Die Dörfer im Kreis Guhrau

 

Ereignisse aus der Geschichte der niederschlesischen Dörfer Birkenhain und Sophienthal im Kreis Guhrau

 

1310 bis 1947

 

Erinnerung an die ehemaligen deutschen Einwohner und ihre Geschichte

 

Autoren:

Dr. Hermann Wandschneider

Ingeborg Wandschneider geb. Baumert (aus Birkenhain)

Bad Orb 2007

 

Fünfter Abschnitt

 

Sophienthal und Tscheschenheide in der Zeit der Weimarer Republik

(1919 – 1933)

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1919/1920

Veränderungen in Sophienthal und Tscheschenheide nach dem Ersten Weltkrieg

Nach dem verlorenen Krieg, der Novemberrevolution 1918, der Abdankung des Kaisers und den nachfolgenden Unruhen im Lande erließen die neuen bürgerlich-demokratischen Machtorgane in Berlin am 11. August 1919 das Reichssiedlungsgesetz. Damit, so schätzte der Historiker Richard Juhnke ein, „…wurde die Grundlage für eine planmäßige Siedlungstätigkeit geschaffen, in deren Verlauf eine große Anzahl von Gütern aufgesiedelt und an ihre Stelle bäuerliche Besitzungen errichtet wurden. Dem anhaltenden Rückgang der Bevölkerung auf dem flachen Lande…sollte damit Einhalt geboten werden.“[1]

Zu einer solchen radikalen Umsetzung der Gesetzestexte konnte es jedoch nicht kommen. Die großen wie die kleineren Rittergutsbesitzer waren ebenso, wie die Besitzer und Aktionäre der Banken und Konzerne in Industrie und Handel, durch die Novemberrevolution “aufgeschreckt”. Immerhin hatte diese an den Grundfesten der bestehenden Eigentums- und Machtverhältnisse im Lande bedrohlich gerüttelt. So bestand ihre Strategie nun darin, kleinere Zugeständnisse an die Arbeitenden in Industrie und Landwirtschaft zu machen und zugleich ihre Eigentums- und Machtpositionen wieder zu festigen. Aus den vielen Beweisen für diese Feststellung sei nur auf einen Sachverhalt hingewiesen: auf die Zusammensetzung der Landwirtschaftskammer der Provinz Schlesien im Jahre 1920/21.[2] Dem 21 Mitgliedern umfassenden Vorstand gehörten 19 Ritterguts- bzw. Gutsbesitzer und ein Bauerngutsbesitzer sowie 1 Stellenbesitzer an. Eine ähnliche Zusammensetzung war kennzeichnend für Vertreter der Kreise des Regierungsbezirks Breslau in der Landwirtschaftskammer. Es handelte sich fast ausschließlich um Rittergutsbesitzer oder Rittergutspächter. Der Kreis Guhrau wurde durch Herrn von Bernuth - Rittergutsbesitzer und Amtsrat - aus Heinzendorf vertreten.

Man kann davon ausgehen, dass die oben zitierte Absicht des Reichssiedlungsgesetzes auch im Kreis Guhrau und auch in Sophienthal und Tscheschenheide bekannt wurde. Aber wie überall in Schlesien, erfuhr sie nur eine „halbherzige“ oder nur partielle Umsetzung. So kann man den Angaben der „Schlesischen Güteradressbücher“ entnehmen, dass sich der Grundbesitz des Gutes Sophienthal von 1917 bis 1921 um ca. 60 ha und bis 1926 um weitere 21 ha zugunsten von bäuerlichem Besitz verringerte.[3] Hiervon „profitierte“ nicht nur der Landwirt Wilhelm Baumert in Tscheschenheide. Er vergrößerte sein Ackerland, seine Wiesen und seine Waldfläche auf ca. 20 Hektar. Auch andere Landwirte und Stellenbesitzer konnten - soweit sie finanziell dazu in der Lage waren - von den insgesamt 81 Hektar Land aus dem Fonds des Rittergutes kleinere oder größere Teile erwerben.

Die Folgen der Niederlage Deutschlands im Ersten Weltkrieg trafen den Kreis Guhrau und die Nachbarkreise auch in anderer Weise unmittelbar. Im Ergebnis des Versailler Vertrages (28.06.1919) musste Deutschland nicht nur Einschränkungen seiner Souveränität, hohe Reparationszahlungen und die Abtrennung beträchtlicher Gebiete im Westen des deutschen Staatsgebietes an die Siegermächte hinnehmen, sondern darüber hinaus auch im Osten große Teile seines Staatsgebietes an Polen abtreten. Es handelte sich um die Provinz Posen, um weitere Gebiete in Nieder- und Oberschlesien.

In Niederschlesien[4] waren die Ostgrenzkreise Namslau, Groß-Wartenberg, Militsch-Trachtenberg und Guhrau betroffen. Der Kreis Guhrau verlor die Gebiete der Landgemeinden Gabel, Katschkau, Roniken und Triebusch sowie der Gutsbezirke Gabel, Roniken und Triebusch. Die Gemeinden Königsdorf, Neudorf, Nieder- Tschirnau, Sulkau, Kraschen und Woidnig mussten Teilflächen abtreten. Insgesamt verlor der Kreis Guhrau 3.681 ha seines Hoheitsgebietes und 1.619 Einwohner an Polen.

Der Gebietsverlust Niederschlesiens betrug insgesamt 51.156 Hektar mit 90 Landgemeinden und Gütern. Das bedeutete für 27.500 Einwohner der Wechsel aus dem deutschen in das polnische Staatsgebiet und den Verlust ihrer bisherigen nationalen bzw. staatlichen Identität. Viele Bewohner der an Polen fallenden Gebiete wählten die „Alternative“ des Verlassens der alten Heimat. Oftmals blieb ihnen nichts anderes übrig, wollten sie sich nicht der Gewalt der neuen polnischen Behörden und Teilen der polnischen Bevölkerung aussetzen. Eine größere Anzahl dieser heimatlosen Familien kam nun in die Ortschaften des Kreises Guhrau.

Auch in Tscheschenheide und Sophienthal trafen Familien aus diesen ehemals deutschen Gebieten ein. Zu ihnen gehörten Emma Hoffmann mit ihren vier Kindern und Stanislaus Kajak mit seiner Familie, die aus den verlorenen Gebieten der Provinz Posen kamen. Die Familie Karl Mundil mit ihren erwachsenen Söhnen musste die heimatliche Existenz im Kreis Groß-Wartenberg aufgeben. Wären sie geblieben, hätten sie die polnische Staatsbürgerschaft annehmen müssen. So hörten die Einwohner von Tscheschenheide und Sophienthal unmittelbar aus dem Munde von betroffenen Menschen über das nicht Fassbare, zum Teil gewaltsame Geschehen in der verlorenen und doch so nahen Heimat. Das blieb nicht ohne Wirkung. Ein Teil der Einwohner solidarisierte sich mit den Neuankömmlingen, zumindest in ideologischer Hinsicht. Ob diese Solidarisierung aber auch in Bezug auf die staatliche Förderung zutraf, die diese Familien erhielten, ist fraglich. Die Überlieferungen hierzu sind widersprüchlich.

Finanziell unterstützt durch den deutschen Staat konnten die neu in Tscheschenheide und Sophienthal angesiedelten Familien Grund und Boden sowie Immobilien erwerben und sich in den folgenden Jahren eine neue Existenz aufbauen. So erwarb Karl Mundil in Sophienthal einen kleineren landwirtschaftlichen Betrieb. Sein Sohn Adolf, der zunächst in der Brennerei des Rittergutes arbeitete, schuf sich Jahre später in Tscheschenheide nach und nach ein größeres bäuerliches Anwesen, zu dem später eine landwirtschaftliche Nutzfläche von ca. 11 ha und eine Waldfläche von ca. 3 ha gehörten. Die Schwiegereltern von Adolf Mundil - Oswald Pätzold und Ehefrau - zogen in diesem Zeitraum ebenfalls nach Tscheschenheide und halfen den jungen Leuten beim Aufbau und bei der Entwicklung des Landwirtschaftsbetriebes.

