Kreis Guhrau / Schlesien

 

aus: „Stammliste der Königlich Preußischen Armee seit dem 16ten Jahrhundert bis 1840“, Berlin

 

2tes Husaren-Regiment

genannt 2tes Leib-Husaren-Regiment

(V. Armee-Korps)

 

Garnison:

Stab und 3te Schwadron Herrnstadt; 1te Guhrau; 2te Wohlau; 4te Winzig

 

Uniform. Schwarze Pelze und Dolmans, weiße Schnüre und Knöpfe, hellblaue Czakots mit einem Todtenkopf, die Cartouches mit dem Stern des schwarzen Adlerordens geziert; Schärpen schwarz mit weißen Knöpfen; die Röcke der Officiere haben schwarze Kragen und Aufschläge, die Jacken schwarze Kragenpatten, die Chabracken schwarzen Besatz.

Der Stamm des Regiments. Das Regiment hat mit dem 1sten Leib-Husaren-Regiment, durch dessen Theilung es gebildet worden ist, gleiche Abstammung und bis dahin gleiches Schicksal. Im Jahre 1808 wurde aus dem 4 Schwadronen starken 2ten Bataillon besagten Regiments das 2te Leib-Husaren-Regiment gebildet. Im Jahre 1815 gab dieses Regiment eine Schwadron zur Errichtung des 8ten Husaren-Regiments ab, die wieder aus dem Regiment neu formirt wurde.

Feldzüge. Das 2te Leib-Husaren-Regiment hatte als 2tes Bataillon des ehemaligen Husaren-Regiments v. Prittwitz (Nr. 5), mit dem 1sten Bataillon, jetzigen 1sten Leib-Husaren-Regiments, bis zur Theilung im Jahre 1808 gleiches Schicksal. Zwei Schwadronen des Regiments namen an dem Feldzuge 1812 in Curland, mit 2 Schwadronen des 1sten Husaren-Regiments als combinirtes Husaren-Regiment Nr. 1 Theil, und fochten bei Poniewisz, Widzy, Garossenkrug, Thomsdorf, dem Ueberfalle bei Friedrichstadt und Pilkupöhnen.

1813 focht das Regiment in den Schlachten von Groß-Görschen, Bautzen, an der Katzbach, wobei dasselbe 2 feindliche Geschütze eroberte, und in der Schlacht von Leipzig, wo es dem Feinde 2 Fahnen und 2 Kanonen abnahm. Imgleichen machte das Regiment die Gefechte bei Dannigkow, Colditz, Rochlitz, wo es 3 Kanonen eroberte, Lauterseiffen, Goldberg, Löwenberg, Bischofswerda, Wartenburg, in welchem es dem Feinde 6 Kanonen abnahm, bei Freiburg, woselbst von demselben mehrer russische und östreichische Gefangene befreit wurden, und bei Eisenach mit. An den Einschließungen von Mainz und Metz nahm das Regiment nur kurze Zeit Theil.

Im Jahre 1814 focht es in den Schlachten von Lyon, wo es eine Cuirassierstandarte und 6 Kanonen eroberte, und von Paris, woselbst es 9 Kanonen dem Feinde abnahm; so wie in den Gefechten bei Vitry de Francois, Mery, Lisy, Bery au Bac und Claye.

Im Jahre 1815 machte das Regiment den Marsch nach Frankreich mit.

Die in den Jahren 1806 und 1807 demselben ertheilten Auszeichnungen sind beim 1sten Leib-Husaren-Regiment aufgeführt.

Dem Regimente wurde als Auszeichnung nach beendigtem Kriege 1815 eine Standarte ertheilt.

 

Regiments-Commandeurs seit 1808

 

1808    Oberst-Lieutenant Graf La Roche Aymon; erhielt als General-Major den Abschied mit Pension

1811    Major v. Cosel; wurde als Oberst-Lieutenant Commandant in Cosel

1813    Major v. Kall, blieb bei Colditz

1813    Major v. Stößel; ward als General-Major Brigade-Commandeur

1819    Major v. Schwanenfeld; erhielt als Oberst-Lieutenant den Abschied

1821    Oberst-Lieutenant v. Hedemann; wurde als Oberst 1829 Commandeur des 2ten Garde-Ulanen-(Landwehr-)Regiments

1830    Oberst-Lieutenant Graf zu Eulenburg; wurde 1839 mit General-Majors-Charakter pensionirt

1839    Major Baron v. Zedlitz