Herrnstadt – Die Chronik


letzte Änderung: 12.01.2010

 

1290

Herzog Heinrich von Glogau stellt die Gründungsurkunde am 22. November in Steinau aus.

Der Lokator Otto v. Sprottau gründet die Stadt mit 86 fränk. Hufen Land (etwa 600 ha) und 4 bis 12 Freijahren neben der slawischen Siedlung.

Verlegung des Sitzes des Kastellans von Sandewalde nach Herrnstadt.


1312

Bei der Teilung des Fürstentums Glogau kam Herrnstadt zum Fürstentum Oels.


1315

Während der Regierungszeit Konrads I. von Öls trat eine furchtbare Hungersnot ein und alle Saaten erfroren.


1319

Im Krieg gegen Konrad I. von Oels erobert Boleslaus III. von Brieg u.a. die Burg Herrnstadt.


1323

Im Friedensvertrag vom 10.8.1323 zwischen Konrad I. von Oels und Boleslaus III. von Brieg tritt letzterer u.a. die Burg Herrnstadt an ersteren ab.


1338

große Heuschreckenplage


1349

Verheerende Pest, der wohl ein Drittel der Bevölkerung zum Opfer fällt.


1378

Herzog Konrad II. wird infolge seines Streites mit dem Kloster Leubus mit dem Bann, sein Land mit dem Interdikt belegt. Auch in Herrnstadt durften kein Gottesdienst und keine gottesdienstlichen Handlungen durchgeführt werde.


1412

Ausbruch der Pest.


1432

Herrnstadt wird von Hussiten niedergebrannt.


1464

Ausbruch der Pest.


1465

Um Mariä Himmelfahrt trat ein derartiges Regenwetter ein, daß alle Bäche und Flüße ausuferten, viele Ortschaften ganz unter Wasser standen und viele Seuchen auftraten.


1474

König Kasimir von Polen zog durch Herrnstadt.


1486

Herzog Hans von Sagan bedroht die Stadt, wird aber bald vertrieben.


1489

In einer Urkunde von Herzog Konrad VIII. wird Herrnstadt als Weichbild genannt. Das Herrnstädter Weichbild reichte von Kamin, Osselwitz und Gimmel im Süden bis Triebusch, Saborwitz, Geischen und Schätz im Norden.


1494

König Wladislaw von Böhmen schenkt die Freie Standesherrschaft Militsch mit Rützen, Winzig und Herrnstadt an seinen Kämmerer, Freiherrn Sigismund von Kurzbach.


1513

Die Söhne Sigismund von Kurzbachs, Johann und Heinrich, teilten ihr Erbe. Johann erhielt die Freie Standesherrschaft Militsch mit Rützen und Herrnstadt.


1523

Große Teuerung.

Herrnstadt und die Städte Guhrau und Raudten bekennen sich zum Evangelium.


1524

Herrnstadt soll evangelisch geworden sein.


1525

Die Söhne Sigismund von Kurzbach (s. 1494), Hans und Heinrich, verkauften Herrnstadt, Winzig und Rützen an den Herzog Friedrich II. von Liegnitz-Brieg.


1535

Die Stadt Winzig erhält das Recht auf alleinige Belegung des Herrnstädter und Rützener Weichbildes mit Winziger Bier.


1543

In den Privilegien wird bestimmt, daß kein fremdes Bier ins Weichbild eingeführt werden durfte.


1546

Die Biersteuer wird eingeführt.


1552

Verheerende Seuche.


1553

Verheerende Seuche.

Die Bäcker- und die Schuhmacherinnung erhalten neue Satzungen.


1561

Die Innungen der Rad- und Stellmacher, Büchsenmacher, Schlosser und Büttner erhalten ein Privileg.


1571

Große Teuerung, der die Pest folgte.


1577

Ausbau der Burg an der Horlefurt.


1578

Die Tuchmacher erhalten ein Privileg.

Anno 1578 auff den Fürstentag zu Breßlau / ward geschlossen / diese Statt bevestigen zu lassen.“


1585

Verheerende Seuche.


1586

Verheerende Seuche.


1588

Verheerende Seuche.

1588 wurde ein Schlaftrunkgeld auf 10 Jahre bewilligt.


1589

Die Kürschner erhalten ein Privileg.


1593

In den Privilegien wird bestimmt, daß kein fremdes Bier ins Weichbild eingeführt werden durfte.


1595

Die Fleischer erhalten ein Privileg.


1599

Verheerende Seuche.


1604

Außer Kirche und Schloß sind alle Häuser aus Holz gebaut.