Der Vorgang der Abtrennung ehemaliger deutscher Gebiete zugunsten des polnischen Staates blieb nicht ohne lang anhaltende ideologische Wirkungen. Viele Schlesier fühlten sich in ihrer nationalen Würde verletzt. Es gab eine Welle von Protestaktionen in Schlesien und auch im Kreis Guhrau gegen die Lasten der Versailler Verträge, besonders gegen den Verlust von Heimatland. Das trug mit dazu bei, dass in den folgenden zwei Jahrzehnten ein ideologischer Boden entstand, auf dem Nationalismus und Hass gegen den polnischen Staat gedeihen konnten.

Zu allererst beschäftigten sich die schon lange in Sophienthal und Tscheschenheide lebenden Einwohner jedoch mit der eigenen wirtschaftlichen und sozialen Lage und der Sicherung ihrer Existenzgrundlagen in den unsicheren Monaten, Jahren nach dem Ersten Weltkrieg. Sehr bald waren sie überdies mit der einsetzenden Inflation und dem anhaltenden Prozess der nicht durchschaubaren Geldentwertung konfrontiert. Dabei mussten sie mit den neuen politischen Verhältnissen in der Weimarer Republik zurechtkommen. Sie machten sehr schnell die Erfahrung, dass sich in Bezug auf ihre soziale Lage nichts Wesentliches zum Positiven änderte. Die Gutsarbeiter und Gutsarbeiterinnen mussten wie eh und je für nur wenig Lohn und Deputat auf dem Gut schuften. Über ihre Pflichten und Rechte entschied nach wie vor ihr Gutsbesitzer. Auch die Stellenbesitzer blieben weitgehend in der Abhängigkeit des Gutsbesitzers.

Allerdings trafen besonders die wirtschaftlichen Verwerfungen der Nachkriegszeit auch das Rittergut Sophienthal. Seit 1919 gab es einen neuen Gutsbesitzer. Es handelte sich um Dr. Victor Löwenfeld aus Berlin.[5] Nach Überlieferungen „führte“ der neue Gutsbesitzer sein Gut von Berlin aus. Unmittelbar vor Ort leitete sein Administrator Herr Lehmann die Produktion, das Rechnungswesen, die Verwaltung, den Einsatz der Arbeitskräfte und alle anderen Aufgabenbereiche. Für die betriebliche Rechnungsführung stand ihm kein Assistent mehr zur Verfügung. Aber es arbeiteten noch ein Assistent des Administrators, ein Brennerei-Verwalter, ein Förster und ein Ziegelmeister. Zunächst gab es noch eine kleine Molkerei, doch deren Arbeit wurde bald eingestellt. Im Kreis und Nachbarkreis entstanden größere Molkereien, die den Transport und die Verarbeitung der Milch des Gutes und beider Dörfern übernahmen.

In den Nachkriegsjahren konzentrierte sich die landwirtschaftliche Produktion des Rittergutes Sophienthal weiterhin auf die Zucht und Haltung der Rinderrasse „Schlesisches Rotvieh“, der Schweinerasse “Veredeltes Landschwein“ und auf den Kartoffelanbau sowie auf die Gründüngung.[6]

Abb. 16 - Förster Hermann Fiebag auf dem Weg durch die Wälder zwischen Klein Wiersewitz

und Sophienthal

Das Foto stammt aus dem Privatbesitz von Windfried Fiebag aus Börnsen bei Hamburg.

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Förster Hermann Fiebag verließ 1919 das Rittergut Sophienthal und trat in die Dienste von Rittergutsbesitzer Eugen Giese im benachbarten Klein Wiersewitz. Dort wohnte und arbeitete er bis 1931.

Nach bisherigen Recherchen kann man offenbar davon ausgehen, dass er noch für einige Jahre die Oberaufsicht über das Forstrevier von Sophienthal und den dort tätigen Hilfsförster ausübte.

Bei seinen dienstlichen und privaten Wanderungen durch die wunderschöne Wald-, Wiesen, Moor- und Heidelandschaft zwischen Klein Wiersewitz und Sophienthal stattete er häufig dem zu Tscheschenheide gehörenden Wirtshaus „Eichkretscham“ einen Besuch ab. Mit dem Wirt Paul Hanisch, dem „Hanisch-Paul“ war er über viele Jahre freundschaftlich verbunden. Auch der heranwachsende Förstersohn Bernhard Fiebag kam nach seiner Ausbildung zum Forst- und Waidmann des Öfteren in den „Eichkretscham“ und erfreute mit seinem Gesang zu Gitarrenklängen die Anwesenden, vor allem aber die Töchter der Wirtsleute.

Wie sein Vater, seine Familie liebte Bernhard Fiebag die schlesische Heimat und ihre Menschen. Gerade bei seinen Spaziergängen durch Wald und Heide, an den Mooren und Feldrainen entlang genoss er es, wie er in seinen Erinnerungen schrieb: „Anfang Mai die Birkhahnbalz zu beobachten. Die ersten Sonnenstrahlen wärmten die Erde, die Lerchen stiegen trällernd in die Lüfte und die Bekassinen, genannt ‚Himmelsziegen’, meckerten gar lustig in schwindelnder Höhe. Plötzlich ein Kullern und Tollen, der Birkhahn führte seinen Hennen den Rittertanz vor und warb um ihre Gunst.“

Abb. 17 - Paul Hanisch, Bernhard Fiebag und die Töchter der Gastwirtsfamilie Hanisch in fröhlicher Runde vor dem „Eichkretscham“ um 1934

Das Foto stammt aus dem Privatbesitz von Windfried Fiebag aus Börnsen bei Hamburg.

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So entfaltete sich die Natur in der Landschaft um den Teinitzgraben, am „Eichkretscham“- im Areal zwischen den Ortschaften Sophienthal, Tscheschenheide, Gansahr und Klein Wiersewitz Jahr für Jahr in ihrer unverwechselbaren Schönheit.

1919 - 1925

Lehrer Max Balden übernimmt die evangelische Volksschule in Tscheschenheide

Max Balden, bislang 2. Lehrer an der Schule in Lübchen, unterrichtete ab dem 1. Juli 1919 die Schüler und Schülerinnen der einklassigen Dorfschule in Tscheschenheide/Sophienthal. Seine Ehefrau erteilte den Mädchen Handarbeitsunterricht. Max Balden kam als fachlich gut ausgebildeter und in der Schul- und Lebenspraxis erfahrener Volksschullehrer in die evangelische Volksschule Tscheschenheide.

Aus dem Lebenslauf von Max Ernst Balden sind einige Daten bekannt.[7] Lehrer Max Balden (*1886 in Goschzschen Kreis Lübben/Brandenburg) hatte bereits vor 1909 seine  Lehrerlaufbahn begonnen. In Steinau an der Oder legte er am 11. September 1909 erfolgreich seine erste Lehrerprüfung ab. Seine zweite Lehrerprüfung absolvierte er ebenso am 12. Februar 1914 an der Volksschule in Lübchen.[8]

Abb. 18 - Volksschullehrerpersonalkarte von Max Balden

Quelle: BBF/DIPF/Archiv, Gutachterstelle des BL – Preußische Volksschullehrerkartei © 1996-98 Universitätsbibliothek Braunschweig ...[9]

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 Bis zu seiner Einberufung zum Kaiserlichen Heer in den Tagen des bald beginnenden Weltkrieges arbeitete er als 2. Lehrer in Lübchen. Dieses Amt konnte er zum Ende des Ersten Weltkrieges wieder übernehmen, da er das Glück hatte, zu den überlebenden Soldaten zu gehören. Max Balden und die aus Lübchen stammende Frieda Müller (*1894) heirateten im Jahre 1919, bevor sie nach Tscheschenheide zogen.In Tscheschenheide musste Max Balden in die “Fußstapfen” des Lehrers Reigber treten, der gegen Ende des Ersten Weltkrieges gefallen war. Das war für Max Balden eine große Herausforderung. Immerhin hatte sein Vorgänger mehr als 20 Jahre in dieser Schule erfolgreich gearbeitet, war mit seiner Familie sesshaft geworden und fand nicht nur die Achtung seiner Schüler, sondern auch ihrer Familien.

