Herkunft des Namens Sabath


Der Name kommt im Lateinischen in verschiedenen Schreibweisen für den schlesischen Ort und Berg Zobten vor. In der Zeit zwischen 1180 und 1223 wird dem Sandstift in Breslau u.a. auch der Ort Zobten als Besitz bestätigt. In der Urkunde über die ältestete Ausstattung des Sandstifts (Nr. 58), ausgestellt zwischen 1180 und 1201, steht „forum in Soboth“. 1193 nimmt Papst Coelestin III. das Sandstift in päpstlichen Schutz und bestätigt u.a. „forum in Sabat cum decimis“ als dessen Besitz (Urkunde Nr. 61). 1209 bestätigt Herzog Heinrich I. den Besitz und nennt die Stadt „Soboth“ (Urkunde Nr. 342). 1221 gewährt Herzog Heinrich I. den dem Sandstift gehörenden Dörfern, unter ihnen „Sobota“ deutsches Recht (Urkunde Nr. 354, angeblich eine Fälschung). 1223 wird der Besitz durch Bischof Lorenz von Breslau bestätigt (Urkunde 237). Hier heißt es „Sobota“.

(Urkunden aus dem „Schlesischen Urkundenbuch“ Bd.1 971-1230, ersch. 1971, ISBN 3205 081323)

 

dazu auch den "Schlesischen Provinzialblättern" 05/1789

 

Ueber den Namen Schlesien und die wahrscheinlich ältesten Benennungen des Zobtenberges

(Autor: Schindler, Datum: Dinstag nach Lætare MCCCXXXVII, Ort: Landshut)

 

An sich ist eine Untersuchung über den Ursprung und die Ableitung eines Nahmens von keiner sonderlichen Wichigkeit. Sie kann indeßen für die Geschichte, in der ein Glied an dem andern hängt, und eine Unrichtigkeit oft zehn andere Unrichtigkeiten nach sich zieht, immer nützlich werden. Der Schlesier hat überdem eine Ursach mehr, die Richtigkeit der bisher gangbaren Ableitungen des Nahmens Schlesien einer sorgfältigen Prüfung zu unterwerfen, da durch sie seine Stammväter zu einem Haufen zusammengelaufnen Volkes oder Gesindels gemacht werden. Cromer libr. VI. ad an. 1163. Es hat indeßen schon Cluverus in seiner Germanica antiqua libr. III. die Richtigkeit der Ableitung dieses Nahmens vonsle böse bestritten, und sein Widerspruch hat um so mehr Gewicht, da er der slavischen Sprache kundig war.

Ich lege hier eine andre Derivation zur Beurtheilung vor, die wenigstens nicht gesucht, und der Lage des Landes vollkommen angemessen ist. Das Stammwort von Schlesien ist ohne Zweifel das slavische slesi , auf welches man darum nicht fiel, weil man sich dabei nicht zugleich die Lage dieses Landes gegen Polen dachte. Im Curäus wird es gewöhnlich die Schlesi genannt, und Rüxner in seinem Turnierbuche spricht auch von Herzögen in der Schlesi. Auch die lateinischen Benennungen slesia, zlesia, slesii, slezii, slesitani führen genau auf dieses Stammwort, slesi hinten a tergo. Nach dieser Sprache eignen Wortfügung nennt man den, der sich hinten befindet ten slesi, und im plural. the slesi. Gebraucht man diesen Ausdruck von Wohnsitzen eines Volkes oder einer Familie, so bezeichnet es Einwohner einer hintern oder weiter zurückliegenden Gegend, und drückt den nämlichen Begriff aus, den der Deutsche mit den Worten Mark oder Markmänner verbindet. Von Polen aber war Schlesien die Mark oder das Grenzland. Wahrscheinlich belegten die Polen den ganzen von Slaven bewohnten Landstrich diesseits der Warte mit dem Namen des Grenzlandes, und dieses Slesi bekam erst unter den schlesischen Herzogen seine bestimmten Grenzen. Der Pole nennt die Schlesier Slesaci und der Böhme Slisaci, diese Benennungen begünstigen ebenfalls jene Ableitung von dem Worte Slesi.