Die Zünfte der Schneider, Schmiede, Kurzmesserschmiede, Tischler, Glaser und Fischer erhalten ein Privileg.


1613

In Herrnstadt und Umgebung wütet eine pestartige Seuche.


1615

Dürre, mit folgender Hungersnot.


1616

Dürre, mit folgender Hungersnot.


1618-48 Dreißigjähriger Krieg


1622

Herrnstadt war eine der 4 Münzstätten des Herzogtums Wohlau, wo aber nur 2 Arten von Groschen geprägt wurden.


1625

Hochwasser.


1626

28.7. Ernst von Mansfeld besetzt Herrnstadt auf seinem Zug von Brandenburg nach Oberungarn. Er kam über Guhrau (25.7.) Nächste Station war Trachenberg.


1628

Ausbau der Burg.


1631

verheerende Pest, aus Polen eingeschleppt.


1633

Schweden erobern das Schloß Herrnstadt.


1634

Truppen Wallensteins erobern das Schloß.


1639

Der schwedische General Stahlhantsch besetzt Ende des Jahres Herrnstadt.

Anno 1639 und 40 wurden die Schwedischen allhie / von den Käyserischen auß Lignitz / uberfallen.“


1640

Kaiserliche Truppen besetzen Herrnstadt.

Anno 1639 und 40 wurden die Schwedischen allhie / von den Käyserischen auß Lignitz / uberfallen.“


1642

Am 2.1.: „Anno 1642 eroberte Herzog Franz Albrecht von Sachsen Lauenburg / Käyserischer General / dieses Lignitzische Stättlein / auff Gnad unnd Ungnad / unnd stellete die darinn gelegene Schweden unter.“

Am 19. Mai wird die Stadt von den Schweden unter Torstenson gebrandschatzt.


1644

Herrnstadt wird von kaiserlichen Truppen geplündert.


1645

Das Schloß wird vom schwedischen Oberst Anderson belagert und beschossen, wird dann Winterquartier, „aber Anno 45 im Jener / eroberten die Schwedischen das Schloß allhie wider mit Accord.“


1646

Eine schwedische Armee und einen Monat später eine kaiserliche zogen durch Herrnstadt.


1650

Beschreibung in „Topographia Bohemia, Moraviae et Silesiae, das ist Beschreibung und eigentliche Abbildung der Vornehmsten und bekandtisten Stätte und Plätze in dem Königreich Boheim und einverleibten Landern Mähren und Schlesien“ von Matthaeum Merian zu Franckfurt 1650:

Hernstat – An der Bartsch / uber der Oder / an den Polnischen Gräntzen / nahend Winzig / unnd Gurau / im Wolauischen Fürstentumb gelegen; welcher Orth aber zum Lignitzischen Herzogthumb gerechnet wird; so zwar Jonas Scultetus in seiner Lignitzischen Tafel nicht; aber Marinus Helwigius Nissensis, in der Schlesischen General; un eben auch besagter Jonas Scultetus Sprotta-Silesius, in Slesiae inferioris tabula eingebracht haben. Ist umbs Jahr 1329 Glogauisch / und zu deß Königs Matthiae in Ungarn Zeiten / Donisch gewesen. Anno 1578 auff den Fürstentag zu Breßlau / ward geschlossen / diese Statt bevestigen zu lassen. Anno 1639 und 40 wurden die Schwedischen allhie / von den Käyserischen auß Lignitz / uberfallen. Anno 1642 eroberte Herzog Franz Albrecht von Sachsen Lauenburg / Käyserischer General / dieses Lignitzische Stättlein / auff Gnad unnd Ungnad / unnd stellete die darinn gelegene Schweden unter. Aber bald hernach / haben die Schwedisch Torstensohnische diesen Orth wieder einbekommen. Kam folgends abermahls an die Käyserischen; aber Anno 45 im Jener / eroberten die Schwedischen das Schloß allhie wider mit Accord.


1654

Auf Einspruch der betroffenen Städte wird das Recht der Stadt Winzig auf alleinige Belegung des Herrnstädter und Rützener Weichbildes mit Winziger Bier aufgehoben.


1655

In den Privilegien wird bestimmt, daß kein fremdes Bier ins Weichbild eingeführt werden durfte.

Die Zünfte der Züchner, Parchner und Leineweber werden erwähnt.


1656

Große Überschwemmung, im August brach eine Seuche aus, der bis Dezember 139 Personen zum Opfer fielen. Die Kranken und deren Angehörige mußten die Stadt verlassen und in schnell errichteten Hütten auf freiem Feld wohnen. Die Stadt versorgte die Ausgesperrten mit Lebensmitteln. Wegen Überfüllung des städtischen Friedhofs wurde auf der Zamoritze ein neuer Friedhof angelegt und im Jahre 1657 die Salvatorkirche erbaut.