Max Balden stellte sich dieser Herausforderung. Er erarbeitete sich Schritt für Schritt das für eine erfolgreiche Lehrertätigkeit erforderliche Ansehen und Vertrauen der Menschen in beiden Dörfern. Da er sich in seinem Charakter und Temperament sowie in der Art und Weise seines Auftretens von seinem Vorgänger Reigber deutlich unterschied, hatte es Balden nicht ganz leicht, sich den Menschen der beiden Dörfer zu nähern. Er zog ohnehin die „Distanz“ bei der Begegnung mit den Schülern und ihren Familien vor. Doch schon bald stellte er eine anerkannte Autorität an der Schule und in den Dörfern dar.

Dazu trug offensichtlich auch bei, dass sich Max Balden um sein fachliches Weiterkommen stets gezielt kümmerte. So legte er im Jahre 1927 die von den Schulbehörden der Weimarer Republik vorgeschriebene 2. Prüfung für die erste Schulstufe ab.

Ansehen brachte dem Lehrer Max Balden auch, dass er sich in diesen Jahren aktiv der heimatkundlichen, archäologischen Forschung in Tscheschenheide und Umgebung widmete und seine Schüler daran teilhaben ließ. Durch seine erfolgreichen Forschungsarbeiten im Jahre 1926/27 machte er Tscheschenheide und Sophienthal bis nach Breslau hin bekannt. Max Balden, fand im Umfeld des Dorfes eine Steinaxt, die aus der jüngeren Steinzeit (4000 - 2000 v. Chr.) stammte. Balden machte diesen Fund dem Schlesischen Museum für Kunstgewerbe und Altertümer in Breslau zum Geschenk. Die von dort sogleich nach Tscheschenheide eilenden Wissenschaftler stießen bei ihren amtlichen Ausgrabungen in der Gemarkung von Tscheschenheide auf ein Grab aus der ältesten Steinzeit. Darin befanden sich Gefäße und Teile eines Mahlsteines.[10]

Großen Wert legte Lehrer Balden auf einen gut klingenden Gesang seiner Schüler und Schülerinnen. Das war schon deshalb wichtig, weil eine alte Dorf- und Schul-Tradition in Tscheschenheide gebot, dass der Chor der Schule bei Beerdigungen auf dem Friedhof mit seinem kirchlichen und weltlichen Trauergesang, die Verstorbenen zur letzten Ruhe geleitete.

Für Lehrer Balden waren die deutschen Tugenden im Umgang mit den Kindern unantastbar. Jungen hatten standhaft, hart und diszipliniert zu sein. Max Balden hielt an den konservativen schulischen Erziehungs- und Disziplinierungsmethoden fest. Das entsprach durchaus in dieser Zeit noch der offiziellen Pädagogik. Schulische „Erziehungspraxis“, Bildungsinhalte und Anforderungen an die Schüler und Schülerinnen sowie Unterrichtsmethodik waren letztlich vom Charakter der damaligen gesellschaftlichen Verhältnisse bestimmt.

So lag es nicht unbedingt im Ermessen eines Dorfschullehrers mit der überall in Deutschland, Schlesien und im Kreis Guhrau üblichen Bildungs- und Erziehungspraxis zu brechen. Bestrafung per Rohrstock, Ohrfeigen, “Korrekturen“ von Linkshändigkeit durch Einsatz des Lineals gegen die „böse Hand“ und andere Methoden zur “Besserung” und Disziplinierung der Schüler und Schülerinnen gehörten in damaliger Zeit zum ganz normalen, offiziell geduldeten Schulalltag.

Für einen neu ins Dorf kommenden Lehrer war es auch schwierig, rasch die reale soziale Unterschiedlichkeit und Widersprüchlichkeit, die soziale Struktur und die inneren Hierarchie-Ebenen in der Dorfgemeinschaft zu erfassen und damit angemessen umzugehen. Die Kinder und deren Familien gehörten zu unterschiedlichen sozialen Schichten in den Dörfern. Da gab es die Kinder aus den Gutsarbeiterfamilien und es gab die Kinder, deren Eltern und Großeltern über kleineren und größeren Besitz verfügten.

Ein Dorfschullehrer war in damaliger Zeit immer in der zwiespältigen Situation, mit den Kindern aus begüterten Familien und mit deren Eltern und Großeltern einen “freundlichen, gewinnenden” Umgang zu pflegen. Das war in vielerlei Hinsicht für das Leben und die Arbeit einer Lehrerfamilie in einem Dorf wichtig. Chancengleichheit und die Gleichbehandlung der Schüler und Schülerinnen gehörten eben nicht zu den Maßstäben der damaligen gesellschaftlichen Ordnung.

Lehrer Max Balden konnte sich gerade bei der Bewältigung der Probleme der zwischenmenschlichen Kommunikation mit den aus unterschiedlichen sozialen Verhältnissen stammenden Kindern und deren Eltern auf seine Ehefrau stützen. Sie verstand es, in ihrer Tätigkeit als Handarbeitslehrerin und in der Begegnung mit den Dorfbewohnern “ausgleichend” zu wirken. Ob Max und Frieda Balden ahnten, als sie im Jahre 1919 nach Tscheschenheide kamen, dass sie in diesem Dorf fast 25 Jahre als Lehrerfamilie bleiben würden, ist sehr unwahrscheinlich.

Bekannt ist hingegen, dass sie in allen diesen Jahren eine große Anzahl von Mädchen und Jungen in ihrem schulischen Werdegang und so in einer wichtigen Entwicklungsphase ihres Lebens begleitet und gefördert haben. Einige wenige von ihnen erreichten weiterführende Schulen. Andere schlossen ihre Volksschulbildung mit solchen Leistungsnoten ab, dass sie erfolgreich einen handwerklichen Beruf erlernen konnten.

Abb. 19 - Kurt Baumert im Jahre 1929 in Tscheschenheide

Das Foto stammt aus dem Privatbesitz von Ingeborg Wandschneider geb. Baumert aus Bad Orb.

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So verließ zum Beispiel Kurt Baumert – Sohn des Landwirt-Ehepaares, Wilhelm und Bertha Baumert - im Jahre 1924 die Schule und erlernte bei Maurermeister Paul Röhricht in Gimmel den Beruf eines Maurers. Er arbeitete bis zu seiner Einberufung zur Wehrmacht im Jahre 1940 in dieser Firma zunächst als Maurergeselle und dann als Polier.

Andere Kinder und Jugendliche aus Tscheschenheide/Birkenhain erlangten in der Schule bei den Balden´s ebenfalls das nötige schulische Rüstzeug für ihren weiteren Lebensweg. Einige von ihnen übernahmen später die Höfe ihrer Großeltern oder Eltern, wie zum Beispiel Alfred Goletz. Andere wiederum begannen nach der Vollendung ihres 14. Lebensjahres auf dem Gut mit ihrer körperlich schweren und schlecht bezahlten Arbeit in den Ställen, auf den Feldern, Wiesen. Man behandelte sie nach wie vor als “junge Untertanen”, so wie sie es schon erfahren mussten, als sie bereits im Kindesalter viele Stunden für den Gutsherrn schuften mussten. In den Dörfern schaute man nicht selten von “oben” auf sie hinab. Doch sie trugen diese Last mit Würde und waren stolz, dass sie zu ihrem Lebensunterhalt und den ihrer Familien beitragen konnten.

