 600 Wiedertäufer versammelt haben.


1537

Bestätigung der Stadtrechte durch Ferdinand I.


1547

In einem Verzeichnis von 1547 werden die beiden Deputirten der „Städte Guhrau und Rützen“ unter den Beisitzern des Zaudengerichts für diesen Bezirk aufgeführt.


1549

Die Zunft der Hutmacher wird mit einer Handwerksordnung versehen.


1558

Der Rat besteht aus 12 Personen: Bürgermeister, 7 Ratmänner, 4 Handwerksmeister.

4. August neue Schulordnung.


1559

Seit 1559 sind 3 Geistliche an der Katharinenkirche.

Der Rat beschließt eine Kirchenordnung.


1560

Die Innung der Mauer soll ihre Willkür erhalten haben.


1561

Zur Ratswahl erhalten neben den 4 „guldenen“ Zünften (Tuchmacher, Fleischer, Schuhmacher, Bäcker) auch die Zünfte der Schneider und Kürschner Stimmrecht.


1567

Bestätigung der Stadtrechte durch Kaiser Maximilian II.


1571
Die Bäckerzeche erwarb von Hans Sparmann seine Mühlen und weiteren Grundbesitz in Kainzen.

 

1577

Bestätigung der Stadtrechte durch Kaiser Rudolf II.


1581

Der Übungsraum für die Büchsenschützen der Schützengilde war der Graben links vom Glogauer Tor.

Älteste Überlieferung einer Ordnung der Schützengilde.


1586

Die Guhrauer Riemer gehörten zur Oberzeche nach Glogau.

Die Tuchmacher beschweren sich beim Kaiser, daß trotz seiner schon 1579 getroffenen Entscheidung der Zwist, ob die Tuchmacher ihre Waren direkt verkaufen dürfen, nun nochmals vor das Glogauer Manngericht gezogen werden solle.


1589

Der Rat beschloß, da die Tuchmacher in der Stadt sehr zunahmen und der vom Rat eingesetzte Handwerksmeister durch seine dienstlichen Obliegenheiten viel Zeit verlor, daß ihm die Tücher in der „Walkmühle“ ohne Entgelt gewalkt werden sollten.

Die Ordnung der Schützengilde wird geändert.


1590

Am 9. September 1590 wurde die Apotheke (Matthes Ritter) der Stadt Guhrau privilegiert.


1594

Die Innung der Riemer soll ihre Statuten erhalten haben.(Gründungsjahr)


1596

Schulden der Stadt: 14570 Taler.


1597

Der Rat bittet die Landstände des Guhrauer Kreises zur Erhaltung der Privilegien und zur Förderung des publici boni.

Bestätigung der Willkür der Zunft der Seiler.


1598

Einnahmen der Stadt: 5924 Taler.


1600

Die Schuhmacherinnung kauft die Lohmühle.


1601

Kaiser Rudolf II. verkauft das kaiserliche Kammergut an die Stadt. Urkunde ausgestellt in Prag am 27. März 1601. Für 19000 Taler und einen jährlichen Erbzins von 40 Talern kauft die Stadt:

- die Burg mit Mühlhof, Marstallschuppen und Zeughaus

- die Ober- u. Niedergerichte

- Hasenjagd und Weidwerk

- Rentgeschoß und Münzgeld, Salzmarkt, Stadtwaage u. Scherkammer

- Zoll- u. Brückengeld

- Fleischmarktzoll

- Städtegeld und Marktrecht

- Malz- u. Roßmühle

- Malzgroschen oder Zeichengeld

- Wald (Jagdrecht und das Recht, Holz zu entnehmen)

Nach der „Rudolpschen Instruktion“ haben die im Rat vertretenen Obermeister der Zünfte die Freiheit von Contribution und Einquartierung.

Ausbruch der Pest.


1604

Der Orgelbauer Jacobus Compenius zu Bernstadt hält sich in Guhrau auf, wo er einen Auftrag des Rats ausführt.


1605

Schulden der Stadt: 32084 Taler


1607

Ausbruch der Pest.