1657

Die Salvatorkirche wird errichtet.

Am 3. Weihnachtsfeiertag haben sich 11 Handwerksgesellen „bei dem Juden auf dem Schloß unter der Predigt an Branntwein vollgesoffen und dabei den heiligen Feiertag entheiligt“, wofür jeder 15 Groschen Strafe zahlen mußte.


1658

Bau einer Mädchenschule.


1665

Im August zerriß ein Hochwasser die Dämme, so daß man mit Kähnen in die Stadt fahren mußte.


1694

25. März Die Matthiaskirche wird geschlossen.


1698

14.3. Schließung der Andreas- und Salvatorkirche durch Besetzung der Stadt durch den Landeshauptmann von Nostitz.

15.3. Öffnung der Matthiaskirche für den katholischen Gottesdienst.


1700-1721 Nordischer Krieg


1705

Die Stockmeisterei (Gefängnis) wird von der Stadt an Wilhelm Klose verkauft.

Einführung der Generalakzise, einer allg. Verbrauchssteuer.


1706

König Karl XII. kam mit seinem Heer durch Herrnstadt.


1707

Die 3 Kirchen werden den Evangelischen auf Grund des Altranstädter Vertrages zurückgegeben.

18. Dezember Erster evangelischer Gottesdienst.

Die Schloßkapelle im rechten Flügel des Schlosses diente bis 1759 der kleinen katholischen Gemeinde zum Gottesdienst.

König Karl XII. kam mit seinem Heer durch Herrnstadt.


1708

Seuche mit 40 Todesopfern.


1710

Die ganze Stadt mit Ausnahme der Pfarrwohnung und 27 Bürgerhäusern brennt ab.


1720

Die Stadt erwirbt das Obergericht.

Erhebung der Türkensteuer.


1723

Die Seifensieder und Lichtzieher erhalten ein Patent.


1730

Ein großes Viehsterben in der Stadt.


1734

Gewaltige Stürme richten viel Schaden an (eingestürzte Windmühlen, umgestürzte Bäume).


1736

Es war ein nasses Jahr, daß die Früchte auf dem Felde verfaulten und die Oder bis hinauf nach Wiersewitz stieg, die Guhrauer Vorstadt mußte gerettet werden. Folge waren Hungersnot, Teuerung, Krankheiten, Viehseuchen.


1737

Gewaltige Stürme richten viel Schaden an (eingestürzte Windmühlen, umgestürzte Bäume).


1738

Ein kaiserliches Dekret vom 14. Juli 1738 befahl, alle nichtprivilegierten Juden aus Schlesien auszuweisen. Dieser Anordnung fielen die erst nach 1700 entstandenen Judengemeinden Guhrau, Herrnstadt und Köben zum Opfer.


1740-42 Erster Schlesischer Krieg


1743

Sichere Nachricht über das Vorhandensein einer Schützengilde.


1744/45 Zweiter Schlesischer Krieg


1746
Die 8. Schwadron des Husaren-Regiments von Gettkandt (Nr.1) wird in Herrnstadt stationiert.(bis 1806)

 

aus: "Presentatio und Beschreibung der Städte, Flecken, Klöster, Schlösser, Rittersitz und adelichen Häusern, Gärten, Kirchen, Dorffschaften etc. der Fürstenthümer Lignitz, Brig und Wolau mit dem District des Fürstentums Trachenberg" von F.B.Wennher, 1750

 

1753

Aus dem Herrnstädter Forst wird Holz zum Bau des Rathauses in Rawitsch geliefert. Am 17.3.1753 wurden an das Herrnstädter Forstamt für 50 Kiefern mit Stamm- und Klopfgeld, königlichem Zoll und verschiedenen kleineren Ausgaben 200 Taler 21Silbergroschen und 8 Pfennig gezahlt. Die Holzschläger erhielten dafür 69 Floren 2 Groschen 1 Schilger. Im Verlauf der Jahre 1753/1754 wurden weitere 42 Kiefern für 1102 Floren 27 Groschen 2 Schilger gekauft.


1756-63 Siebenjähriger Krieg


1757

Die Österreicher verfolgen die geschlagene preußische Armee des Herzogs von Braunschweig-Bevern und ziehen durch Herrnstadt.


1759

23. Oktober Während der Belagerung Herrnstadts durch russische und österreichische Truppen wird Herrnstadt mit Kanonen beschossen und dabei vollständig zerstört. Der rechte Schloßflügel wird zerstört und später abgetragen.