Alles das wurde in einer einklassigen Schule, in der ca. 45 Schülerinnen und Schüler aus acht Klassenstufen teilweise gleichzeitig zu unterrichten waren, in mehreren Jahrzehnten von einem einzelnen Lehrer geleistet. Für den Schulalltag in Tscheschenheide galt allgemein der folgende Ablauf: In den Vormittagsstunden unterrichtete Max Balden die Klassenstufen 4 bis 8 und in den frühen Nachmittagsstunden die Klassenstufen 1 bis 3.

1926

Tscheschenheide bleibt ohne elektrisches Licht – wirtschaftliche Fortschritte im Gutsbezirk

Der allgemeine wirtschaftliche Aufschwung hatte zwischenzeitlich auch den Kreis Guhrau erfasst. Während im Kreis der größte Teil der Dörfer an das Netz der Stromversorgung angeschlossen war, kamen die Einwohner von Tscheschenheide und Sophienthal auch weiterhin nicht in den Genuss dieses Fortschritts. Sie mussten sich weiter mit der Petroleumlampe begnügen. Daran ändert sich auch in den folgenden zwanzig Jahren nichts.

Die mit dem Anschluss an das Stromnetz verbundenen Kosten waren dem Gutsbesitzer von Sophienthal und den Besitzern der größeren Bauernhöfe, Landwirtschaftsbetriebe in Tscheschenheide zu groß. Der Kreis Guhrau war 1925 an das Elektrizitätsnetz der Elektrizitätswerke Liegnitz angeschlossen worden.

Der für Sophienthal/Tscheschenheide am nächsten gelegenen Punkt, an dem die 180 km lange Hochspannungsleitung die Oder überquerte, lag in der Nähe von Züchen.[11] Das Rittergut Sophienthal verfügte zu dieser Zeit bereits über eine interne elektrische Licht- und Kraftanlage. Sie war erforderlich, um die Brennerei, die Kartoffelflockenfabrik und die Ziegelei mit größerer Produktionskapazität betreiben zu können. Das scheint ein gewichtiger Grund für den Besitzer des Rittergutes gewesen zu sein, zunächst nicht der für die Finanzierung und dem Bau zuständigen Kreis-Elektrizitäts-Genossenschaft Guhrau beizutreten.

Das sich in dieser Zeit wieder erfolgreicher entwickelnde Rittergut Sophienthal war zwischenzeitlich in den Besitz von Generaldirektor Dr. jur. Alexander Lewin aus Guben übergegangen.[12] Lewin war offenbar kein Mann der Landwirtschaft. Wie sein Vorgänger, leitete auch er das Gut nicht unmittelbar vor Ort, sondern hatte diese Aufgabe seinem Inspektor, Herrn Jaenisch, übertragen. An seiner Seite wirkten der Rechnungsführer Herr Teßmer, ein Brennerei-Verwalter, ein Hilfsförster und ein Ziegelmeister. Eine Molkerei existierte nicht mehr. In den Ställen standen nun schlesische schwarzbunte Niederungs-Rinder. Die schon lange betriebene Schweinezucht war durch die Schweinemast ergänzt worden. Außerdem gab es eine kleine Zucht von Pferden, von Hannoveranern. Aus der Orientierung zu industrieller Verarbeitung landwirtschaftlicher Produkte und zur Viehwirtschaft resultierte die Konzentration auf einen intensiven Roggen- und Kartoffelanbau.

Die Größe der Fläche des Gutsbesitzes wurde beim Besitzerwechsel von Herrn Löwenfeld zu Herrn Lewin mit 548 ha angegeben. Am 1.Juli.1926 erfolgte die Eingliederung einer kleinen Fläche von 4,2 haaus dem benachbarten Gutsbezirk Tscheschen - Amtsbezirk Gimmel, Landkreis Wohlau – in den Bestand der Landgemeinde Tscheschenheide. Eine weitere kleine Fläche in Größe von 1,5 ha wurde am 23. Februar 1927 der Landgemeinde Tscheschen an die Landgemeinde Sophienthal abgegeben. Diese beiden Flächen gingen offenbar in den Bestand des Rittergutes über.[13]

Ein Großteil der Stellenbesitzer, vor allem der bäuerlichen Betriebe, hatte sich von den Folgen der Nachkriegsperiode, der Inflation erholt und nahm ebenso wie das Gut eine progressive Entwicklung. Das zeigte sich unter anderem am Beispiel von Karl Riegner. Nicht nur die Stellmacherei und seine Gastwirtschaft hatten diese schweren Zeiten gut überstanden. Sichtbares Zeichen in Tscheschenheide war der Um- und Ausbau seiner kleinen Schänke zum „Gasthof Karl Riegner“.

  

Abb. 20 - Gasthof von Karl Riegner  in Tscheschenheide um 1925 /

Das Foto stammt aus dem Privatbesitz von Frau Elisabeth Hoffmann (+2006), Tochter von Karl Riegner.

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Karl Riegner hatte nun auch damit begonnen, seinen bäuerlichen Betrieb weiter zu vergrößern. Das gelang Riegner in den folgenden 10 Jahren. In seiner testamentarischen Verfügung aus dem Jahre 1969 ist die Größe seines damaligen Besitzes mit 40 Morgen (10 ha) angegeben.[14] Der von der “Niederschlesische(n) Provinzial-Feuersozietät” in Breslau ausgestellte Feuerversicherungsschein für Gebäude aus dem Jahre 1934 weist den Wert der massiven Gebäude (Wohnhaus mit Gastwirtschaft, - Wagenremise, - Stallscheune u. Schweinestallgebäude) mit 19.130 Reichsmark aus.[15]

Ähnlich gute Fortschritte erreichten zum Beispiel Wilhelm Baumert und Willi Graupe. Sie entwickelten ihre bäuerlichen Betriebe zu den größten und leistungsstärksten in Tscheschenheide. Eine Reihe der Landwirte vergrößerten durch Zukauf und Anpachtung von Wiesen und Ackerland ihre Wirtschaften in diesen Jahren. Auf den Ackerflächen wurden vor allem Weizen, Gerste und Hafer sowie Zuckerrüben und Kartoffeln angebaut und geerntet. Für die Viehwirtschaft waren die in den Oderwiesen und den Feuchtgebieten reichlich anfallenden Gras- und Heuerträge von Bedeutung. Allerdings hatten die Landwirte vor allem mit den in manchen Jahren besonders in den Monaten Mai und Juni auftretenden Dürreperioden zu kämpfen, die zu großen Verlusten führten. Die Hackfruchternte hatte besonders unter den starken Herbstniederschlägen zu leiden. Mit den Gefahren von Hochwasser der Oder und der Bartsch musste immer gerechnet werden.

Die Deiche an Oder und Bartsch schützten bei starken und länger anhaltenden Regenperioden nicht ausreichend. Vor allem die Sommer bescherten immer wieder reichliche Gewitter und Regenmengen. In den Jahren 1926, 1927, 1928 und 1930 richteten die starken Regenfälle und das damit einhergehende Hochwasser besonders in den Niederungen große Schäden an. Untersuchungen aus dieser Zeit[16] machen auch deutlich, dass die Vegetationszeit durch die erst Ende März oder Anfang April einsetzenden warmen Tage und durch die frühzeitig eintretenden Fröste im Herbst beträchtlich verkürzt wurden. Hinzu kamen die kalten Winter mit durchschnittlich 30 bis 40 Schneetagen. [17] Alle diese klimatisch bedingten Ereignisse mit ihren oft dramatischen Folgen und Verlusten forderten die Menschen immer wieder zu zusätzlichen Leistungen heraus.