1608

Die Tuchmacherzunft kauft die Walkmühle in Suckau mit nötigem Zubehör.

Einnahmen der Stadt: 13775 Taler


1611

Bestätigung der Stadtrechte durch König Matthias II.


1612

Ausbruch der Pest.

Schulden der Stadt: 20399 Taler


1613

Die Stadt Guhrau verkauft wiederverkäufliche auf dem Dorfe Altguhrau haftende Zinsen an den Kaiserlichen Rat Nikolaus Tinzmann.


1615

Die Guhrauer Riemerzeche geriet mit sämtlichen Baderzechen des Fürstentums Glogau in Streit, weil der Riemermeister George Richter die Tochter eines Baders heiratete.


1616

Die Bauern der Stadtdörfer Altguhrau, Jästersheim, Gaisbach und Tschiläsen hatten sich zu beschweren über die Zunftmeister, die dort im Besitz einiger Ackerflächen waren.


1617

An der Pest sterben 1400 Einwohner.


1618-48 Dreißigjähriger Krieg


1619

Guhrau gibt sich im September 1619 eine Verteidigungsordnung. Sie wurde gleichlautend auch in den Städten Glogau, Sprottau, Grünberg, Schwiebus und Polkwitz eingeführt. Ob es Beziehungen zwischen diesen Städten dazu gab, ist nicht bekannt. Dazu wurde der Ausschuß des Zwanzigsten Mannes (die "Zwanziger", enspricht 5% aller Bürger) gebildet. Jeder Neubürger wurde zum Dienst verpflichtet. Ausgenommen waren nur der älteste Neubürger sowie aus gesundheitlichen Gründen Untaugliche.Verließ ein "Zwanziger" die Stadt oder verstarb, mußte die Stelle mit anderen Bürgern aufgefüllt werden. Dieser wurde erst wieder entlassen, wenn sich ein Neubürger fand. Die "Zwanziger" mußten sich eine Muskete mit Seitengewehr anschaffen. Um unbemittelte Neubürger mit einer Muskete auszurüsten, hielt die Stadt einen Vorrat an Gewehren. Im ersten Sommer mußte jeder "Zwanziger" auf seine Kosten wöchentlich bei den Schützen üben. Zum Anführer sollte jede Stadt einen erfahrenen Soldaten suchen, der auch die "Zwanziger" trainieren sollte. Als Entschädigung für eine Musterung gab es 15 Weißgroschen. Sollte es zu einem Aufgebot kommen, übernahmen Fürsten und Stände die Besoldung. Gaben die Städte hier einen Vorschuß, durften sie zusätzliche Steuern erheben. "Zwanziger"  durften sich durch einen Ersatzmann vertreten lassen.

Der Text der Ordnung kann hier nachgelesen werden.

 

1622

Bestätigung der Stadtrechte durch Kaiser Ferdinand II.

2 Dohnasche Kompanien zu Roß lagen 10 ½ Wochen in Guhrau.


1626

26. Juli Herzog Johann Ernst von Sachsen-Weimar und Graf Ernst von Mansfeld, der mit 20000 Mann in Schlesien eingezogen, plündern die Stadt. Sie waren auf dem Weg von Brandenburg nach Oberungarn und kamen aus Glogau (23.7.). Nächste Stationen waren Herrnstadt (28.7., von Sachsen-Weimar) und Winzig (von Mansfeld), dann Trachenberg.


1628

Das „Pechmannsche Volk“ war fast ein ¾ Jahr in Guhrau einquartiert. Dazu kamen 3 Durchzüge.

Die Lichtensteiner sind vom 2.11.1628 bis 17.1.1629 einquartiert. Die Lichtensteiner Dragoner, durch welche eine gewaltsame Rückbekehrung zum Katholismus erzwungen werden sollte, wurden auch nach Guhrau verlegt. Sie forderten die evangelischen Kirchen für den alten Glauben zurück, vertrieben die Prediger und quälten die evangelischen Bürger, bei denen sie in Quartier lagen, solange, bis diese zur katholischen Lehre wieder zurücktraten. Die Folge davon war eine gewaltige Abwanderung von Guhrauer Bürgern nach Nachbarstädten.