1760

Plünderte eine Streifschar von 100 Kosaken die Stadt 2 ½ Stunden lang.

2./3.8. Ein Teil der russischen und später die gesamte Armee marschieren durch Herrnstadt.


1761

Wieder zog die russische Armee durch die Stadt.

Als 6 Rawitscher Tuchmachermeister mit einer Fuhre von 70 Stück Tuchen aus Lübchen nach Herrnstadt kamen, wurden ihnen die 8 Pferde von den Kosaken und Kalmücken ausgespannt. Als am anderen Morgen etliche 30 Meister, die durch den auf einem gerettetem Pferde entflohenden Kutscher benachrichtigt worden waren, nach Herrnstadt kamen, um zu retten, was noch zu retten war, fanden sie nicht nur nichts mehr von ihren Tuchen, sondern sie selbst wurden ausgeplündert und ihrer ganzen Kleidung beraubt.


1762

5. April Nach dem Bündnis zwischen Preußen und Rußland ziehen russische Truppen als Freunde durch.

Erster Unterricht nach dem Brand 1759.

Herrnstädter Dampfbäckerei Gebr. Friedrich wird gegründet.


1763

In Herrnstadt leben 2 Juden.


1764

Die Schützengilde erhielt neue Artikel.

Hochwasser.


1767

Die Dörfer rund um Herrnstadt (Bobile, Schwinaren, Gahle, Woidnig, Sandeborske, Wikoline, Pluskau, Tschilesen, Gr. Tschuder, Gurkau, Bienowitz, Tscheschkowitz, Hengwitz, Ostrawe) müssen ihr Bier aus der Stadt beziehen.


1768

3.10. Einweihung eines neuen Schulhauses.


1769

Oktober Übergabe der neuen Orgel der Stadtkirche.


1773

Die Seifensieder und Lichtzieher erhalten das Müllermittel.

Gründung der Müllerzunft.

In der Herrnstädter Heide werden im Winter 1773/74 nicht weniger als 40 Wölfe erlegt.


1780

große Überschwemmungen.

 

1785
Im Herrnstädtischen Amtsforste, die dürre Heyde genannt, ist bey Fällung der Eichen ein Soldat von Anhaltschen Regiment erschlagen worden.

Dr. Kühn ist von Groß Glogau nach Herrnstadt gezogen.


1786

Es gibt 88 brauberechtigte Häuser.


1787

König Friedrich Wilhelm überweist für die im 7jährigen Krieg zerstörten Städte Guhrau und Herrnstadt 8000 Rthlr.

 

1790

Streit der Schützengilde mit dem Magistrat, da es das Königsschießen still ohne Musici halten wollte.


1799

Die Artikel der Schützengilde werden geringfügig geändert.


1800

Das Schützenhaus wird in Erbpacht vergeben.


1801

Nach dem Stadtbrand in Rawitsch schickt der Polizeibürgermeister Parisien eine beladene Fuhre mit Konsumtibilien.


1803

Zum Bau der evang. Kirche in Rawitsch liefert die Herrnstädter Ziegelei 100 000 Dachsteine.


1812

Eine Fahrpost verkehrt zwischen Herrnstadt und Rawitsch. Eine Botenpost ging von Winzig über Herrnstadt nach Guhrau.

Errichtung einer Zuckerfabrik durch Amtsrat Hagemann.


1813-1815 Befreiungskriege


1813

In Herrnstadt ist normalerweise eine Eskadron des Zweiten Schlesischen Husaren-Regiment stationiert. 1813 ausgezogen.


1814

Schließung der Zuckerfabrik

Herrnstadt hat ein Grenz-Accise- und Zoll-Amt.


1816

1.5. Das Accise-, Zoll- und Consumtions-Steuer-Amt Herrnstadt wird dem steuerräthlichen Departement des Steuerraths Herrn Beudel zu Militsch zur Aufsicht und Revision zugeteilt.


1818

Eine Schwadron des 2. Leib-Husaren-Regiments wird in Herrnstadt stationiert. (Informationen zum Regiment)

März: Die zu Herrnstadt verstorbene bürgerliche Leinwandhändlerin Maria Magdalena Bredtschneider, geb. Meisner, hat in ihrem zurückgelassenem Testamente dem Invaliden-Fonds bey der Königlichen Breslauschen Regierung ein Legat von 10 Rthlr. Courant ausgesetzt.


1819

1.6. Das Accise-, Zoll- u. Consumtions-Steuer-Amt wird aufgehoben und als Unter-Steuer-Amt, dem Haupt-Steuer-Amt Wohlau unterstehend, errichtet.


1820

Bau eines neuen Schulgebäudes.