Abb. 21 - Wirtshaus und Ausspannung „Eichkretscham“ – zu Tscheschenheide gehörend

Die Ansichtskarte aus der Zeit um 1930 stammt aus dem Privatbesitz von Winfried Fiebag aus Börnsen bei Hamburg.

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Für die günstige wirtschaftliche Entwicklung im „Gutsbezirk Sophienthal und Tscheschenheide“ spricht auch, dass eine Reihe von kleinen Gewerbebetrieben in den zwanziger Jahren ihre Existenz behaupten und stärken konnte. Dazu gehörten in Sophienthal Windmühlenbesitzer Bruno Baude, Schmiedemeister Karl Fischer und Gastwirt Matzel. In Tscheschenheide arbeitete Müllermeister Heinrich Rose erfolgreich und Alfred Buls betrieb einen kleinen Kolonialwarenhandel. Neben ihrer Tätigkeit als Landwirt konnten ebenso wie Karl Riegner auch Paul Kretschmer und Paul Hanisch in ihren Gastwirtschaften zahlreiche Gäste bewirten.

1928

Auflösung des Gutsbezirks Sophienthal – Hugo Giese kauft das Rittergut

Bis zum Jahre 1928 gehörten zu dem vom Rittergutsbesitzer geführten Gutsbezirk Sophienthal Kreis Guhrau das Rittergut und die Landgemeinde Sophienthal sowie die Landgemeinde Tscheschenheide. In jeder dieser Landgemeinden war ein ehrenamtlich tätiger Gemeindevorsteher eingesetzt. Nach den Daten aus dem „Amtlichen Landes-Adreßbuch der Provinz Niederschlesien von 1927“[18] war in der Landgemeinde Sophienthal mit seinen 76 Einwohnern Oswald Jähn der zuständige Gemeindevorsteher und in Tscheschenheide, in dem die Einwohnerzahl 150 betrug, übte dieses Amt Emil Petzold aus.

Im Rahmen des sich bis 1929/1930 hinziehenden Vorgangs der Aufhebung der in Schlesien bestehenden Gutsbezirke erfolgte am 30. September 1928 die Auflösung des Gutsbezirks Sophienthal. Das Rittergut Sophienthal und die beiden Landgemeinden Sophienthal und Tscheschenheide wurden zur neuen Landgemeinde Sophienthal zusammengeschlossen. Sie gehörte weiterhin zum Amtsbezirk Lübchen.

Diese Maßnahmen gingen auf das „Gesetz über die Regelung verschiedener Punkte des Gemeindeverfassungsrechts“ vom 27. Dezember 1927 zurück.[19] Der Gesetzgeber verfügte im §11 dieses Gesetzes die schon lange überfällige Aufhebung der in Preußen noch bestehenden 12.000 Gutsbezirke. In Schlesien begann die Aufhebung der existierenden 3.266 Gutsbezirke am 01. Januar 1928. Es handelte sich dabei nicht nur um eine Veränderung in der von den Gutsbesitzern dominierten kommunalen ländlichen Verwaltungsstruktur. Vielmehr ging es um einen Schritt, der auch der Landbevölkerung den Weg zur demokratischen Vertretung ihrer Interessen auf kommunaler Ebene ebnen sollte. Es ging nun auch auf dem Lande, in den Dörfern Schlesiens darum, einige noch wirksame politische und rechtliche Relikte der Feudalordnung zu überwinden. Dazu gehörte unter anderem, die politische Rolle der Gutsbesitzer als “oberste Verwalter” aller öffentlichen Rechte und Pflichten der in den Gütern, Gutsbezirken, Dörfern lebenden Bewohnern aufzuheben. In den Dörfern hatten weder die Gutsarbeiter, noch die verschiedenen Gruppen von Stellenbesitzer und auch nicht die Besitzer bäuerliche Betriebe ein Mitspracherecht in den Angelegenheiten ihres Dorfes, ihrer Gemeinde. Auch die „rechtliche letzte Instanz“ lag noch immer beim Gutsbesitzer.

Bis zum Zeitpunkt der Auflösung der Gutsbezirke hatte der Gutsherr noch das Amt des Gerichtsherrn in dem Bereich seines Gutes, seines Gutsbezirks inne. Gemeindevertretungen gab es östlich der Elbe und in Schleswig Holstein noch nicht. Sie sollten nun gewählt werden und ihre Arbeit aufnehmen. Die Durchsetzung dieser Maßnahmen war jedoch äußerst schwierig, wie sich zeigen sollte. „ Zum 1.1.1928 hörten damit in Schlesien 3.266 Gutsbezirke auf zu bestehen. Die in Niederschlesien starken Bauern waren ein privatrechtlich selbständig gewordener Stand. Wirtschaftlich waren sie gleichwohl den Rittergütern gegenüber benachteiligt, rechtlich diesen in vielen Fällen lange Zeit weiterhin unterworfen. Dies galt insbesondere für die Kreispolizei- und Gerichtsverfassung. Da die politische Repräsentation der Rittergutsbesitzer wesentlich günstiger war, gelang es, formelle Standesunterschiede beizubehalten.“[20]

Diese Wertung des damaligen Geschehens weist darauf hin, dass es sicherlich in vielen Gutsbezirken und Dörfern zur formellen Umsetzung der Gesetzestexte kam. Doch die ökonomische Macht und die politische Interessenlage der Gutsbesitzer verhinderten am Ende eine durchgreifende Demokratisierung auf dem Lande in den verbleibenden fünf Jahren bis zum Machtantritt Hitlers.

Um 1928/29 kaufte Hugo Giese das Rittergut Sophienthal von seinem Vorgänger, Generaldirektor Dr. jur. Alexander Lewin.[21] Damit übernahm nach etwa einem Jahrzehnt wieder ein in der Führung von großen Landwirtschaftsbetrieben erfahrener Mann das Areal von Sophienthal/Tscheschenheide.

Wie in den Unterlagen des Archivs der Familien Giese/Schiller[22] dokumentiert ist, besaß Hugo Giese schon um 1900 das etwa 700 Hektar große Gut Birkenfelde mit Vorwerk Joachimstal bei Kempen/ Provinz Posen. Nach dem Ersten Weltkrieg verlor er seinen Besitz durch die im Versailler Vertrag von 1919 verfügte „Abtretung“ dieses Gebietes an Polen. Nach der erzwungenen Aufgabe des heimatlichen Besitzes versuchte Hugo Giese mit dem Erwerb des Gutes Niedergorpe im Kreis Sagan einen raschen Neuanfang, den er jedoch bald beendete. Danach wechselte er in den Kreis Tost-Gleiwitz in Oberschlesien und erwarb um 1921 die Rittergüter - mit Freigut Merkelhof und Vorwerk Neuhof - in Retzitz und Zdierdz.[23]

Hugo Giese (*1857) und seine Ehefrau Agathe geb. Feyer (*1864), die einen Sohn und vier Töchter hatten, kamen wohl nur mit ihrer jüngsten Tochter Lätitia (*1908) in ihr neues herrschaftliche Anwesen in Sophienthal. Obwohl Rittergutsbesitzer Giese zum Zeitpunkt der Übernahme seines neuen Besitzes schon auf ein Lebensalter von 71 Jahren zurückblicken konnte, widmete er sich mit Entschlossenheit den neuen Herausforderungen. Die Erzeugnisstruktur seines Gutes veränderte er nicht wesentlich. Der schon von seinem Vorgänger betriebenen Pferdezucht von „Hannoveranern“ galt seine besondere Aufmerksamkeit.