Am 23. Dezember erließ der Rat ein Statut folgenden Inhalts: Wer sich nicht zum katholischen Glauben bekennen will, hat die Stadt innerhalb von 6 Wochen zu verlassen.

Es wanderten über 4000 aus der 5000 Bewohner zählenden Stadt nach den polnischen Städten Lissa (hierher etwa 3000), Fraustadt, Bojanowo, Rawitsch, Reisen, Zduny, Jutroschin, Zaborowo, Schlichtingsheim, Meseritz, um den Lichtensteinern zu entgehen.


1629

Die Stadt konnte keine Steuern mehr erheben.


1631

Von 699 Häusern stehen 587 leer.

Vom 8.5. bis zum 19.9. liegt das Mörzinische Regiment in der Stadt.

Schulden der Stadt: 63000 Taler.


1632

Vom 13.1. bis 3.4. liegt das kaiserliche Regiment Korf in Guhrau, dabei brennen 32 Häuser und die Malzmühle samt Stockhaus ab.

Vom 4. August 1632 bis 27.Juli 1635 war Guhrau von sächsischen, schwedischen und brandenburgischen Truppen besetzt.

Der Magistrat flüchtet nach Fraustadt in Polen.


1633

Guhrau huldigt Wallenstein, der mit 40000 Mann in Schlesien stand und Glogau eroberte.


1639

Der schwedische General Stahlhantsch besetzt Ende des Jahres Guhrau.


1640

Anno 1640 war sie noch mit Schwedisch-Stahlhansischen besetzt.“


1642

Am 19. Mai wird Guhrau vom schwedischen General Torstenson gebrandschatzt.„Anno 1642 nahm sie der Käyserisch General / Her Franz Albrecht / Herzog von Sachsen / Lauenburg / auff Gnad / und Ungnad / ein / und stellete das Volk unter. Aber / nach de der Schwedisch Feld-Marschall Torstensohn Groß-Glogau erobert: so haben seine Leuth auch Guhra / nach de andern Sturm / wider einbekommen / und viel darinnen gehauset.“

Aber an. 1642 nachdem die Schweden Groß-Glogau erobert hatten, nahmen sie Gurau mit stürmender Hand ein, und tödeten Bürger und Soldaten.”


1650

Beschreibung in „Topographia Bohemia, Moraviae et Silesiae, das ist Beschreibung und eigentliche Abbildung der Vornehmsten und bekandtisten Stätte und Plätze in dem Königreich Boheim und einverleibten Landern Mähren und Schlesien“ von Matthaeum Merian zu Franckfurt 1650:

Guhr/Guhra/Guhrau – Dieser im Herzogthumb Groß Glogau / und 4. Meylen von der Haupt-Statt Glogau / an den Polnischen Gräntzen gelegener Statt Nam heisset auff Teutsch ein Berg. Dann sie auff einer Höhe stehet. Hat gegen Mitternacht etliche Heyden / mossechte / und kotechte Hecken / deren feuchte Dünste der Nord-Winde drückne und schärpffe erkühlen. Die Aecker umbher sind sandig / unnd steinicht / doch zimlich fruchtbar. Ist älter / als Freystatt / deren sie nicht viel ungleich ist / und möchte zun Zeiten Herzogs Henrici Barbati, so gern hierumb gejaget hat / auffkommen seyn; wiewol ihrer erst Anno 1309 in den Brieffen gedacht wird. Sie hat wegen der unvermögenden Glogauischen Fürsten / viel Herzen gehabt / unnd ist letzlichen unter die Herzogen von Teschen gekommen. Fraw Margaretha / geborne von Cilli / Uladislai Herzogs zu Teschen unnd Glogau Wittib / hat sie wider Herzog Hansens zu Sagan Gewalt / und Tyranney / in dem Gurischen Krieg / geschützet / ihr viel Freyheiten geben / und sie mit den Ober- und Nieder-Gerichten / in ihrem Revier / begnadet. Sie ist / nach besagte Krieg im Jahr 1480 geführet / in diesem Jahr allhie gestorben / unnd / zu Glogau / in die Thumbkirch / gelegt worden. Anno 1457 den 6. Herbstmonats / brandte diese Statt Guhra / sampt der Kirchen / ganz ab. Folgends / Anno 1478 die Nacht vor der Himmelfahrt / brandte sie / biß auff 40 Häuser / unnd die Kirchen / wider gar auß. Anno 1640 war sie noch mit Schwedisch-Stahlhansischen besetzt. Anno 1642 nahm sie der Käyserisch General / Her Franz Albrecht / Herzog von Sachsen / Lauenburg / auff Gnad / und Ungnad / ein / und stellete das Volk unter. Aber / nach de der Schwedisch Feld-Marschall Torstensohn Groß-Glogau erobert: so haben seine Leuth auch Guhra / nach de andern Sturm / wider einbekommen / und viel darinnen gehauset.