1822

Der Mühlenmeister Carl Pavel zu Herrnstadt hat mit eigener Lebensgefahr den am 9. Januar d.J. in einem Anfall von heftigen Schwindel in den hoch angelaufenen Bartsch-Fluß gefallenen Viehhändler Andreas Wolff aus Sarnowo, im Gros-Herzogthum Posen, dadurch das Leben gerettet, daß er, der eigenen Gefahr nicht achtend dem Verunglückten mit einem Kahne zu Hülfe eilte, und durch große Anstrengung ihn glücklich den Fluthen entriß.“

Neubau des Rathauses auf dem Ring.


1823

10.1. Brand in Herrnstadt, Schaden 150 Rtlr, Verlust an Löschmitteln 28 Rtlr. 24 Sgr. 5 Pf.

Eine Fahrpost verkehrt von Breslau über Auras, Dyhernfurt, Wohlau, Winzig, Herrnstadt, Guhrau nach Glogau.

In Herrnstadt gibt es ein Domainen-Justiz-Amt, welches noch nicht mit dem Land- und Stadt-Gericht verbunden ist.

Die Tuch- und Wollwaren-Schau-Anstalt Herrnstadt ist aufgehoben. Damit können dort hergestellte Tuche ohne öffentliche Beglaubigung in den Handelsverkehr gelangen.


1824

Die Zahlung der Stadt Herrnstadt an die Schlesische städtische Feuer-Societät beträgt 558 Rtlr., 9 Sgr. 1 Pf., das Catastrum (Versicherungsbetrag) 66.115 Rtlr. Die Brandschäden der Stadt 1823 werden mit 150 Rtlr für den Brand am 10.1.1823, mit 28 Rtlr. 24 Sgr. 5 Pf wegen der verlorenen Lösch-Geräte angegeben.


1825

Die Zahlung der Stadt Herrnstadt an die Schlesische städtische Feuer-Societät beträgt 192 Rtlr., 25 Sgr., das Catastrum (Versicherungsbeitrag) 66.750 Rtlr. Die Brandschäden der Stadt 1824 werden mit 132 Rtlr. 9 Sgr. 9 Pf für den Brand am 5./6.9.1824 angegeben.

Die Zahlung der Stadt Herrnstadt zur Vergütung der Bombardements-Schäden der schlesischen Festungsstädte aus dem Jahr 1806 beträgt 489 Rtlr. 23 Sgr. 11 Pf.

Der Michaelis-Jahrmarkt wurde wegen des jüdischen Lauberhüttenfestes vom 3./.4.10. auf den 10./11.10. verlegt.

Der Bedarf der Garnisionsstadt Herrnstadt für 1826 wird mit 50 Klaftern weiches Holz, 125 Lichte, jeweils 60 Pfund raffiniertes und abgelagertes Leinöl, 1 Pfund Docht-Garn, 68 Bch. Papier, 1750 Stück Federn, 7 Ort. Dinte und 60 Stück Besen angegeben.


1826

Der Bedarf für den Garnisionsstandort Herrnstadt für das Jahr 1827 wird mit 18 Wispel Roggen, 358 Wispel Hafer, 2 Wispel Gerste, 2597 Zentner Heu und 321 Schock Stroh angegeben. Die Ablieferung des Roggens soll direkt an den Bäckermeister Joh. Jac. Sprandel erfolgen.


1830

Am 14.4. soll auf dem Marktplatz 1 (ein) „zum Kavallerie-Dienst untaugliches Remonte-Pferd“ versteigert werden. (Ankündigung hier)

Am 8.10. sollen auf dem Marktplatz 40 Armeepferde verkauft werden. (Ankündigung hier)


1836

Betriebsaufnahme einer Rübenzuckerfabrik.


1839

Die Zuckerrübenfabrik stellt ihren Betrieb ein.


1844

In Herrnstadt leben 9 Juden.


1845

Beschreibung aus „Alphabetisch-statistisch-topographische Uebersicht der Dörfer, Flecken, Städte und andern Orte der Königl. Preuß. Provinz Schlesien ...“ von J.G. Knie, 2. Auflage Breslau 1845:

