Die Städte im Kreis Guhrau

Köben

(1945 Chobienia)

(bis 31.12.1817 Kr. Guhrau, ab 1.1.1818 Kr. Steinau, ab 1.10.1932 Kr. Wohlau)

(evang. Köben, kath. Köben, StA Köben)


Ansichten von Köben

Kriegerdenkmal 1. Weltkrieg

Das Schloss heute


Kirchenbücher, die nach 1945 vorhanden sind


Archiwum Archidiecezjalne Wroclaw
ulica Kanonia 12
Pl-50-328 Wroclaw

evangelisch (Sygn. 292)

Taufen 1719-1743, 1752-1757
Tote 1695-1737(kath.u.ev.), 1737-1763


in polnischen staatlichen Archiven


keine


verfilmte Kirchenbücher bei LDS


katholisch


Taufen 1692-1798

Trauungen 1692-1802

Tote 1660-1802


evangelisch


Taufen 1719-1743, 1752-1757


evang. Militärkirchenbuch


Taufen, Heiraten, Tote, Komm. 1802-1816 Husaren Rgt. 1 von L'Estocq, von Haugwitz


Personenstandsregister, die nach 1945 vorhanden sind


in polnischen staatlichen Archiven


keine


Chronik


1303

Die Burggrafen von Dohna erhalten angeblich Köben.


1477

Siegmund von Kottwitz kauft Köben

1638

12. März: Die Brüder Georg, Sebastian, Friedrich und Leonhardt von Kottwitz verkaufen Köben an Johann Georg von Seydlitz.[192]


1650

Beschreibung in „Topographia Bohemia, Moraviae et Silesiae, das ist Beschreibung und eigentliche Abbildung der Vornehmsten und bekandtisten Stätte und Plätze in dem Königreich Boheim und einverleibten Landern Mähren und Schlesien“ von Matthaeum Merian zu Franckfurt 1650:

Köben – Ein Stättlein an der Oder / im Groß-Glogauischen Fürstenthumb / zwischen Steinau / und Groß Glogau / gelegen; welches unterm Herzog Henrico Barbato angefangen hat. Ist einsmals / vom Herzog Cunrado, so zum Erzbischoff zu Salzburg / wie unten bey Steinau gesagt wird / erwöhlet / einem von Dohnau geschenckt worden. Es ligen nahend Köben / auff Polen zu / Zapplau / und Hundsloch / so beyde / sonderlich das letzter / mit Schanzen wol versehen. Unnd ist diese Schanz Hundsloch / gleich an den Polnischen Gräntzen / hinder Groß Glogau / an eine Eck / da die Bartsch / unnd ein ander Wässerlein / so auß Polen kompt / zusammen fliessen / ein vornehmer Paß; dagegen uber / und allbereit in Polen / Frauenstat / ligt / so vor Zeiten auch zu Schlesien gehört hat; aber vom König Casimiro in Polen / wider den / mit König Johanne in Böheim gemachten / Vertrag / Anno 1343 eingenommen / unnd / von den Schlesischen Fürsten / Friedens / und Ruhe halber / ihme / unnd der Cron Polen / gelassen worden.


1668

Anno 1668 den 7. Nov. wurde Ursula MÜLLERIN, damals Waschmagd auf dem Hofe zu Köben, nachdem sie der Zauberei bezichtiget und überzeuget worden war, nach ihrem selbst eigenem gethanen Bekenntniß, auf der fürstlichen Grenze communicirt und zum Tode berichtet, und so dann selben Tages noch, nach Urtheil und Recht, zu Köben lebendig verbrannt. Bey welchem Hexen Wesen, durch Verführung ihrer selbst eigenen Mutter, sie dem Teufel 2 Jahr gedienet.