1653

Die Stadt erklärte in einer Urkunde, daß sie keine Steuern erheben und den Verpflichtungen gegenüber ihren Gläubigern nachkommen könne.

Dreijähriges Moratorium für die Stadt Guhrau durch Kaiser Ferdinand III.

Am 29. März 1653 schreiben Bürgermeister und Ratmannen von Guhrau dem Vikar im Glogauer Franziskanerkloster, P.Samuel Scheyrer, „ihrem hochzuverehrenden Freund“ einen Brief. Sie bitten, daß die Franziskaner wieder nach Guhrau kommen möchten. Ihr früheres Kloster in Kainzen sei zwar völlig zerstört; aber die Brüder könnten die Fronleichnamskapelle, die zur Katharinenkirche gehört, erhalten und dort ein Kloster bauen. Sie bitten den Glogauer Vikar,er möge dieses Anliegen dem Provinzial unterbreiten und unterstützen. Tatsächlich stellte der Provinzial Ägidius Tollein noch 1653 einen entsprechenden Antrag an die Stadt, doch ist aus dem Plan nichts geworden. Die Gründe des Scheiterns sind nicht bekannt.


1654

Aufbau der im 30jährigen Krieg zerstörten Walkmühle in Suckau.


1656

Die Pest wütete derartig, daß innerhalb von 8 Tagen beinahe alle Bäcker und Brauer gestorben waren. 1200 oder 1400 Personen sterben an der Pest.

Hexenprozess gegen den Totengräber Adam Henning und seiner Frau.

An. 1656 ward der Toden-Gräber, der mit ausgestreutem Gifft über 2400 Menschen getödet, hingerichtet, ihm Riemen ausgeschnitten, mit glüenden Zangen gezwickt, auf die Richtstadt geschlifft und zu Pulver verbrannt.”

An. 1656 nahmen die Gurer viele von denen Polen vertriebene Lissauer auf, welches ihnen aber von hoher Obrigkeit bald verboten wurde.”


1659

Anerkennung der dem Kaiser Leopold II. von der Stadt Guhrau dargebrachten Erbhuldigung und Bestätigung der Stadtrechte durch diesen.
Die Tuchmachergesellen lehnen sich gegen die Meister auf.


1665

Beschwerde des Rates, daß die Feuerordnung nicht genügend beachtet würde.


1667

Streit der Guhrauer Hutmachermeister mit der Glogauer Zunft als Oberzeche um die Wiedererrichtung einer eigenen Zunft in Guhrau.


1670

Der Glogauer Landeshauptmann geht gegen die Guhrauer Zaude an, da sie überflüssig und überlebt sei. Die Guhrauer Stände wehren sich.


1672

Der Getreidezins konnte nicht abgefahren werden.


1673

Bestätigung der Artikel des Mälzerhandwerks.


1674

Der Rat verbot auf dauerndes Drängen der Zunft den Polen den Besuch des freien, wöchentlichen Fleischmarktes.