1290 durch Herzog Heinrich III. von Glogau Gründung mit deutschem Rechte wie es Sprottau und Sagan haben, königl. Stadt, Reg. Breslau, Fürstenthum Wohlau, im Landschaftskreise Herrnstadt des Systems Liegnitz-Wohlau und gehörig zum Departement des OLG Glogau, zwischen dem rechten Ufer der Bartsch und dem linken der Horla (die 1/8 Meile im Westen sich vereinigen), ganz offen, 3 Brücken führen über die Bartsch zur Breslauer, eine über die Horla zur Guhrauer Vorstadt, mit königl. Brücken-Mauth, 240 Wohnhäuser, 229 Ställe, Scheuern und Schoppen, 2 Fabrikgebäude, 2 Magazingebäude, 1875 Ew. exkl. Militär und Stadtvorwerkgemeinde (ev. 1659, kath. 208, jüd. 8 oder männl. 859, weibl. 1016, verehel. 328 Paar), zum Bezirk der 6. Komp. des 2ten oder Wohlau'schen Bat. vom 18. Landw.-Regmt., Garnision: Stab und 3te Eskadron des 2ten Leib-Husaren-Regmts. mit Stabs-Lazareth, Regmts. Augmentat-Kammer, 3 Garnisionsställen, Reitbahn und Regiments-Wagen-Schuppen, Civil-Behörden: 1 kgl. Land- u. Stadt-Gericht, 1 Untersteueramt des Hauptsteueramtes Wohlau, Communal- u. Polizei-Behörde der Magistrat, diese 3 amtieren im Rathaus, in welchem zugleich Hauptwache, Stadtwaage und 4 Gefängnisse, 1 kgl. Post-Expedition des Postamtes Winzig, 1 Salzfaktorei mit 2 Magazinen, 1 kgl. Domänen-Amt im Schloß bei der Stadt, 1 evang. Pfarrkirche ad St. Mathiam mit Pastor und Diakon, welche zugleich für die Landkirche und Schwesterkirche St. Andreä vor Herrnstadt angestellt sind, Patron beider königlich mit präsentationsberechtigtem Magistrat und Dominien, und ist der Pastor zur Zeit Superint. des Kirchenkreises Guhrau (auch gen. Herrnstadt), zur Stadtkirche pro on. eingepfarrt: Herrnstadt u. Kadlewe, Kr. Wohlau, zur Landkirche: Backen, Kleinbeltsch, Bienowitz, Bobile mit Schubersee, Gahle, Gorkau, Heidchen, Königsdorf, Sandeborske mit Wehrse, Schwinaren, Tscheschkowitz, Duchen, Wikoline u. Woidnig, die Stadt- u. Landkirche und ihre Geistlichen waren stets verbunden, das ursprüngliche Verhältnis, ob eine derselben früher Teilkirche war, ist nicht zu ermitteln, ebensowenig von der Wiedmuth, die Pastor genießt und beiden Kirchen gehört, 1 ev. Schule mit 1 Knaben-, 1 Mädchen- und 3 gemischten Klassen, bei ihr 3 ordentliche, 2 Hilfslehrer, Patron Magistrat, eingeschult nur die Stadt und die Gemeinde des kgl. Stadtvorwerk Herrnstadt, 1 kath. Kuratial-Pfarrkirche seit 1707, wo die Pfarrkirche den Ev. nach der Alt-Ranstädter Convention zurückgegeben wurde, seit 1839 führt Curatus den Titel Pfarrer (Archip. Guhrau), ohne Wiedmuth, eingepfarrt pro act.: Backen, Bartschdorf, Bobile, Hoch- u. Kl. Beltsch, Binowitz, Duchen, Gahle, Gerschen, Gurkau, Heidchen, Herrnsdorf, Königsbruch, Königsdorf, Porlewitz, Gr. u. Kl. Räudchen, Sandeborske, Sandewalde, Gr. u. Kl. Saul, Schätz, Schwinaren, Schlaube mit Gewehrsewitz, Sophienthal, Triebusch, Tscheschenheide, Tscheschkowitz, Tschistey, Wikoline, Wehrse, Kl. Wiersewitz, Wilhelmsbruch, Woidnig, Zechen, und im Kr. Wohlau: Brenowitz, Dahsau, Hengwitz, Hünern mit Gansahr, Kamin, Kodlewe, Kutscheborwitz, Marienruh, Ostrawe, Osselwitz, Pluskau, Kl. Peterwitz, Sorgau-Tänzerei, Teichenau, Tschilesen, Tschirne, Gr. u. Kl. Tschuder, Zweckfronze, 1 kath. Schule der Eingepfarrten (Die Kinder der entfernten Orte kommen erst nach dem 12ten Jahre.) 1 Lehrer (Insp. Guhrau), Patron der Kirche und Schule königlich, Pfarrer verwaltet die Militär-Seelsorge der Katholiken, wie der Superint. die der Evang., 1 Hospital oder Stadt-Armenhaus, 1 evang und 1 kath. Pfarrhaus, 1 Spritzenhaus, 1 Domain-Brau- u. Brennerei, 1 städtischer Brauer, 6 Tabakspinnereien, 8 Windmühlen, 1 Ziegelei des Magistrats (lieferte 76 250 Mauer-, Dach-, Hohl- und Klinkerziegel). Eine noch größere und schon früher bestandene des kgl. Domänen-Amtes, 1 Rübenzuckerfabrik und 1 Flachs-Präparations-Fabrik, die 1840 noch bestanden, sind seitdem eingegangen und in andere gewöhnliche Privatgeschäfte verwandelt. 140 Handwerker, 20 Leinwebstühle, Landbau auf ca. 2000 Morgen, Rinder 181, Pferde 68 gehalten, Handel durch 11 Kaufleute, 26 Kleinhändler, 1 Apotheke, 1 Leihbibliothek, Agentur der Aachener u. Münchener Feuer-Versicherungs-Gesellschaft, 4 Gasthäuser, 2 Wirtshäuser, 16 Schankhäuser, 4 Kram- und Viehmärkte, Wochenmarkt am Freitag