1669

Anno 1669 den 19. Januar wurden Ursula PETRIN, sonst die Frau NICKELNgenannt, so da eigener Aussage und Bekenntniß nach, 14 Jahr eine Hexe gewesen; und die alte BUXHAMMERN, hundert Jahr alt, 50 Jahr lang aber in dem Hexen Wesen begriffen, beide auch von Köben, und räudige Schafe meiner Heerde, nach voriger Gestalt von mir zu ihrem Tode berichtet und communicirt, in gleichen noch selbigen Tages zu Köben justificirt, doch daß der sogenannten Frau NICKELN der Kopf zuvor abgeschlagen, die alte BUXHAMMERN aber lebendig verbrannt worden. In dies Verzeichniß setze ich, nicht ohne Ursache die so genannte Mutter Anle (schlechter Druck: Anke?), Bademutter von Köben, ei recht scheinheilig gewesenes Kirchkind, so aber einen Schalk im Herzen verborgen getragen, indem sie wegen vieler Bezüchtigungen und unterschiedlicher Personen Aussagen, so sie als eine Meisterin in der Hexerey beschrieen, auch auf sie gestorben seyn, sich nicht allein meiner Kirchenpflege entrissen, sondern auch gar aus der Stadt und Lande entwichen. Dem Gerichte Gottes aber wird sie nicht entlaufen. Anno eodem. Hans RIEDEL und Anna STANDTKIN, beide zu Hofe vor Kleinknecht und Großemagd dienende, nachdem sie in öffentlicher Hurerey sich ergreiffen lassen, sind vorher mit dem Stock oder Gefängniß etliche Tage, hernach drey Sonntage nacheinander vor der Kirche mit dem Halseisen abgestraft, und sodann nach ordentlicher zuerkandten Kirchen Buße, so sie vor dem heiligen Altar drey unterschiedne mahl, durch die wehrende Predigt, mit Knieen bezeigen müssen, wiederum mit Gott und geärgerten christlichen Gemeine, ausgesöhnet, und in der Halle zusammen getrauet worden. So geschehen Dom. 3. post. Trin.


aus "Topographia deu Compendium Silesiae Pars V continet Principatos Glogaviensem Saganensem" von F.B.Wennher, um 1780

 

 

1829

Der Lieutenant Schnabel wird zum Steuer-Aufseher zu Fuß ernannt.


1845
Stadt, Reg. u. OLG Breslau, von da in NW in 11 M., 306 Fuß über der Ostsee, 22 Fuß über der Oder; Offen, doch mit dem Ober-Glogauer-, Oder- und Steinauer Thor-Ausgange, vor letzterem die Steinauer Vorstadt, Grundherr Geh. Regierungsrath Baron von Köller, 1 königl. Stadt-Gericht, vereint mit dem zu Raudten, und hält der dasige Stadtrichter alle 6 Wochen drei Gerichtstage hier ab, 1 königl. Post-Expedition des Postamtes Lüben, 1 königl. Untersteuer-Amt, vereint mit der königl. Salz-Factorei des Hauptsteuer-Amtes Wohlau, 1 evang. Mutterkirche (seit 1769), ohne Widmut, eingepf. pro on ohne Decem: Köben, Stadt und Dorf, mit Thiervorwerk u. Wäldchen, nebst Heidau im Kr. Wohlau, gastw. im Steinauer Kreis: Gurkau, Läskau, Nährschütz und Radschütz, 1 evang. Schule, 2 Lehrer, eingeschult: Köben, Stadt und Dorf, Patron der Schule und Kirche Domininum Köben, 1 kath. Pfarr- und Mutterkirche, seit 1587 erbaut, wegen Baufälligkeit der früher sogenannten Domkirche im Dorfe Köben, welche gegenwärtig ganz eingegangen und nur noch als Ruine zu sehen ist. Die Pfarrkirche wird von der Oder bespült, sie ward ad nexum des 5ten Canonicats zu Groß-Glogau bis 1816, wo sie durch die Säkularisation unter königl. Patronat kam. 1 Pfarr-Wiedmuth, 50 Morgen Acker, 7 Morgen Wald, 2 Wiesen, Decem 17 Scheffel Korn, 17 Scheffel Hafer, sonst von jedem 172 Scheffel, der aber jetzt ruht. Die Bauten tragen Fiscus und die Eingepfarrten pro on: Köben, Stadt und Land, Bartsch, Brödelwitz, Gurkau, Kulm, Läskau, Nährschütz, Nistitz und Radschütz; im Kreis Wohlau: Alt- und Neu-Heidau; und im Kreis Guhrau: Tscheschenheide, ferner Guhren, Kr. Steinau, mit verbundener Mutterkirche und Wiedmuth (Archp. Preichau), 1 kath. Schule der Eingepfarrten exclusiv Tscheschenheide, Gäste schickt Lübchen im Guhrauer Kreise, 1 Lehrer (Insp. Steinau), 2 Pfarrhäuser, 2 Schulhäuser, 1 Rathaus, 1 Wachthaus, 1 Gefängnis, 1 Hospital, das Dominium kann 3 der acht Stellen besetzen, 1 herrschaftl. Schloß mit Garten und Fruchthaus, an der Stadt, aber nicht zu ihr gehörig, 117 Häuser, 1226 Einwohner, worunter (872 ev., 343 kath., 11 jüd.) männlich 582, weiblich 644, 160 Bürger und Bürgerinnen, 108 Schutzverwandte, Geringer Kleinhandel, durch 9 Kaufleute und 16 Krämer und Höcker, Geringer Handwerksbetrieb durch 80 Meister, 1 Apotheke, 1 städtische Brauerei der 60 Brauberechtigten, 1 Windmühle, 3 Töpfereien, 2 Gast-, 15 Schankhäuser, 27 Oderkähne in Allem 690 Lasten tragend, 1 Oderfähre des Dominiums, 15 Bürger waren dem Dominium noch mit Spann- und Handdiensten verpflichtet und wurden deshalb auch die Fünfzehner genannt. Das gebildete Mittel besteht heute noch, doch sind die Stellen, welche ihre Dienste abgelöst haben, auf 12 vermindert, weil die Aecker verkauft und die Häuser abgebrochen worden sind. Jährlich werden 4 zweitägige Kram- und Viehmärkte hier abgehalten. Die Trinkwasser-Röhrleitung der Stadt muß das Dominium besorgen. Die gesamte Viehhaltung beträgt 116 Rinder, 13 Pferde.