Hugo Giese fühlte sich als im Ruhestand befindender Oberamtmann und Offizier der preußischen Tradition zutiefst verbunden. Deshalb war für ihn die Pflege des unter Denkmalschutz stehenden kleinen Saales im Sophienthaler Schloss, der “Das Blaue Zimmer“ genannt wurde,  ein besonderes Anliegen. Hier hatte der Preußische König „Friedrich der Große“ während des Siebenjährigen Krieges im November 1759 für einige Wochen sein Hauptquartier.[24]

Auf ihrem Herrensitz, in ihrem Schloss begrüßten Hugo und Agathe Giese in den Sommermonaten zu festlichen Anlässen oder zum Urlaubsaufenthalt zahlreiche Familienmitglieder und weitere Gäste. Unter ihnen befand sich auch die Familie des Börsenmaklers Fritz Ritter aus Berlin. Als Malertalent schuf er bei einem Urlaubsaufenthalt ein die Zeiten bisher überdauerndes Gemälde der Schlossansicht.

Abb. 22 - Schloss Sophienthal, vom Park aus gesehen – Aquarell, gemalt von Fritz Ritter aus Berlin

 im Jahre 1933   

Die Fotokopie des sich im Privatbesitz von Rolf Schiller befindenden Bildes - Enkel von Gutsbesitzer Hugo Giese und Sohn der späteren Gutsbesitzerfamilie Lätitia und Hellmuth Schiller auf Sophienthal - wurde nur für den Zweck der Veröffentlichung in dieser Ortsgeschichte zur Verfügung gestellt. Eine anderweitige Verwendung ist nicht zulässig!

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Hugo Giese kaufte das Rittergut in Sophienthal zu einem Zeitpunkt, als nahende große Erschütterungen des Wirtschaftsleben und drohende Gefahren für die Demokratie der Weimarer Republik ihre Schatten bereits voraus warfen. Wenn Giese es auch noch im Verlaufe eines Jahres seit Ende 1928 geschafft haben mag, die Wirtschaftsführung seines neuen Rittergutes nach seinen Vorstellungen zu verändern und erste gute Ernteergebnisse zu erreichen, so dürfte er schon in der Phase der Vermarktung seiner Produkte mit den dramatischen Auswirkungen der Weltwirtschaftskrise konfrontiert worden sein. Seit dem „Schwarzen Freitag“, am 25. Oktober 1929, hatte sie sich rasend schnell über den Erdball ausgebreitet. Ihre verheerenden destabilisierenden Einflüsse trafen die wirtschaftliche, soziale und politische Situation in Europa, in Deutschland mit voller Wucht.

Auch die Landwirtschaft in Niederschlesien - die großen Güter, die bäuerlichen Betriebe, alle wirtschaftlichen Existenzformen - und die hier arbeitenden und lebenden Menschen gerieten in den Strudel des wirtschaftlichen und sozialen Niedergangs. In seinem „Heimatbuch des Kreises Guhrau/Schlesien“ schreibt Fritz Heinze: „Um 1930 waren etwa 2/3 der landwirtschaftlichen Großbetriebe unserer Heimat, bedingt durch den allgemeinen Wirtschaftsverfall und die schwierigen Absatzverhältnisse zahlungsunfähig und mussten durch die ‚Osthilfe’ aufgefangen werden.“[25] Wie stark diese lang anhaltenden Ereignisse das Rittergut Sophienthal erschütterten, konnte nicht genau erfasst werden. Nachweisbar ist jedoch, dass Hugo Giese seinen Rittergutsbesitz nicht aufgeben musste. Er konnte die Existenz aller Zweige, Bereiche der landwirtschaftlichen Produktion seines Gutes unter diesen schweren Existenzbedingungen sichern, wenn er auch offenbar die Hypothekenlast des Gutes beträchtlich erhöhen musste.

Rittergutsbesitzer Hugo Giese starb im Alter von 75 Jahren am 28. Oktober 1932 in Sophienthal und fand auf dem Friedhof in Gimmel seine letzte Ruhestätte.

Nun musste Tochter Lätitia Giese - gemäß dem zu dieser Zeit in manchen schlesischen Familien noch geltenden Jüngstenrecht - kurz nach ihrem 24. Geburtstag das Erbe ihres verstorbenen Vaters antreten. Unterstützt von ihrer 68-jährigen Mutter Agathe Giese und von anderen Familienmitgliedern widmete sie sich nun der äußerst schwierigen Aufgabe, das ökonomisch stark angeschlagene Rittergut Sophienthal durch die sich weiter verschärfenden wirtschaftlichen, politischen und sozialen Krisenzeiten zu „manövrieren“.

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Solche dramatischen Vorgänge wie die allgemeine wirtschaftliche Krisenentwicklung, die wachsende Instabilität der staatlichen Ordnung und des Parteiensystems sowie die dramatische Verschlechterung der sozialen Lage der Menschen in Stadt und Land verhalfen der sogenannten „Nationalsozialistischen Bewegung“ um Adolf Hitler und seiner Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP) in diesem geschichtlichen Abschnitt zu einem immer größeren Einfluss auf einen wachsenden Teil der Bevölkerung in Deutschland. Das widerspiegelte sich auch in der beträchtlichen Zunahme der Stimmgewinne der NSDAP bei den Reichstagswahlen. So stimmten bei der 5. Reichstagswahl am 14. September 1930 18,3 Prozent und bei der 6. Reichstagswahl am 31. Juli 1932 sogar 37,3 Prozent der Wähler für Hitler.[26]

Auf diesem historischen Hintergrund kam das verhängnisvolle Bündnis der NSDAP mit der Deutschnationalen-Volkspartei (DNVP) und anderen nationalistischen Organisationen sowie mit einflussreichen Vertretern aus Wirtschafts- und Presseverbänden zustande. Dieses demokratiefeindliche, nationalistische „Bündnis“ wurde offiziell am 11. Oktober 1931 in Bad Harzburg geschlossen.[27] Die sich formierende sogenannte „Harzburger Front“ signalisierte die zunehmende ernste Gefahr für den Bestand der Demokratie.

Bis zum Ende der Weimarer Republik war es nun nicht mehr weit!

1930

Ein bedeutender Sohn des Dorfes Tscheschenheide und Schlesiens stirbt in Berlin.

Am 24. März 1930 stirbt in Berlin-Spandau der in Tscheschenheide geborene Justizrat Dr. jur. Georg Ferdinand Moritz Baumert.[28] Seine Absicht, noch einmal in sein geliebtes Schlesien, in seinen Geburtsort mit der ganzen Familie zu reisen, konnte er leider nicht mehr verwirklichen. Nach einem arbeitsreichen und erfüllten Leben lief seine “Lebensuhr” vorher ab.

Abb. 23 - Justizrat Dr. jur. Georg Ferdinand Moritz Baumert

Das Foto stammt aus dem Privatbesitz von Frau Friederike Kuhl geb. Baumert aus Euskirchen.

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 Georg Ferdinand Moritz Baumert war wohl der bedeutendste Sohn des niederschlesischen Dorfes Tscheschenheide im Kreis Guhrau und ein bedeutender Schlesier.

Er wurde am 26. Mai 1854 in Tscheschenheide in einer Lehrerfamilie geboren. Nach dem Besuch der evangelischen Volksschule in Tscheschenheide und Lübchen absolvierte er am ehrwürdigen Elisabeth-Gymnasium in Breslau ab 1866 die höhere Schulausbildung mit herausragenden Ergebnissen und erlangte im Jahre 1872 das Abitur.