Umbau der Orgel der Landkirche durch George Friedrich Müßig aus Polsnitz für 490 Tlr.


1846

Am 22. September besucht König Friedrich Wilhelm IV. die Stadt.


1848

Eine Personenpost verkehrt von Herrnstadt nach Rawitsch.


1858

Bau der Chaussee Herrnstadt-Schmograu-Wohlau.


1864

In Herrnstadt leben 24 Juden.


1866

Cholera-Epidemie.


1870

Zum 1.9. werden die Botenpost zwischen Rawitsch Bahnhof und Herrnstadt und die Personenpost zwischen Rawitsch Stadt und Herrnstadt aufgehoben und dafür eine Personenpost von Rawitsch Stadt über Bahnhof nach Herrnstadt eingerichtet. Die Abfahrtszeiten in Herrnstadt waren 5.45 Uhr und 16.15 Uhr und in Rawitsch 8.40 Uhr und 20.30 Uhr. Die Beförderungszeit betrug 1 Stunde 35 Minuten.


1871

In Herrnstadt leben 52 Juden.


1873

Fortbildungsschule.

 

1876
Der Pächter der Domäne heißt Steinert.

Synagogen-Gemeinde Herrnstadt: Repräs.-Vorst. Moritz Cohn, R. Brann, J. Miodowski

Die Post-Expedition ist mit einer Telegraphen-Station verbunden


1877

Der Herrnstädter Kriegerverein wird gegründet.


1882

Das kath. Waisenhaus St. Josef Stift entsteht.


1883

Dem Pfarrer Joseph Willnich in Herrnstadt wird die Ortsaufsicht über die kathol. Schule in Herrnstadt übertragen.

Der Gerichtsvollzieher Füssel wird an das Amtsgericht Bunzlau versetzt.

Der Kaufmann Julius Männich aus Herrnstadt wird zum Schaukommissar für den 5. Bartsch-Schaubezirk an Stelle des bisherigen Kommissar, Landesältesten von Rieben auf Tschilesen ernannt.

Der Gerichtsvollzieher kr. A. Kadur wird zum Gerichtsvollzieher am Amtsgericht Herrnstadt ernannt.

Frl. Bertha Winkler aus Herrnstadt wird die Konzession zur Leitung des St. Josephs-Stifts in Herrnstadt erteilt.


1884

1.1. Nach der Wiederwahl werden der Kaufmann Otto Teuchert und der Töpfermeister Ernst Hirsch unbesoldete Rathsmänner der Stadt auf die gesetzliche Dienstzeit von 6 Jahren.


1886

15.9. Eisenbahnverbindung Herrnstadt-Trachenberg.


1887

Gründung des „Amtlichen Anzeigers für Herrnstadt und Umgebung“.


1888

Am 29.Mai wird der Turnverein Herrnstadt gegründet.


1898

10.2. Eisenbahnstrecke Liegnitz- Steinau-Kobylin.

Besitzer der Kgl. Domäne mit den Vorwerken Gahle und Schubersee: Kgl. Domänen-Fiskus, Pächter: Herm. Negendanck, Oberamtmann, Fläche 769 ha: 544 ha Acker, 143 ha Wiesen, 32 ha Weiden, 50 ha Hofraum, Erdsteuer-Reinertrag 11313 M, Dampfbrennerei (1 Verwalter)


1900

Errichtung des Kreiskinderheims durch den Superindendenten Krebs


1909

Am 16.7.1909 wird ein Mietentschädigungs-Tarif für Volksschullehrer und Lehrerinnen festgesetzt:

Herrnstadt: Servisklasse IVc (Leiter von Schulen mit 6 oder mehr aufsteigenden Klassen 290 M jährlich, andere Schulleiter und Lehrer 240 M jährlich, Lehrerinnen 170 M jährlich)

Der Schule in Herrnstadt wird von einem Unbekannten 2 Bücher geschenkt.