Kaiser Leopold entscheidet, daß die Zaude weiterhin für alle erbeigenen Güter zuständig sein soll.


1675

Herausgabe einer neuen „Brau- u. Polizei-Ordnung“


1677

Der Rat wandte sich an die Zechen mit der Klage, daß sie sich nicht mehr um ihre Pflichten der Kirche gegenüber kümmerten.


1679

Kirchenvisitationsprotokoll.

Die Ordnung der Schützengilde wird geändert.


1680

Ausbruch der Pest.


1681

Bestätigung der Innungsartikel der Gemeinzeche zu Guhrau durch den Rat der Stadt.

Die Lade der Mauererinnung wird auf das Rathaus gebracht. Es war allgemein geübter Brauch, daß die Lade einer Innung, die sich auflösen mußte, auf dem Rathause untergebracht wurde

Wiederaufrichtung der Sattlerzeche in Guhrau. Bei der Loslösung von der Glogauer Hauptzeche kam es zu Streitigkeiten.


1683

Wegen der Türkengefahr müssen sich auch die Guhrauer zur Verteidigung rüsten. Dazu wurden 10 Landsknechte und 1 Dragoner geworben:

Am 30.10.1683 wurde ein Dankgottesdienst zum glücklichen Entsatz der Stadt Wien abgehalten.

Am 9.10.1683 wurde ein Dankfest für das glückliche Treffen bei Parkany begangen.


1684

in Guhrau 60 Tuchmachermeister

Zur Verteidigung gegen die Türken wurden geworben:


1685

In einer Ratssitzung in Guhrau am 14. Dezember wird über ein Gesuch der Müller um Errichtung einer Zunft verhandelt.


1686

Bestätigung der Zaude.


1687

Kirchenvisitationsprotokoll.


1688

Der Rat erläßt ein „Decret ahn die Meltzer Zeche“ wegen zu schlechten und dicken Bieres.

Die Zeche der Mauerer wird neu errichtet und die alten Wilküren werden in etwas abgeänderter Form neu bestätigt.


1689

Die Gemein-Zeche weigerte sich, die quatemberliche Seelenmesse halten zu lassen, weil der Pfarrer ihnen keinen Altar, wie sonst den Zechen in der Kirche, aufweisen könne und in ihren „Registern“ nichts davon geschrieben stehe.


1690

Der Rat erläßt ein Dekret an die Zünfte, daß sie 11 Mann als Soldaten für das kaiserliche Heer anzuwerben hatten.


1694

Die Zünfte mußten 7 Rekruten für das kaiserliche Heer stellen.


1700-1721 Nordischer Krieg


1700

Den Hutmachern wurden „auf embsiges Anhalten die Articel renoviret und confirmiret“ (Wiedererrichtung der Zunft der Hutmacher).


1702

Der Rat gestattet am 24.April den Müllern, zusammenzukommen und über die Zechordnung zu beraten.


1705

Die bei Punitz geschlagenen sächsischen Truppen kamen als Flüchtlinge nach Guhrau und baten um Brot und Nachtlager. Ihnen folgten bald die Schweden, vor denen man die Tore sperrte.


1708

Errichtung der Innung der Müller. Bestätigung der Zunftartikel vom Kaiser Joseph I.


1712

Kaiser Karl VI. bestätigt die Zaude.


1721

Verleihung eines ordentlichen Jahr-, Roß- und Viehmarktes an die Stadt Guhrau in der Woche vor dem Palmsonntage durch Kaiser Karl VI.

Stiftung der heiligen Stiege in der kath. Begräbniskirche Corpus Christi, 1/12 Meile vor der Stadt.


1728

In Guhrau gibt es einen Bader, der zur Glogauer Zunft gehörte.


