Herrnstadt

 

Adolf Reimer aus Herrnstadt

 

Adolf Otto Heinrich REIMER wurde am 30.09.1883 in Herrnstadt geboren. Sein Vater war Eduard REIMER, ein Schneidermeister, seine Mutter Pauline LENDCZECK. Die Familie zog etwa 1900/1901 nach Berlin, wo sie seit 1901 im Adressbuch aufgeführt ist. Demnach wohnen sie 1902 in der Swinemünder Str. 51, 1906 in der Swinemünder Str. 46, 1908 in der Stader Str. 12 und 1917 in der Usedomstr. 2. Eduard Reimer muß vor 1917 gestorben sein, ab 1918 ist auch seine Witwe nicht mehr in den Berliner Adressbüchern verzeichnet.

 

Adolf Reimer lernte Schneider. Am 20.02.1908 heiratete er Margarete GRÜN. 1917 wird ein Kind in seinen Dokumenten verzeichnet. Auch diese Familie läßt sich (ab 1908) in den Berliner Adressbüchern wiederfinden. Sie wohnte unter folgenden Adressen:

 

20.09.1906 Berlin N28, Swinemünderstr. 46
19.02.1908 Stader Str. 12, bei den Eltern

1908 Stralsunder Str. 10
19.01.1909 Rügener Str. 15
11.10.1909 Putbuser Str. 42
12.10.1910 Berlin N28, Herförner Str. 14
09.10.1911 Rügginerstr. 30
08.10.1913/1930 Stralsunder Str. 10
1931 Stralsunder Str. 7

 

Ab 1936 ist die Familie nicht mehr in den Berliner Adressbüchern enthalten.

 

 

Aus den zahlreich vorhandenen Militärdokumenten von Adolf Reimer läßt sich seine Zeit beim Militär und während des 1. Weltkrieges gut nachvollziehen.

Dienstantritt Armee: 14.10.1904 als Zweijährig-Freiwilliger in der 12. Komp. des Füsilier-Regiments Prinz Heinrich von Preußen (Brandenburgisches) Nr. 35

Entlassung: 17.09.1906 zur Reserve beurlaubt aus der 12. Komp. des Füsilier-Regiments Prinz Heinrich von Preußen (Brandenburgisches) Nr. 35

Übung: 25.08.1908 bis 21.09.1908 bei 9. Westpreußischen Infanterie-Regiment Nr. 176 3. Komp. in Thorn

Übung: 02.08.1911 bis 15.08.1911 bei 2. Reserve-Infanterie-Regt. I. A.K. 9. Komp. auf dem Tr.Ü.Pl. Aige

Übertritt zur Landwehr 1. Aufgebot: 13.04.1912

Übung: 9.8.1912 bis 22.8.1912 zu einer Landwehrübung bei Landwehr-Kompanie ... Armeekorps

Einziehung nach Mobilmachung: 04.08.1914 bei 2. Komp. Landwehr-Inf.-Rgt. 3

mitgemachte Gefechte:
05.-15.09.1914 Schlacht an den Masurischen Seen
03.10.-05.11.1914 Stellungskampf um Wirballen
07.-08.11.1914 Schlacht um Göritten
13.-15.11.1914 Schlacht an der Romintener Heide
15.11.1914-09.02.1915 Stellungskämpfe um die Feldstellung Lötzen-Angerapp
09.-22.02.1915 Winterschlacht in den Masuren
25.02.-16.03.1915 Gefechte in der Grenzstellung bei Sereje-Simno-Ludwinow und Marjampol
23.-30.03.1915 Gefechte bei Krasnopol und Krasno (weitere Infos unter http://www.stahlgewitter.com/15_03_30.htm)
31.03.-09.06.1915 Stellungskämpfe zwischen Augustow-Marjampol und Pilwiszki
10.-19.06.1915 Gefechte bei Kalwarja, an der Schlawanta und Dawina
20.06.-20.07.1915 Stellungskämpfe zwischen Augustow und Pilwiszki
21.07.-07.08.1915 Kämpfe an der Jessia bei Weiwery
08.-18.08.1915 Belagerung von Kowno ( weitere Infos unter http://www.stahlgewitter.com/15_08_18.htm, http://www.stahlgewitter.com/15_08_21.htm)
19.08.-08.09.1915 Njemenschlacht
30.-31.08.1915 Eroberung von Grodno
09.09.-02.10.1915 Schlacht bei Wilna
05.10.1915-22.07.1917 Stellung .... zwischen Krewo-Smorgon-Nowtech See-Tweretch
19.-22.07.1917 Abwehrschlacht Smorgon-Krewo (weitere Infos unter http://www.stahlgewitter.com/17_07_23.htm)

russ. Gefangenschaft ab 22.07.1917
zurückgekehrt am 28.05.1918
Beurlaubung in die Heimat vom 02.06.-27.07.1918

ab 28.07.1918 bei 1. Komp. E.B./L.I.R. 3 (Lehr-Inf-Rgt.3) in Königsberg

ab 13.10.1918 zur 1. Inf.Div. im Felde
22.10.-12.12.1918 bei 3.Komp. Inf.Rgt. Nr. 43 (Frankreich)
22.10.-11.11.1918 Abwehrkämpfe an der Aisne und Maas (weitere Infos unter http://www.stahlgewitter.com/18_10_22.htm, 11.11.1918 Unterzeichnung des Waffenstillstand im Westen)

Entlassung aus dem Heeresdienst: 12.12.1918

Im Nachlass von Adolf Reimer fanden sich auch drei Auszeichnungen. Bei diesen Auszeichnungen handelt es sich um Kriegserinnerungsmedaillen an den 1. Weltkrieg, die erst in den 30er und 40er Jahren verliehen wurden. Das Ehrenkreuz der Frontkämpfer 1914/1918 wurde z.B. nur 1933/34 vergeben. Als Teilnehmer des 1. Weltkrieges konnte man zusätzlich bei den Konsulaten der ehemals verbündeten Staaten eine Kriegserinnerungsmedaille beantragen. So entstand die eher kuriose Situation, daß Adolf Reimer, der ausweislich seines Militärpasses nie in Ungarn oder Bulgarien kämpfte, die Erinnerungsmedaillen dieser Länder erhielt.

Ehrenkreuz der Frontkämpfer 1914/1918
ungarische Kriegserinnerungsmedaille mit Schwertern und Helm
01.10.1941 bulgarische Kriegserinnerungsmedaille 1915-1918

 

Aus dem Nachlass von Adolf Reimer sind folgende Dokumente:

 

Militärpaß

Soldbuch

Bescheinigung Gefangennahme

Führungszeugnis

Verleihungsurkunde

Kriegserinnerungsmedaillen