Noch im Jahre 1872 begann Georg Ferdinand Baumert an der Friedrich-Wilhelm Universität zu studieren. Wie vom Rektor des Elisabeth- Gymnasiums empfohlen, studierte er zunächst Mathematik und Physik. Doch nach dem zweiten Semester entschloss er sich zu einem Wechsel der Studienrichtungen. Er widmete sich von nun an voller Energie dem Studium der Rechtswissenschaften, der Jurisprudenz an den Universitäten in Breslau und Berlin. Ein Studium auf diesem Gebiet entsprach seinen Neigungen und beruflichen Vorstellungen besser, wie er später einmal äußerte. Er wollte einmal auf einem Sachgebiet arbeiten können, auf dem er durch seine praktische Arbeit schöpferisch in gesellschaftliche Vorgänge eingreifen und für die Menschen etwas bewirken konnte.

Aus der Sicht eigener Erlebnisse und der Erfahrungen sowie Traditionen seiner Familie war er schon früh zu der Erkenntnis gelangt, dass das Recht und die Rechtsordnung einer Gesellschaft von existenzieller Bedeutung für die Menschen sind und deshalb durchgesetzt, für die Menschen genutzt und entwickelt werden müssen. In besonderem Maße interessierte er sich für die Zusammenhänge von Eigentum und Bürgerrechten. Mit hoher Disziplin und enormen Arbeitspensum sowie einer engen Verbindung zur Praxis seines Studien- und Forschungsgebietes gelangte er bis zum Jahre 1877, also im Verlaufe von nur fünf Jahren, bis zur erfolgreichen Verteidigung seiner Dissertationsschrift zu dem Thema „Über die Zurechnungsfähigkeit und Bestrafung jugendlicher Personen“.

Dr. jur. Georg Ferdinand Moritz Baumert entschied sich für eine Arbeit in der Praxis der Rechtsordnung des Deutschen Kaiserreiches. Er arbeitete sehr bald als Assessor und danach als Referendar in verschiedenen Behörden, unter anderem auch im Finanzamt in Nauen, in der Provinz Brandenburg. Im Jahre 1882 wurde er zum Regierungsrat ernannt. Bis zum Ende seiner Schaffensperiode in Nauen unterhielt Dr. jur. Baumert im Zentrum der Stadt eine Kanzlei als Rechtsanwalt und Notar. In Nauen heiratete er im Jahre 1888 die aus einer Gutsbesitzerfamilie stammende Clara Marcard.

Bereits in diesen Jahren wandte er sich der Vertretung der Interessen der Haus- und Grundbesitzer in Rechtsfragen zu. Er begann schon in Nauen damit, die Zusammenhänge zwischen Grund- und Hauseigentum und der Sicherung sowie Entwicklung der adäquaten Rechtsnormen wissenschaftlich zu bearbeiten. Überliefert ist auch, dass er sich mit Kompetenz, Weitsicht und Können den Erb- und Altenteilregelungen von Bauern, Grundbesitzern und deren Ehefrauen widmete. Dabei war es ihm ein besonderes Anliegen, alle lebenswichtigen Details für ein materiell und sozial abgesichertes und würdevolles Leben der alten Menschen, die die Bauernhöfe aufgebaut und den familiären Besitz geschaffen hatten, vertraglich  „wasserdicht“ abzusichern. Hierfür gab es in damaliger Zeit offenbar immer wieder großen Handlungsbedarf.

Im Jahre 1892 verlegte Dr. Baumert seinen Wohnsitz und sein Arbeitsfeld nach Spandau und Berlin. Er widmete sich nun in besonderem Maße der Organisation und Leitung der Vereins- und Verbandsarbeit der Haus- und Grundbesitzer in Berlin, Brandenburg und darüber hinaus. Durch sein Engagement, seine umsichtige, zielgerichtete und selbstlose Arbeitsweise trug er in entscheidendem Maße dazu bei, dass eine starke Organisation der Grund- und Hausbesitzer entstand. Georg Ferdinand Baumert übernahm in diesen Jahren die Führung des Brandenburgischen Provinzialverbandes, des Preußischen Landesverbandes und des Zentralverbandes der deutschen Haus- und Grundbesitzer-Vereine. Sein Wirkungsfeld erweiterte sich auf ganz Preußen, ganz Deutschland.

Wichtige Beiträge leistete Georg Ferdinand Baumert zur Entwicklung und Durchsetzung des Wasser- und Mühlenrechts in Preußen, in Deutschland. Aus seiner Feder stammen eine Reihe von wissenschaftlich fundierten, die praktischen Erfordernisse erhellenden Aufsätzen und anderen Publikationen in Vorbereitung und Durchführung des Gesetzgebungsverfahrens zum Wasserrecht in Preußen. Er schrieb schon 1896 über die Unzulänglichkeit der bestehenden Wassergesetze in Deutschland und über die Notwendigkeit des gesetzlichen Schutzes des Wassers. In mehreren Aufsätzen äußerte er sich konstruktiv zum Entwurf des Wassergesetzes des Preußischen Landtages und wurde auch als fachlicher Berater von Fraktionen des Preußischen Landtages und von Fachverbänden herangezogen. In gleicher Weise engagierte er sich im Prozess der Erarbeitung und Verabschiedung anderer Gesetze. Dazu gehörten vor allem die preußische Wohnungsgesetzgebung (1914) und das Reichsmietengesetz (1922). Er setzte seine Erfahrungen und Sachkompetenz für das Gesamtwohl bei der Vorbereitung und Durchführung der preußischen Einkommens- und Vermögenssteuerreform (1912), bei der Schaffung von Pfandbriefinstituten, zur  Regelung der Hausbesitzerrechte und -pflichten und weiterer Probleme ein.[29]Er wurde in diesen Jahren zu einem anerkannten und geschätzten Interessenvertreter eines wichtigen Teiles des Mittelstands. Aber er verlor dabei nicht den Blick, das Empfinden für die Interessenlage anderer Menschen, anderer sozialer Schichten.

In der Zeit der Weimarer Republik stellte er sich in besonderem Maße in den Dienst der Gesellschaft bei der Überwindung der Kriegsfolgen des Ersten Weltkrieges und der Demokratisierung des Lebens in der Hauptstadt. Er wurde in Berlin-Spandau zum Stadtverordneten gewählt, war zeitweilig ehrenamtlicher Stadtrat in Spandau und erwarb sich so große Verdienste in seiner vielseitigen Arbeit als Kommunalpolitiker. In der Familienchronik der Baumert’s sind die folgenden Sätze festgehalten: „Es waren glückliche Zeiten für ihn, als er dem Stadtwohl als Stadtverordneter, später als unbesoldeter Stadtrat dienen konnte. Viele segensreiche Änderungen und Einrichtungen sind auf ihn zurückzuführen. Ein bequemer Mann war er nicht für die Stadtväter, seine Kämpfernatur gab nicht nach, wenn er etwas als richtig Erkanntes durchsetzen wollte.“[30]

Der Senat von Berlin würdigte postum die Verdienste von Justizrat Dr. jur. Georg Ferdinand Moritz Baumert am 22. Oktober 1956. Ihm zur Ehre wurde in Berlin-Spandau die frühere Straße 101 in „Baumertweg“ umbenannt. Er beginnt an der Grimnitzstraße und endet an der Jordanstraße. In der Begründung heißt es unter anderem: „Der Jurist Baumert erwarb sich einen Namen als Interessenvertreter der Haus- und Grundbesitzer und gehörte als langjähriger Stadtverordneter zu den engagiertesten Kommunalpolitikern.“[31]

 

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[1] Richard Juhnke, Wohlau Geschichte des Fürstentums und des Kreises, 1965, Würzburg, Holzner Verlag, S. 377.