1732

Beschreibung in Universal-Lexikon, Johann Heinrich Zedler, Halle u. Leipzig 1732:

“…eine kleine Stadt in Fürstenthum Glogau in Schlesien am Flusse Bartsch gegen Polen zu 4 Meilen vor Gross-Glogau. Der Name heisset in Polnischer Sprache ein Berg, wie sie denn auch auf einer Höhe stehet. Sie ist fast mit Freystadt zu vergleichen, nur ist sie etwas älter, und mag vermuthlich auch von Herzoge Henrico Barbaro, welcher daherum öffters gejaget, angelegt worden seyn. Es wird ihrer an. 1309. in den Wiesen gedacht. Vor der Stadt trifft man seine Vorstädte und Obst-Gärten an. An. 1480. wurde sie auch in die Unruhe mit Herzog Hannsen verwickelt. Die Stadt war auf der verwitbten Herzogin Margaretha Seite, nahm sie in ihren Schutz, trieben Herzog Hannsen sein Vieh von der Weide hinweg, und putzten einander redlich die Köpfe. Weßwegen sie auch die Ober- und Nieder-Gerichte, ingleichen viele andere Freyheiten von derselben erhalten. Tilisch von dem Herzog zu Teschen und Groß-Glogau. …Durch Vermittelung Herzog Conrads zu Oels machten die streitenden zwar einen Stillstand auf ein Jahr und wechselten die gefangenen aus, aber Herzog Hanns wollte der Stadt 500 Mann auf ihre Kosten einlegen, und als sie 200 Mann einzunehmen versprachen, begehrte er gleiches von denen Edelleuten. Als sie dieses abschlugen, ließ er 19. davon in einen Thurm werffen. Die grosse Pfarr-Kirche der alte fürstliche Hof, worinnen Herzogs Conradi und Vladislai Witben ihren Sietz hatten, und das Rathaus sind in gedachter Stadt die vornehmsten steinern Gebäude, die übrigen sind meisten Theils hölzern. Den alten Magistrat machte die Justiz, und die Stadt der Korn-Handel sehr berühmt. In den alten Kriegen haben die alten festen Mauern und Thürme der Stadt manchen Ueberfall gewehret, die über dieses ein tieffer Morast und schlammichter Graben bedecket. Aber an. 1642 nachdem die Schweden Groß-Glogau erobert hatten, nahmen sie Gurau mit stürmender Hand ein, und tödeten Bürger und Soldaten. An. 1656 nahmen die Gurer viele von denen Polen vertriebene Lissauer auf, welches ihnen aber von hoher Obrigkeit bald verboten wurde. Zwischen dem Weichbilde und Groß-Polen macht ein tieffer Morast die Grenz-Scheide. Weil aber des Weichbildes Hauptmann von dem Landes-Hauptmann des Fürsthenthumes dependiret, so muß das dasige Königliche Mann-Recht all. Aero und Brieffschafften auf das Schloß zu Groß-Glogau in Verwahrung geben, und dem Landes-Hauptmann, und zweyer Landes-Aeltesten die Schlüssel dazu vertrauen, daß keiner ohne dem andern etwas davon bekommen kann. … Allhier hat auch der berühmte Medicus Fluminius Casto gelebet, so an. 1618 gestorben. … An. 1457 den 6. Sept. brandte die ganze Stadt Gurau ab. … An. 1656 ward der Toden-Gräber, der mit ausgestreutem Gifft über 2400 Menschen getödet, hingerichtet, ihm Riemen ausgeschnitten, mit glüenden Zangen gezwickt, auf die Richtstadt geschlifft und zu Pulver verbrannt.”


1736

Von der Bürgerschaft und den im Rat nicht vertretenen Innungen wurde Klage über die Zunftabgeordneten erhoben.


1738

Ein kaiserliches Dekret vom 14. Juli 1738 befahl, alle nichtprivilegierten Juden aus Schlesien auszuweisen. Dieser Anordnung fielen die erst nach 1700 entstandenen Judengemeinden Guhrau, Herrnstadt und Köben zum Opfer.


1740-42 Erster Schlesischer Krieg


1740

Der Bürgermeister und die Ratmannen entschlossen sich, einen eigenen „Controleur der Stadt-Cassa“ einzustellen.

Es gibt ein Schießhaus in der südlichen Vorstadt.

 

letzte Änderung:01.01.2010