Es bleibt jezt nur die Frage übrig, ob die Aeußerung Ditmars im 7. Buche seiner Chronik mit dieser Ableitung zu vereinigen sey. Er behauptet, daß der pagus Silensis, d.i. Schlesien, seine  Nahmen von einem hohen Berge des Landes erhalten habe. Man ist darüber einig, daß er den Zobtenberg meine, der unter andern auch den Nahmen Mons Sileni oder Silentii geführt hat. Mit einem großen Aufwande von Gelehrsamkeit ist Hanke de Siles. nominibus cap. V. bemüht gewesen, es wahrscheinlich zu machen, daß die ehemaligen deutschen Einwohner dieses Landes auf den Zobtenberge den Jupiter verehrt haben. Jupiter aber führe unter andern auch den Nahmen Sabaudius oder Sabazius, von welchem Worte in der Folge Sabotus entstanden sey. Er findet es pag. 36 glaublich, daß aus Jupiter Sabazius, Dionysius Sabazius gemacht worden sey, ein Nahme, der auch dem Bachus beygelegt worden ist. Jupiter hörte also auf die Gottheit dieses Berges zu seyn, und Bachus trat an seine Stelle. Des letztern beständiger Gefährte war Silenus, dieser nahm nun sehr natürlich an der Verehrung der Schlesier Theil. Und von diesem Silenus nahm sowohl der Berg als das Land den Nahmen Silensis an. Es ist wahrlich um die auf diese Hypothese verschwendete Mühe und Gelehrsamkeit schade, die bey den rohen Schlesiern eben die griechische Alterthumskunde vorrausetzt, die Hanke selbst besaß. Dieser bisher - noch nicht gelöste gordische Knoten, löst sich von selbst, wenn wir der obigen Spur - nachgehen und Slesi für das Stammwort von Schlesien annehmen. Nach dem Ditmar gab der Berg dem Lande den Nahmen, er mußte also auch der hintere oder Grenzberg genannt werden. Diese Benennung war um so natürlicher, da er in der Gegend liegt, die die Grenze des ehmaligen Polens ausmachte. Wer der slavischen Sprache kundig ist, weiß daß Gora slena ganz diesen Begrif ausdrückt, und die buchstäbliche Uebersetzung von dem deutschen "der letzte hinterste Berg" ist. Aus diesem Gora slena machte man das lateinische Mons sleni, in welchem das Beiwort: sleni, slena, slene, der letzte oder hinterste, sich eben so nach Mons richtet, als es sich im slavischen nach Gora richtete. Aus diesem mons sleni machten dann unsre guten Deutschen ihren Mons Sileni, und andre, die sleni für eine Abbreviatur hielten, mons silentii, und veranlaßten dadurch eben so gelehrte wie unnütze Untersuchungen über den Nahmen sowohl des Berges als des Landes selbst.

Der jezt noch übliche eigentliche Nahme Zobtenberg, mons Sabothus führt auf folgende nicht unwahrscheinliche Vermuthung. Die Schlesier selbst konnten nicht füglich auch diesen mitten im Lande liegenden Berg, den letzten oder Grenzberg nennen. Er war es zwar in Ansehung des ganzen polnischen Reiches, aber nicht für Schlesien. Der Nahme aber, den er am natürlichsten im Lande selbst führen konnte, war ohne Zweifel derjenige, der von dem nächsten Orte hergenommen war. Der nächste Ort aber ist Zobten, man nannte ihn daher den Zobtner Berg. Dieses fällt sogleich in die Augen, wenn wir mons Sabothus mit villa Soboth vergleichen. Unter dem Nahmen villa Soboth konnte die heutige Stadt Zobten vor in der vom Herzoge Bolco dem Streitbaren erneuerten Stiftungsurkunde des Klosters Grüssau, in welchem er diesem Kloster unter andern auch 4½ Malter Weizen und eben so viel Haber aus Zobten anweiset. Nach dem mehrere um diesen Berg liegende Dörfer und ihre Abgaben angegeben waren, heißt es: "item in villa Soboth conferimus eidem claustra quartam dimidiam malderatam tritici ex taritum avene. MCCXCII in ipso fundationis nostre claustro".