[2] Siehe: Schlesisches Güteradressbuch, 1921, Breslau, Verlag von Wilh. Gottl., S. VIII ff. In: Schlesische Güteradressbücher 1870 – 1937,Digitale Quellen zur schlesischen Kulturgeschichte, Hrsg. vom Museum für schlesische Landeskunde im Haus Schlesien Königswinter-Heisterbacherrott/ Martin Opitz-Bibliothek Herne; 2004, CD 1 von 2.

[3] Siehe: Ebenda, S.60 f.; Schlesisches Güteradressbuch, 1926, Breslau, Verlag von Wilh. Gottl. Korn., S. 77. In: Ebenda.

[4] Siehe: Die blutende Grenze Niederschlesiens, Hrsg. v. der Notgemeinschaft der Ostgrenzkreise Namslau, Groß-Wartenberg, Militsch-Trachtenberg u. Guhrau, die alleinigen Kreise der Provinz Niederschlesien, die ohne Abstimmung 51 156 ha Land mit 90 Landgemeinden u. Guetern u. 27 500 dt. Einwohnern an Polen abtreten mussten, 1929 Schweidnitz, Heege.

[5] Siehe: Schlesisches Güteradressbuch, 1921, Breslau, Verlag von Wilh. Gottl. Korn, S.60 f.; In: In: Schlesische Güteradressbücher 1870 – 1937,Digitale Quellen zur schlesischen Kulturgeschichte, Hrsg. vom Museum für schlesische Landeskunde im Haus Schlesien Königswinter-Heisterbacherrott/ Martin Opitz-Bibliothek Herne; 2004, CD 1 von 2.

[6] Ebenda.

[7] Die Daten zur Familie Max Balden wurden von dem Sohn; Horst Balden aus Bad Oldesloe, für diese Chronik zur Verfügung gestellt.

[8] Siehe: Personalkarte für Lehrer, Balden, Max Ernst, Quelle: BBF/DIPF/Archiv, Gutachterstelle des BIL – Preußische Volksschullehrerkartei, © 1996-98 Universitätsbibliothek Braunschweig. In: http://www.bbf.dipf.de/ cgi-opac/hans3.pl?db=hans3&t_show=x&wertreg=PER&wert...10.03.2006.

[9] Siehe ebenda, http://www.bbf.dipf.de/hans/VLK/VLK-0040/VLK-0040-0038.jpg

[10] Siehe Chronik: Einleitung, Nachrichten aus frühgeschichtlichen Zeiten.

[11] Siehe: Fritz Heinze, Heimatbuch des Kreises Guhrau/Schlesien, 1973, Verlag und Druckhaus Goldammer, 8533 Scheinfeld, S. 218 ff.

[12] Schlesisches Güteradressbuch, 1926, Breslau, Verlag von Wilh. Gottl. Korn, S.77. In: Schlesische Güteradressbücher 1870 – 1937, Digitale Quellen zur schlesischen Kulturgeschichte, Hrsg.: Museum für schlesische Landeskunde im Haus Schlesien Königswinter-Heisterbacherrott/ Martin Opitz-Bibliothek Herne; 2004, CD 1.

[13] Siehe: Rolf Jehke, Herdecke, Territoriale Veränderungen in Deutschland und deutsch verwalteten Gebieten 1874 – 1945, Guhrau/Lübchen (1815/1818), in: http://www.territorial.de/ndschles/guhrau.htm

[14] Siehe: Kopie des Dokuments bei den Autoren dieser Chronik.

[15] Siehe ebenda.

[16] Siehe: Heinz Wätchen, Betriebswirtschaftliche Untersuchungen an bäuerlichen Betrieben und Familienwirtschaften, 1935, Eduard Klinz Buchdruck-Werkstätten Halle (Saale).

In: http://dirk.steindorf-sabath.com/kr-beschreibunglandw.htm

[17] Siehe ebenda.

[18] Siehe: Amtliches Landes-Adreßbuch der Provinz Niederschlesien für Industrie, Handel, Gewerbe 1927, Hrsg. Verlag August Scherl, Deutsche Adressbuch-Gesellschaft m. b. H. Breslau, S. 595 u. 624.

[19] Siehe hierzu u. a.: http://de.wikipedia.org/wiki/Gutsbezirk .

[20] Schlesische Güteradressbücher 1870 – 1937, Digitale Quellen zur schlesischen Kulturgeschichte, Hrsg.: Museum für schlesische Landeskunde im Haus Schlesien Königswinter-Heisterbacherrott/ Martin Opitz-Bibliothek Herne; 2004, CD 1 von 2. Wissenschaftliche Einführung von Dr. Stephan Kaiser, Zur Entwicklung der Rittergüter.

[21] Siehe: Schlesisches Güteradressbuch, Breslau 1930, Verlag von Wilh. Gottl. Korn, S. 110.

[22] Nach den umfangreichen Unterlagen des Archivs der Familien Giese/Schiller, die den Autoren dieser Ortsgeschichte von Herrn Rolf Schiller aus Ravensburg – Enkel von Rittergutsbesitzerfamilie Hugo und Agathe Giese und Sohn der Rittergutsbesitzerfamilie Hellmuth Schiller  und Ehefrau Lätitia geb. Giese - zur Verfügung gestellt wurden.

[23] Siehe: Schlesisches Güteradressbuch, Breslau 1921,Verlag von Wilh. Gottl. Korn, S. 643; Schlesisches Güteradressbuch, Breslau 1926,Verlag von Wilh. Gottl. Korn, S. 735 f.; In: Ebenda.  

[24]Siehe hierzu vorliegende Chronik, Unterabschnitt: „1757…Friedrich der Große in Sophienthal“.  

[25] Fritz Heinze, Heimatbuch des Kreises Guhrau/Schlesien, 1973, Verlag Goldammer Scheinfeld, S. 245.

[26] Karl Dietrich Bracher/ Manfred Funke/ Hans-Adolf Jacobsen (Hrsg.): Die Weimarer Republik 1918-1933, Politik Wirtschaft Gesellschaft, Schriftenreihe Studien zur Geschichte und Politik, Band 251, Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn 1988, 631.

[27] Siehe unter anderem: Helmut M. Müller, Schlaglichter der deutschen Geschichte, In Zusammenarbeit mit Karl Friedrich Krieger, Hanna Vollrath und Meyers Lexikonredaktion, Zweite, aktualisierte und erweiterte Auflage, 1990 Bonn,  Lizenzausgabe für die Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn, © Bibliographisches Institut & F.A. Brockhaus AG und Mannheimer Morgen Großdruckerei und Verlag GmbH, Mannheim, S. 235.

[28] Die Darstellungen stützen sich auf Unterlagen aus der Familienchronik der Familie von Justizrat Dr. jur. Georg Ferdinand Moritz Baumert - im Besitz von Frau Friederike Kuhl geb. Baumert, Euskirchen. Siehe hierzu: Artikel des Autors dieser Chronik, Dr. Hermann Wandschneider: Erinnerung an einen bedeutenden Schlesier – zum 150. Geburtstag von Justizrat Dr. jur. Georg Ferdinand Moritz Baumert. In: Internetseiten von Dirk Steindorf-Sabath: Stadt und Kreis Guhrau –Die Menschen – Das Kreisgebiet – Bedeutende Persönlichkeiten, in: http://dirk.steindorf-sabath.com/guhrau.html .

[29] Siehe: Katalog der Deutschen Bücherei Leipzig, http://opac.dbl.ddb.de:7700/DB...Search Short List: Baumert, Georg Ferdinand. Siehe auch. Deutscher Gesamtkatalog, Band 13, Berlin 1930.

[30] Familienchronik der Familie von Justizrat Dr. jur. Georg Ferdinand Moritz Baumert - im Besitz von Frau Friederike Kuhl geb. Baumert, Euskirchen

[31] Internet: www.luise-berlin.de/Strassen/Bez.88/B175.htm .