 

1881

Die kgl. General-Kommission für Schlesien gibt die Auseinandersetzung Ablösung der Reallasten, welche der evangelischen und katholischen Pfarrei, der Kantorei und Küsterei zu Köben von der Stadtgemeinde und dem Dominium Köben zustehen bekannt.


1883

Die Kreiswundarztstelle des Kreises Steinau mit Wohnsitz in Köben ist vakant und wird öffentlich ausgeschrieben. Sie ist mit einem Jahresgehalt von 600 Mark verbunden.


1920
Die Stadt gibt Notgeld mit den Werten 10, 25 und 50 Pf. aus.


1921
15.7. Ausgabe eines 25-Pf-Scheines.


1922
Die Stadt gibt Notgeld mit den Werten 10, 25, 50, 75 Pf und 1 Mk aus.


1931

Evang. Stadtschule (Schulstr.): 141 Schüler in 4 Klassen und 3 Klassenzimmern. Kath. Stadtschule (Schulstr.): 36 Schüler in 1 Klasse.


Bürgermeister


1876

Scholz

 

1941/1944

Walter Hoffmann, Fuhrgeschäft


Evangelische Geistliche

 

1592

Caspar Kehlichen, Vater von Johann Kehlichen, Pastor in Guhren


1612-1638

Johannes Heermann (* 1585 Raudten, + 1645 Lissa)

 

1786/1788

Keil

 

1876

Hergesell

 

1926-

Theodor Hilsberg (* 30.3.1899, ord. 13.12.1923)

 

-1945

Günther Wagner


Katholische Geistliche

 

-1789

Johann Steier, danach in Brieg


1789-

Ignatz Günther

vorher in Hochkirch, * in Ottmachau, 1784 in Breslau ordieniert

 

1876

Pohl

 

-1945

Joseph Maul


evang. Lehrer


1876

Niepel

 

1931

Otto Scholz, Hauptlehrer und Kantor

Artur Seite

Elfriede Zehnpfund

Adele Horney, Hilfslehrerin


kath. Lehrer


1876

Hübner

 

1931

Sidoke, Lehrer und Kantor


Einwohner

 

Johann Gebauer, Notar in Köben, Sohn: Andreas Gebauer * 2.11.1594, Pastor in Wohlau

Adolph Eckerland, Specereiw. und Wein (1876)

Wilh. Pause, Specereiw. (1876)

David Pitschpatsch, Schnittw. und Producte (1876)

A. Schöpke, Holzgeschäft (1876)

Theodor Strauß, Specereiw. und Eisen (1876)


1876    1128 Ew.

1925    1289 Ew.

1933    1518 Ew.

1937    1649 Ew.

1939    1649 Ew.


Notgeld


 

letzte Änderung: 12.01.2010