Daß dieser Berg jemals den Nahmen des Fürstenberges geführt, oder, daß die Schweidnitzischen Herzoge selbst auf demselben eine Zeitlang residiert haben sollten, bestätigt die Geschichte nicht, ob es gleich auf einer Tafel in der Kapelle dieses Berges als gewiß versichert wird. Es war ohne Zweifel ganz vergessen, daß ehmals das heutige Fürstenstein den Nahmen Fürstenberg geführt hat, und darinn fanden die geistlichen Besitzer dieses Berges eine günstige Veranlassung , den Zobten auch durch einen glänzenden Nahmen und durch seine Geschichte den Einwohnern merk- und ehrwürdig zu machen. Die Urkunde, die es außer allen Zweifel setzt, daß nicht der Zobten, sondern das Bergschloß Fürstenstein der Fürstenberg sey, von dem sich die Herzoge von Schweidnitz Herren von Fürstenberg genannt haben, hat der Herr Kammer-Calculator Zimmermann im 5. Bande seiner schätzbaren Beyträge zur Beschreibung von Schlesien pag. 364 zuerst bekannt gemacht. Da er aber mehr den Inhalt, als die Urkunde selbst buchstäblich mitgeteilt hat, so findet sich gerade die Stelle daselbst nicht, auf die ich mich hier berufe. Der Herzog Bolco der Kleine von Schweidnitz bestimmt unter andern auch den Freyburgern die Grenzen ihrer Viehweide mit folgenden Worten: "sie mögen ihr Vieh in die Buschut treiben; sie mögen die Küh treiben bis auf den Polsnitzer Wald, gegen den Schloß Fürstenberg."


Sab(b)at(h), Übernahme vom Wochentag, z.T. Judenname

(nach „Deutsche Sippennamen“ Teil IV S-St von Josef Karlmann Brechenmacher 1936)


Sabath wohl zu mhd. sabaot, sabot „Sabbat“, wohl Judenname

(nach „Familiennamen in Ostfalen“ Bd.2 von R. Zoder, 1968)


Sabath - Verweis auf Sache und auf Sobotta: Sache, zu ahd. sacha, asä. saca „Rechtshandel“, der altgermanische FN Sak-bert (sacbert, Verbindung aus Sache + -berht „berühmt, bekannt“) als Grundlage für FN u.a. Sab|ert, -arth, -bas (vgl. Saabath); Sobotta, poln. sobota „Sonnabend“, auch vorhanden in dem schlesischen Bergnamen Zobten, poln. Sobotka, häufig im (auch Orts-) Namen vorhanden, da am Sonnabend häufig Markttag war

(nach „Deutsche Namenkunde“ 5. Aufl., von M. Gottschald, 1982)


Sobotta (Name belegt in den Adreßbüchern von Neustadt, Ratibor, Beuthen, Oppeln), auch Sobotha, -the, -tka. Oberschlesischer Name polnischen Ursprungs: Sabbat, d.h. Sonnabend, nämlich Sonnabend-Markt. Vgl. auch den Bergnamen Zobten und die deutschen Namen Sonnabend, Sonntag usw.

(nach „Schlesisches Namenbuch“ Hans Bahlow 1953)


Sabbath – Jahres- und Tageszeiten, Monate, Wochentage als Familiennamen

(nach „Die deutschen Personennamen“ von Alfred Bähnisch, 1910)


Neben diesen Herleitungen gibt es noch Umwandlungen von anderen Familiennamen überwiegend bei Einwanderungen sowohl in Europa als auch in den USA, aus denen dann Sabath entstand, so z.B. aus den Namen Szabad (ungarisch), aus Sabalauskis (litauisch) oder Schabaschkjewitsch (russisch).


letzte Änderung: 04.10.2007