Den Zollämtern Guhrau I und Herrnstadt haben die Befugnis zur Ausstellung von Erlaubniskarten für inländische Kraftfahrzeuge jeweils für ihren Bezirk erhalten.


1911

Bau des städtischen Gaswerks.


1912

Die selbstständige Gemeinde Stadtvorwerk wird eingemeindet.


1913

Bau einer Turnhalle.

 

1914
Am 19.12. findet die Generalversammlung des Lehrervereins Herrnstadt statt. Gewählt werden Rektor Wollniok, Herrnstadt, als Vorsitzender, Lehrer Kohse, Sandeborske, als dessen Stellvertreter, Kantor Kühnel, Gurkau, als Kassenführer und Gesangsleiter sowie Lehrer Kleingärtner, Schwinaren, als Schriftführer.


1915

15.02.1915 Sitzung der Stadtverordneten, Wahl des Dampfmühlenbesitzer Gustav Dumke zum Ratmann

Bau des städtischen Wasserwerks.

1915/1916 war das Rekrutendepot des Infanterieregiments 50 aus Rawitsch in der Turnhalle stationiert

Eine zur Domäne Herrnstadt gehörige kleine Gartenparzelle ist vom Gutsbezirk Herrnstadt zum Stadtbezirk Herrnstadt geschlagen worden.


1919

Ausgabe von Notgeld mit den Werten 5, 10 und 50 Pf.


1920

Ausgabe von Notgeld mit den Werten 25 und 50 Pf.


1923

Gründung des VfB (Verein für Bewegungsspiele)


1925

In Herrnstadt leben 15 Juden.

Aus den Kollekten der Jahre 1924/25 für bedürftige Gemeinden erhält die Gemeinde Herrnstadt 900RM zur Renovierung der Kirche.


1926

22. Juni Hochwasser in Herrnstadt.

Einrichtung der Stadtbücherei.

Bau eines Jugendheims am Kirchplatz.

Anlegen des Fußballplatzes hinter dem Reitplatz mit anschließendem Gelände für Leichtathletik


1928

Die Stadt baut auf dem Gahler Berg die Walderholungsstätte und Grenzlandbaude. Einweihung der Grenzlandbaude im Herbst.


1929

Ein neues geräumiges Schulhaus für die Herrnstädter Schulen wird errichtet.

Bau des Bootshauses.


1930

2.11. Hochwasser in Herrnstadt.


1931

29.9. Eiweihung des neuen Schulgebäudes in der Hindenburgstr.


1933

Herrnstadt erhielt ein Arbeitsdienstlager.

In Herrnstadt leben 12 Juden.


1934

Gründung des Kanu-Klub Herrnstadt.

Der „Amtliche Anzeiger für Herrnstadt und Umgebung“ erscheint als „Herrnstädter Anzeiger“ weiter.

10.05. Enthüllung des Gedenksteins der NSDAP


1938

In Herrnstadt leben 2 Juden.


1945

25.1. Besetzung der Stadt durch die Russen. Zerstörung 65%.

23. Januar 1945: Pastor Dr. Tillmann ist im St. Josephstift in Herrnstadt zurückgeblieben, weil es für die Schwestern und die 120 von ihnen betreuten Kinder der polnischen und russischen Landarbeiterinnen keine Möglichkeit des Abtransportes mehr gibt. Er berichtet in Stichworten: „Einrücken der Russen. Die Stadt ein Heerlager. Ständig Besuche von Russen im Hause mit den üblichen Exzessen in den ersten zehn Tagen, teilweise mit Lebensgefahr für mich und andere Deutsche. Vorbildliches Verhalten des Kriegskommandanten aus Anlaß der Vergewaltigung einer Ordensfrau: Verhaftung des Täters, Kriegsgerichtssitzung und Verurteilung des Täters...“

Als die Polen im Juni 1945 das Land rechts der Oder von Deutschen zu räumen begannen, leitete Pfarrer Tillmann den Treck des St.-Josefs-Heim mit ungefähr 30 alten gebrechlichen Leuten und weiteren verbliebenen Bürgern Herrnstadts. Über drei Wochen war man damals auf dem Treck, bis es gelang, in einem Altersheim des Kreises Kamenz/Sa. die völlig erschöpften Menschen unterzubringen.

Die Landkirche St. Andreas wird von den Russen abgebrannt.